Jennifer Hoffmann

Kulturmarketing und Weiterbildung im digitalen Zeitalter

Wie ich lerne: im Netz 1.0, 2.0 und mit Notizbuch

Juli 17th, 2008 · 2 Kommentare

Seit April nehme ich an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin an einem Kurs namens Gamebased E-Video teil. Ja, auch ich konnte mir so recht nichts drunter vorstellen. Aber es ging um Weiterbildung, um e-Learning und das Web2.0, Video/Film und natürlich Spiele - allesamt Themen, die mich interessieren und so habe ich mich dafür eingeschrieben.

Folgenreich ist die Teilnahme schon nach 3 Monaten, da ich meine Arbeitsorganisation komplett umgestellt habe. Ich kann nicht mehr ohne Netvibes sein, da ich jeden morgen (und meist noch mal mittags und kurz vor Verlassen des Büros) meine Netvibes-Seite nach neuen Infos scanne, Webseiten links liegen lasse, die keinen RSS-Feed anbieten und meine anfangs nur spärlich genutzte Delicious-Sammlung jetzt täglich wächst, gefüttert aus den Feeds in Netvibes und über Google Alerts.

Einige Kursteilnehmer haben ihr “Personal Learning Environment” versucht zu visualisieren. Bei EdTechPost gibt es eine teils interessante, teils unterhaltsame Sammlung von Visualisierungsversuchen anderer. Maike, Andrea und Anja haben ihre auch schon veröffentlicht. Eingangs nun also meine Darstellung welche Hilfsmittel mir beim Lernen wofür nutzen.

Für mich war die Reflektion über meine tägliche Arbeits-/Lernorganisation in zweierlei Hinsicht sehr aufschlussreich.

So gar nicht Web2.0

Interessant fand ich die Erkenntnis, dass die eingesetzten Werkzeuge immer altmodischer werden je intensiver die Auseinandersetzung mit bestimmten Inhalten wird. Mein kleines schwarzes Notizbuch ist noch immer der wichtigste Sammeltopf für Ideen und Anregungen. Auf delicious werden interessante Netzfunde getaggt. Was im Notizbuch steht wird jedoch weiter bearbeitet. Von den Blogeinträgen mal abgesehen, sind die greifbaren Ergebnisse eines Lernprozesses meist Konzepte, Präsentationen oder ähnliches. Da hat sich seit meinen ersten Praktika in den frühen Neunzigern nichts dran geändert. Das jedoch ist wohl dem Wesen meiner Arbeit geschuldet, wo es zumeist um Konzepte oder ähnliches geht, die proprietär sind und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Nachholbedarf

Außerdem sind mir sogleich jene Hiflsmittel aufgefallen, die bei mir wenig oder gar nicht zum Einsatz kommen. Eine ganz schön lange Liste…

  • Video. Als täglich genutzte Ressource kommt das noch gar nicht bei mir vor. Da ich künftig sowohl für Lern- als auch Marketingzwecke mehr Video berufsmässig einsetzen möchte, gehört das ganz nach oben auf die Agenda.
  • Mobile. Obwohl mit Datentarif und WLAN-fähigem Handy versorgt, benutze ich das Handy zurzeit v.a. zum E-Mail abrufen oder gelegentlichem schnellen Nachschlagen von etwas (Kinoprogramm etc.). Das fällt nicht so richtig unter Lernen. Liegt vor allem aber auch an dem nicht sehr web-freundlichen Display.
  • Foren. Privat bin ich in einem Forum recht aktiv, doch beruflich hat sich bisher keins gefunden, dass ich als hilfreich erachte. Zurzeit klappt die gegenseitige Vernetzung über Blogs besser, auf denen dann teils recht lebhafte Diskussionen stattfinden.
  • Podcasts. Heute habe ich mir gerade den ersten Podcast vom Netz auf’s Handy gezogen, um ihn auf dem Heimweg im Zug zu hören. Ein Interview mit einem Neurologen zur Frage wie aus neurologischer Sicht der US-Präsidentschaftswahlkampf zu beurteilen ist. Eindeutig Lernkost!
  • Spiele. Zwar nicht unbedingt für den täglichen Einsatz, doch müsste ich mich damit eigentlich mehr befassen, da es für meinen Job ein Randbereich ist, der künftig wichtiger werden wird. Doch an dem “müsste ich mich eigentlich” lässt sich schon das Niveau meiner Motivation ablesen ;-)
  • Twitter. Manch einer mag denken, Twitter fehle noch auf der Skizze oben. Aber nee, 140 Zeichen sind einfach zu wenig für mich. Damit komme ich überhaupt nicht klar.

An der langen Liste lässt sich bereits ablesen, dass so ein Lernumfeld mittlerweile eine äußerst dynamische Angelegenheit geworden ist…

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Kategorien: Berufliches · Web 2.0 · weiterbildung

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Jennifer // Jul 24, 2008 at 9:35

    Hm, jetzt ist Anjas Kommentar weg. Ich hoffe, ich hab den nicht gelöscht.

    Habe die Folie noch mal als PDF hochgeladen, nun ist auch der dicke rote Strich weg und man kann sie sich in groß anschauen.

    Danke für den Friendfeed-Tipp. Das wollte ich mir auch immer mal anschauen. Nutzt Du es selbst, Christian, und wenn ja, wie sind Deine Erfahrungen damit? Hast Du dadurch andere Dienste, die Du zuvor benutztest ersetzt? Geht doch nichts über eine persönliche Empfehlung ;-)

  • 2 Christian // Jul 24, 2008 at 10:03

    Danke, jetzt passt alles mit der Folie.

    Mit FriendFeed habe ich gute Erfahrungen gemacht. Im Gegensatz zu Twitter läuft FF ohne Probleme und ist eigentlich eine Erweiterung von Twitter.

    FF aggregiert Feeds (z.B. die eigenen Blogbeiträge, aber auch andere), Bilder, Videos und eben auch Twitter.

    Außerdem hast Du die Möglichkeit, wie bei Twitter Kommentare abzugeben.

    Ein weiterer Vorteil: Du kannst eigene Themenräume einrichten, entweder für Dich alleine oder um mit anderen Links, Posts, etc. auszutauschen.

    Gewöhnungsbedürftig ist es am Anfang, dass Du, wenn Du jemanden abonnierst, auch alle Beiträge seiner/ihrer Freunde angezeigt bekommst. Je größer das Netz der Person, die Du abonniert hast, desto mehr bekommst Du zu lesen.

    Du kannst diese Funktion entweder löschen oder, was ich getan habe, Du gewöhnst Dich daran. Mittlerweile möchte ich dieses “Grundrauschen” nicht mehr missen.

    Wenn Du willst, schau es Dir einfach mal an: http://friendfeed.com/kulturmanager

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