Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen

Die Organisatoren der stART-Konferenz, die Kunst und Kultur mit den sozialen Medien zusammenbringen möchten, rufen im Vorfeld der diesjährigen Konferenz gemeinsam mit dem Kulturmanagement Network zu einer Blogparade zum Thema “Geschäftsmodelle im Web 2.0” auf. Erst mal ein herzliches Dankeschön für die gute Idee!

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In diesem Post möchte ich dafür anhand eines eigenen Projekts der Frage nachgehen, wie das Web2.0 von Kurzfilm-Produzenten genutzt werden kann, um für ihren Film eine Distribution in Kinos zu erhalten – ein Ziel, das geschätzte 95% der Produktionen nie erreichen. Warum Kurzfilm-Distribution als Thema? Weil eine Kinodistribution für Kurzfilme noch viel schwieriger zu organisieren ist als für “normale”, abendfüllende Filme. Vor allem aber, weil wir mit unserem Projekt in dieser Hinsicht neue Wege mit Hilfe des Web2.0 gegangen sind, die vielleicht auch für Projekte in anderen Kultursparten anregend sein könnten.

Vertrieb von Kurzfilmen aus Produzenten-Sicht:  altes Modell ohne “Geschäft”…

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Kurz zum Hintergrund: Neben diversen Produktionsfirmen sind es in Deutschland vor allem die Filmausbildungsstätten, an denen Kurzfilme produziert werden. Die meisten davon als Übungen, Experiemente, Versuche. Oftmals entstehen dabei kompakte Werke von hoher künstlerischer Qualität. Die während ihrer Studienzeit entstandenen (Kurz-)Filme sind die “Visitenkarte” der jungen Filmemacher, mit der sie sich später auf einem hart umkämpften Markt bewerben müssen – sei es, um eine Position als Kameramann-/frau, Regisseur, Produzent etc. zu ergattern oder um Filmfördergelder für ihre nächsten, größeren Projekte einzuwerben.

Nun gibt es in Deutschland fünf staatliche Filmhochschulen plus diverse teils private und anderweitig finanzierte Akademien. An all diesen Institutionen werden jedes Jahr unzählige Kurzfilme hergestellt, an der größten der fünf staatlichen Hochschulen, der Hochschule für Film und Fernsehen “Konrad Wolf” in Babelsberg, beispielsweise sind dies über 200 Produktionen jedes Jahr. Da konkurrieren also jährlich mehrere hundert Kurzfilme darum, eine weitere Verbreitung zu finden. Mit “weitere Verbreitung” ist vor allem das Kino, eventuell noch Fernsehen gemeint. Die Filmbranche ist traditionell und noch immer dem Netz gegenüber sehr skeptisch und beharrt auf den althergebrachten Verwertungsmustern, die kostenloses Abspielen im Internet zumeist kategorisch ablehnen. Häufig sehen die Produktionsverträge der Hochschulen vor, dass die Studierenden ihren Film nicht online zur Verfügung stellen dürfen.

Vor diesem Hintergrund erklärt sich dann auch das “alte” oder klassische Vertriebsmodell für Kurzfilme ganz fix: Die besten Kurzfilme eines Jahres werden an den Hochschulen ausgewählt und deutschland- oder teils Europa-weit bei Filmfestivals eingereicht. Wird einer der Filme in der Kurzfilmsektion eines Festivals angenommen, ist das bereits ein immenser Erfolg (hier ein Beispiel eines HFF-Animationsfilms). Gewinnt er gar einen Preis, kommt das einem Sechser im Lotto gleich, auch wenn einen das – zumindest hierzulande – nicht unbedingt reich oder berühmt machen muss. Wichtig für die jungen Filmemacher ist, dass sie die Festivalbeteiligungen in ihrer Filmographie vermerken können. Geld verdient damit niemand, in der Regel werden nicht einmal die Produktionskosten durch die Preisgelder gedeckt.

In einem Zeitalter, da Vorfilme gar nicht mehr und Kurzfilme außerhalb von Festivals kaum gezeigt werden, ist das alte Geschäftsmodell also gar kein Geschäftsmodell, sondern ein Glücksspiel mit ein wenig PR und Reputation als Hauptgewinn. Wie können da soziale Medien und das Web2.0 neue Ansätze bieten? Wie kann man also mit Hilfe der neuen Medien einen Erfolg (= Vorführung des Kurzfilms in Kinos außerhalb von spezialisierten Festivals) in einem über hunderjährigen Medium erreichen?

Einblick: der erste Real-3D-Film einer deutschen Filmhochschule

Filmplakat Topper gibt nicht auf Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen

Das offizielle Topper gibt nicht auf! Filmplakat

Wie schon eins, zwei, drei Mal berichtet, hat die HFF Babelsberg ihren ersten 3D-Film gedreht, für den die Verfasserin dieses Artikels als Producerin verantwortlich zeichnet.  TOPPER GIBT NICHT AUF! erzählt die Geschichte von Axel, der Regie studiert und die männliche Hauptrolle seines aktuellen Films mit seinem Idol Til Topper besetzt. Beim Dreh entpuppt sich Topper als arroganter Exzentriker und droht, alles hinzuschmeißen. Doch dann kommt Marleen. Sie spielt die weibliche Hauptrolle, weckt seinen Ehrgeiz und – sie ist Axels Freundin.

