Jennifer Hoffmann

Kulturmarketing und Weiterbildung im digitalen Zeitalter

Web2.0 für kleinere Kulturprojekte

6. September 2008 · 1 Kommentar

Bei mir trifft zurzeit folgende Gleichung zu:

Vollzeitjob + freiberuflicher Auftrag für umfangreiches Konzept + Umzug in neue Wohung = keine Zeit zum Bloggen :(

Deshalb gibt es unter dieser URL derzeit wenig Neues zu lesen. Sorry! Nun hat mich vor ein paar Tagen Karin Janner vom Kulturmarketingblog um ein E-Mail-Interview zum Thema Web2.0 und Kultureinrichtungen gebeten. Da es ein Interview für einen guten Zweck war (Karin schreibt gerade an ihrer Diplomarbeit zu genau jenem Thema), habe ich die Umzugskisten Umzugskisten sein lassen und mir dafür gerne die Zeit genommen. Meine ausführlichen Antworten mit Beispielen von meinen Webcuts-Erfahrungen finden sich hier!

Da habe ich mich so richtig in Rage geschrieben und bin jetzt umso überzeugter, dass gerade Web2.0 kleineren Projekten wirklich viel zu bieten hat! Danke auch noch mal an Karin für die Möglichkeit, mich bei ihr so umfassend äußern zu dürfen.

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Wie ich lerne: im Netz 1.0, 2.0 und mit Notizbuch

17. Juli 2008 · 3 Kommentare

Seit April nehme ich an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin an einem Kurs namens Gamebased E-Video teil. Ja, auch ich konnte mir so recht nichts drunter vorstellen. Aber es ging um Weiterbildung, um e-Learning und das Web2.0, Video/Film und natürlich Spiele - allesamt Themen, die mich interessieren und so habe ich mich dafür eingeschrieben.

Folgenreich ist die Teilnahme schon nach 3 Monaten, da ich meine Arbeitsorganisation komplett umgestellt habe. Ich kann nicht mehr ohne Netvibes sein, da ich jeden morgen (und meist noch mal mittags und kurz vor Verlassen des Büros) meine Netvibes-Seite nach neuen Infos scanne, Webseiten links liegen lasse, die keinen RSS-Feed anbieten und meine anfangs nur spärlich genutzte Delicious-Sammlung jetzt täglich wächst, gefüttert aus den Feeds in Netvibes und über Google Alerts.

Einige Kursteilnehmer haben ihr “Personal Learning Environment” versucht zu visualisieren. Bei EdTechPost gibt es eine teils interessante, teils unterhaltsame Sammlung von Visualisierungsversuchen anderer. Maike, Andrea und Anja haben ihre auch schon veröffentlicht. Eingangs nun also meine Darstellung welche Hilfsmittel mir beim Lernen wofür nutzen.

Für mich war die Reflektion über meine tägliche Arbeits-/Lernorganisation in zweierlei Hinsicht sehr aufschlussreich. [Mehrlesen →]

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Internet Communities im Kultursektor: eine rare Spezies

15. Juni 2008 · 5 Kommentare

Karin Janner hat in ihrem Kulturmarketing-Blog einen interessanten Artikel zur Frage geschrieben, wie Kulturanbieter social communities nutzen könnten, um Freundeskreise aufzubauen - und das dies bisher viel zu wenig geschieht. Dazu möchte ich noch anhand zweier Beispielen einige Ergänzungen machen, da meiner Meinung nach viele Kulturanbieter (genauso wie auch immer noch viele Firmen) zu kurz denken, wenn sie das Web 2.0 nur als Marketinginstrument begreifen. Ich glaube, dass sich darüber ganz neue Möglichkeiten für alle möglichen Institutionen eröffnen und möchte diese hier kurz skizzieren.
Nur um Missverständnisse zu vermeiden: Dir, liebe Karin, unterstelle ich diese Denke natürlich nicht ;-)

Beispiel Chester Beatty Library, Dublin

Die Chester Beatty Library (kurz CBL) hat eine der weltweit schönsten und besten Sammlungen alter Schriften - von frühen christlichen Papyrus-Texten über traumhafte schön illuminierte Koran-Handschriften bis hin zu wichtigen buddhistischen Texten. Die CBL hat auch ein gut organisiertes “Volunteer-Programme”: freiwillige oder ehrenamtliche Mitarbeiter sind beispielsweise die Tourguides für Besuchergruppen (und davon gibt es viele!). Ich war auch mal so ein Volunteer und kenne es daher gut.

Das Chester Beatty Volunteer Programm

Was den Volunteers geboten wird:

  • Eine individuelle, ausführliche Ausbildung (sprich mehrere Touren durch die Sammlung, Gespräche mit den Kuratoren, bergeweise Literatur).
  • Zweimonatliche Seminare zu bestimmten Spezial-Themen, die die Kuratoren speziell für die Ehrenamtlichen machen.
  • Einführungen zu neuen temporären Ausstellungen, damit auch durch diese geführt werden konnte.
  • Eine extra Weihnachtsfeier nur für die Volunteers
  • Ein Kaffee-Gutschein für den hervorragenden Coffee-Shop, für jede Tour die man führt bzw. für jeden Nachmittag, den man im Shop Dienst tut.

