Sprachkuddelmuddel: Überlegungen zum Bloggen in zwei Sprachen

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This post summarises my thoughts on blogging in two languages – German and English. Since I am blogging in my spare time (i.e. besides the job) and have a tendency to write very long blog posts, translating entire posts into a second language simply is not an option for me. Thankfully help in the shape of a nifty little Wordpress Plugin called Basic Bilingual is available and this is its premiere on this blog!

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Frog covered in multiple flags

Ich hoffe, ab Oktober mit Partnern in Helsinki und Tallinn ein gemeinsames Projekt starten zu können, bei dem die Arbeitssprache Englisch sein wird. Nun habe ich mich vor Jahren bewusst dafür entschieden, dieses Blog in Deutsch zu schreiben. Um die etwas ruhigere Sommerzeit zu nutzen, wollte ich hier schon mal einige Infos zur Vorbereitung auf das Projekt zusammen tragen.

Damit diese Informationen jedoch später von den Projektteilnehmern verstanden werden können, müssen sie offenkundig in Englisch verfasst werden. Was also tun? Meiner schönen Muttersprache zeitweilig den Rücken kehren und in Englisch bloggen? Aber müsste ich dann nicht auch den Rest des Blogs in Englisch verständlich machen (sprich das Theme in Englisch anpassen etc.)? Und wenn ich dann wieder mal was in Deutsch schreiben will? Das Resultat wäre ein für keinen Leser und keine Leserin mehr nachvollziehbares Sprachkuddelmuddel.

Die andere Option hieße, stundenlang zu übersetzen und jeden Artikel in beiden Sprachen zu posten. Angesichts meines Hangs zum Schreiben recht langer Blogeinträge standen mir bei dem Gedanken sofort die Haare zu berge. Der Zeitaufwand wäre für eine Freizeitbloggerin wie mich einfach nicht zu vertreten.

Nach einiger Recherche stieß ich auf das „Basic Bilingual“ Plugin von Stephanie Booth, die sich mit dem Thema multilingualer Blogs und Websites ausgiebig beschäftigt hat. Das Plugin war in wenigen Minuten installiert und seine Funktionalität kommt mit diesem Post in meinem Blog zu seinem ersten Einsatz. Tataa!

Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit bin ich gerade dabei, eine neue Website für ein Institut an einer deutschen Kunsthochschule zu konzeptionieren. Das Profil des Instituts ist klar international ausgerichtet, so dass wir dabei nicht um durchgängige Zweisprachigkeit Deutsch / Englisch herum kommen werden. Puh!, denn Website und Blog werden zum überwiegenden Teil von mir gepflegt werden und ich habe jetzt schon gehörigen Respekt vor dem zusätzlichen Aufwand, der dadurch entstehen wird. Ich hoffe, ich werde dann noch Zeit finden, um an dieser Stelle vergleichend über die Erfahrungen mit dem Basic Bilingual Plugin und anderen Plugins wie Genko oder qLanguage zu berichten ;-)

Wen dieses Thema übrigens interessiert, dem sei noch dieser Artikel von Guillermo Moreno Quiroga ans Herz gelegt, der einen guten Überblick über die verschiedenen Optionen bietet.

Da bleibt mir nur noch eins zu wünschen: Happy blogging in two languages!

Kultursponsoring im Wirtschaftskrisenjahr: In jedem Sessel ein potentieller Kunde?

VW hat zwei wichtige, millionen-schwere Kultursponsoringverträge nicht verlängert in diesem Jahr: mit der Berlinale, wo VW einer von 3 Hauptsponsoren war, und mit der Deutschen Oper Berlin. Von VW ist dazu wenig zu vernehmen. „In jedem Sessel sitzt ein potentieller VW-Kunde“ – so lautete noch die Sponsoringvision anno 2004. Sehen die Wolfsburger das mittlerweile grundlegend anders? Offizielle Antworten gibt es nicht. Aber ein Blick auf die VW-Pressemeldungen der letzten Monate zeigt, dass Kultur weiterhin gefördert wird.

Lassen sich am Beispiel VWs irgendwelche Trends zum Kultursponsoring in der Wirtschaftskrise ablesen? Ich denke schon. Jedoch muss ich einschränken, dass ich über die Sponsoringstrategie VWs nur spekulieren kann, da diese natürlich nicht veröffentlicht ist. Bei näherer Analyse zeigt sich, dass solche Verträge nicht verlängert wurden, die m.E. nicht zum Image der Marke passten. VW ist weder glamourös (=> Berlinale) noch bildungsbürgerlich-elitär (=> Deutsche Oper Berlin). Oder wie es VW selbst formuliert in der Pressemeldung zum Sponsoring der Lolas: „Das Engagement Volkswagens beim Deutschen Filmpreis reicht weit über den Fahrservice hinaus. Die Volkswagen Sound Foundation lädt zur Aftershow Party [...]. Zudem wird es am Abend die legendäre Volkswagen Currywurst aus Wolfsburg geben.“ Abwrackprämie, Tatortkommissare, ein paar deutsche Filmsternchen und Currywurst – das passt besser zum Golf als die Berlinale People’s Night, laut des Filmbranchenblatts Variety „one of the fest’s hottest parties“, die in diesem Jahr kurzfristig abgesagt wurde, da VW seine Unterstützung dafür zurückzog.