Aufgaben & Zusammensetzung der Ehrenamtlichen

  • Die meisten Volunteers waren wesentlich älter als ich, z.T. schon in Rente, Hausfrauen oder Halbtags-Arbeitende. Viele waren hervorragend für den “Job” geeignet, da sie z.B. Theologie, Anthropologie, Sinologie wie in meinem Fall oder Islam-Wissenschaften studiert hatten.
  • Die CBL gab einen “Richtwert” vor, wonach jeder Volunteer mindestens zwei Touren pro Monat führen sollte bzw. an zwei halben Tagen Dienst im Shop machte (meist entschied man sich für eine der Varianten, ich habe z.B. nie im Shop gestanden, sondern ausschließlich als Tourguide gearbeitet).
  • Neben den öffentlichen Touren Mittwochs und Samstags gab es viele Spezial-Touren für Schulklassen und Studentengruppen, in der Vorweihnachtszeit fanden häufig abends Weihnachtsfeiern von Firmen (die allesamt Sponsoren waren) statt, für die ebenfalls eine Führung durch die Sammlung organisiert wurde. Blog-Berichte über Touren in der CBL finden sich hier und hier.

Warum ich all das so ausführlich beschreibe? [Mehrlesen →]

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Die Blogrolle

14. Juni 2008 · 6 Kommentare

Endlich steht das neue Layout, die Widgets und Plugins sind aktiviert, der RSS-Feed funktioniert. Das letzte was diesem kleinen Blog noch fehlte war die Blogrolle. Schließlich kommt nicht jeder auf diese Rolle und alle hier gelisteten Blogs kann ich nur wärmsten empfehlen. Da sie allesamt lesenswert sind, möchte ich sie nachfolgend kurz vorstellen.

Kulturmarketing & -management
  • Beth Kanter: Viele praktische Tipps finden sich bei Beth Kanter, die non-profit Organisationen zum Einsatz von Web2.0 Werkzeugen berät (in Englisch).
  • Karin Janner: Auf ihrem Blog zum Kultur entwickeln sich immer wieder spannende Diskussionen.
  • Kulturblogger: Christian Holst bezeichnet sein Blog sehr treffend als digitales Feuillton. Ein Schwerpunkt liegt auf klassischer Musik.
  • Kulturmanagement Blog: Christian Henner-Fehr betreibt sein Blog schon seit 2006 und es ist dementsprechend sehr umfangreich. Ich nutze es mittlerweile regelmässig, um einzelne Themen zum Kulturmanagement zu recherchieren.
  • Michael Srbas Moving Cultures Blog (in Englisch) bietet eine interessante Perspektive als Kulturmanager und Dirigent in der Slovakei.
  • Technology in the Arts: interessantes Blog des Center for Arts Management and Technology der Carnegie Mellon University, Pittsburgh, USA. Mit Podcasts und Tipps für den Einsatz von Web-Tools in Kunst und Kultur
Marketing
  • Marketingberater 2.0: Sebastian Voss hat sich auf Marketing im Web2.0 spezialisiert.
  • Klaus Eck, der PR-Blogger, wirft einen Insider-Blick auf den Wandel der PR-Arbeit in einer digitalisierten Welt.
  • Trendwatching: ein unterhaltsames, monatliches Update über die angeblichen nächsten Trends in Englisch.
Weiterbildung
  • Anja C. Wagner erlaubt auf ihrem Edufuture Blog einen Einblick in die Zukunft der Weiterbildung. Sehr zu empfehlen, da ich bei ihr auch schon eine spannendes Seminar belegt habe.
  • E-Learning Blog von Tim Schlotfeld. Der Name sagt’s eigentlich schon sehr genau…
  • E-Learn Magazine (in Englisch) von Steven Downes ist eine hervorragende Ressource im Web zu allem was mit Lernen und dem Internet zu tun hat. Pflichtlektüre.
Digitaler Film & Video
  • Digitaler Film: Bertram Gugel bietet einige der besten und interessantesten Analysen rund um das Thema Film und Video im Internet. Auch wenn er kürzlich auf die “dark side” gewechselt ist, mit der Diplomarbeit das Studentendasein beendete und jetzt für Springer arbeitet.
  • Cinema Tech von Scott Kirsner ist meiner Meinung nach das beste Blog zur Digitalisierung des Kino- und Filmgeschäfts. Natürlich in Englisch.
Schönes
  • Experiences of an English Soldier: genau 90 Jahre, nachdem ein englischer Gefreiter seine Briefe von den Fronten des ersten Weltkrieges geschrieben hat, werden diese hier wieder veröffentlicht. Bisher wissen wir noch nicht, wie sein Schicksal sein wird.
  • Kunst ist auch Kaktus ist eine der schönsten Blog-Ideen, die mir seit Langem untergekommen ist.
  • Ödipedia: Ein Theaterprojekt, das mittels kollaborativer Arbeit in einem Wiki einen Theatertext für einen modernen Ödipus entwickeln will.

Viel Spaß beim Lesen!

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