Was lernen wir daraus?  

“Bits wollen frei sein!” Nr. 2: Digital Film Camp

Ganz anders als bei der Republica ging es beim ersten digitalen Film Camp in Berlin zu, dass am 17.04. in der Homebase stattfand. Statt des wohligen Wir-aufrechten-Kämpfer-für-Creative-Commons-und-weltweite-Redefreiheit-Gefühls, plagten die Runde Zweifel und Unsicherheit. Woher soll das Geld für die nächste Produktion kommen, wenn der aktuelle Film kostenlos im Netz zu haben ist? Welche Vorbilder gibt es für den kreativen Einsatz von online Marketing für Europäische low-budget Filme?

Konkrete Antworten gab es nicht beim Digital Film Camp. Doch erhielt man ein sehr gutes Stimmungsbild, was die Filmbranche gerade bewegt. Alle wissen, dass sie sich wohl irgendwie mit dem Internetz auseinander setzen müssen, dass es mindestens als Marketing- und Vertriebsplattform viele Chancen bieten kann. Aber wie diese genau genutzt werden können oder wie man das Netz gar kreativ einsetzen kann, um mit filmischen Mitteln eine Geschichte zu erzählen, darüber herrschte große Ratlosigkeit.

Die Themenbandbreite war spannend:

//Marketing und Distribution für Filme über das Internet
//Produktion für das digitale 3D-Kino
//Schrecklich erfolgreiche Videos auf Youtube
//Live Cinema (non-lineare Filme performed von VJs)
//Filmvermarktung in der virtuellen 3D-Welt Twinity

Richtig hitzig wurde die Debatte erst bei der von Tillmann Allmer, Sven Assmann und meiner Wenigkeit moderierten Diskussion zu Vermarktungsstrategien für Filme im Netz. Die Position „Unter keinen Umständen irgendwelche Rechte am filmischen Werk zur Verfügung stellen“ traf auf „Bits wollen frei sein!“ und „Embrace it or die!“ Statements. Die künftigen Verhältnisse werden sich wohl irgendwo zwischen diesen Polen einpendeln.  

“Bits wollen frei sein!” Nr. 1: Republica 09

Zeitnahe Besprechungen von Veranstaltungen sind meine Sache nicht und so gibt es mal wieder Wooooooochen später eine kleine Nachlese zur Republica 09. Die zum ersten Digital Film (Bar)Camp in Berlin folgt in Kürze.

Die Republica ist rasant von einem gemütlichen Treffen von Insidern anno 2007 zu einer auch in den „alten“ Medien viel beachteten Konferenz mit 1500 Teilnehmern in diesem Jahr gewachsen. Wie bei jeder Konferenz gab es gute und grottige Vorträge und dann noch einige echte Höhepunkte (siehe Zitate, Kommentare und Linkls weiter unten).

Ich habe viel darüber nachgedacht, worin der spezifische Wert dieser Konferenz besteht. Letztlich ist es wie bei allen guten Veranstaltungen dieser Art: der allergrößte Wert ist die Vernetzung realer Menschen unter einem realen Dach. Bei einer Bloggerkonferenz führt das zu dem unterhaltsamen Phänomen, dass man unerwartet mit Menschen an der Bar steht und diese nur anhand ihres Namensbadges als jemanden erkennt, mit dem man sich schon des öfteren per Blogkommentar, Mail u.ä. ausgetauscht hat. Hat mehrfach zu lustigen Begegnungen geführt ;-)

Für mich völlig überraschend war das erstaunlich starke und wohlige Gefühl, sich in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten real zu tummeln, einer Gemeinschaft von Leuten, die die gleichen Interessen und Anliegen als Netzbürger haben wie icke. Wie bei jeder Gemeinschaft haben solche Versammlungen auch den Zweck, sich in den eigenen Überzeugungen durch Rituale zu bestärken. Überspritzt formuliert: die Twitterwall und das Netbook auf dem Schoß als gemeinschaftsstiftende Elemente der Blogosphäre. Plötzlich fühlt man sich zu einer kulturellen und gesellschaftlichen Avantgarde gehörig, nur weil man Creative Commons für eine kluge Idee hält und das Verhalten der Musik- und Filmindustrie als einschneidende Beschränkung unserer Kultur betrachtet. Als jemand, der hauptberuflich in der Filmbranche arbeitet, ist das ein sehr widersprüchliches Gefühlt…

Alle Vorträge wurden live gestreamt und können auch im Nachhinein bei make.tv angeschaut werden. Hier eine kleine Auswahl und ein paar Zitate von den Veranstaltungen.

Mein absoluter Favorit war Lawrence Lessings Vortrag.