Selten wurde ein 25-Minüter mit einem derartigen Personalaufwand (etwa 100 Personen insgesamt in Stab und Besetzung) und so komplexer Technik an der HFF gedreht. Selten ist auch die Einbettung einer Kurzfilmproduktion in den größeren Rahmen eines vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekts (www.prime3d.de). Selten gut war auch das Timing für das Projekt: Drehbeginn war im November 2009, genau einen Monat vor der Europa-Premiere von AVATAR und so konnte unsere kleine 3D-Produktion auf der ganz großen Cameron-3D-Welle mitreiten. Eine echte Ausnahme ist das Genre dieses Films: Bisher gab es in 3D nur Action, Thriller, Horror, Family-Entertainment, Sci-Fi etc. zu sehen, aber keine Tragikomödie – und schon gar nicht eine über einen alternden 80’er Jahre Actionstar gespielt von Claude-Oliver Rudolph. Außerdem gab es auch noch einen “Wir sind die ersten!”-Erfolg zu verbuchen. Bisher gab es von deutschen Filmhochschulen “nur” Animationsfilme in 3D, die mit wesentlich geringerem technischen Aufwand zu realisieren sind als sogenannte Realfilme mit echten Schauspielern, Sets etc., oder aber nur ganz kurze Real-3D-Film-Versuche. Da war Topper die erste große Produktion deutschlandweit! Bemerkenswert ist auch die hochkarätige Besetzung mit Bond-Bösewicht Claude-Oliver Rudolph, Polizeiruf 110-Kommissarn Anna-Maria Sturm und Maximilian Vollmar, der schon an Jürgen Vogels Seite in DIE WELLE gespielt hat. Und dann war da noch ein talentiertes und außergewöhnlich motiviertes studentisches Produktionsteam, das erkannte, dass es hier ein echtes Ausnahmeprodukt von Kurzfilm sein Eigen nennen durfte, mit dem es zwar ganz sicher nicht reich, aber in aller Bescheidenheit ein klitzekleinwenig berühmt werden könnte!

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Testaufnahmen mit dem 3D-Kamerarigg mit Kameramann Benjamin Raeder (links) und Stereographer Michael Laakmann (Mitte)

Marketing und Vertrieb mit Hilfe des Web2.0 für einen 3D-Kurzfilm

Mit einem Marketingbudget, das gerade so den Druck von einigen Flyern und Postern und das Mieten eines Kinos für die Premiere in Berlin erlaubte, war von Anfang an klar, dass vor allem das Netz für die Vermarktung genutzt werden sollte. Ziel war und ist es, eine möglichst große Fangemeinde für diesen Film aufzubauen, um potentiellen Verleihern zu demonstrieren, dass es Leute gibt, die diese 3D-Tragikomödie sehen möchten und dafür eine Kinokarte oder DVD/Bluray kaufen würden. Die Alleinstellungsmerkmale lagen auf der Hand: Claude-Oliver Rudolph als Hauptdarsteller und eine rein deutsche, low-budget 3D-Produktion, die mit zwei “Firsts” (die erste 3D-Tragikomödie und der erste Real-3D-Film einer deutschen Filmhochschule) aufzuwarten hatte.

Kooperation mit Moviac

Zentraler Dreh- und Angelpunkt der Kampagne ist die Kooperation mit der online Plattform moviac – Deine Wunschfilme im Kino! Seit 2009 ist Moviac bereits online und versteht sich als Angebot für alle, die ihr lokales Kinoprogramm aktiv mitgestalten wollen. Dabei steht Moviac für movie maniac – filmverrückt. Filmfans können sich mit Gleichgesinnten vernetzen und so ihren Wunschfilm in ein Kino in der Nähe bringen. Aus mehr als 2000 Filmen – Klassiker, Arthouse- und Independent-Produktionen oder eben 3D – kann die moviac-Gemeinde bereits wählen, und mehr als 150 Partnerkinos wurden in Deutschland für das Projekt gewonnen. Letztes Jahr wurde das Portal sogar mit dem Innovationspreis der Bundesregierung im Bereich Film geehrt. Der interaktive Dialog in der Kinobranche hat begonnen, der in einem Artikel bei Zeit online vor wenigen Tagen beleuchtet wurde.

Auch für Topper kann nun auf Moviac per Mausklick gestimmt werden. Stand Ende April: knapp 40 Stimmen [Nachtrag: Stand im Mai zur Filmpremiere: etwa 120 Stimmen]. Angesichts dessen, dass bisher etwa 3900 Filmwünsche bei Moviac insgesamt eingegangen sind, wir also etwa 1% der Gesamtstimmen auf der Plattform haben, finde ich das durchaus akzeptabel.
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Seitenblick

Außerhalb Deutschlands gibt es bereits einige Beispiele für Filme, die mit einer ähnlichen Strategie erfolgreich vertrieben wurden. Am bekanntesten ist der Klimafilm AGE OF STUPID, für den extra die Plattform Indie Screenings gegründet und programmiert wurde. Nach eigenen Angaben haben die beiden Filmemacherinnen mit den Vorführungen allein 110.000 GBP umgesetzt. Indie Screenings kann vor allem für die Organisation von Vorführungen außerhalb von Kinos, also z.B. in Schulen, Kirchen, daheim oder sonst wo, genutzt werden. Im Katalog sind einige ausgewählte Dokumentarfilme verzeichnet. Aufgrund eines Relaunches im Juni liegt die Seite allerdings gerade etwas brach. Ein weiteres Beispiel sind die finnischen Macher von IRONSKY, über deren Web2.0 Marketing-Kampagne ich bereits berichtet habe. Sie haben auf ähnliche Weise 7.500 Stimmen für künftige Vorführungen ihres noch in der Produktion befindlichen Films gesammelt.

Eine Kooperation mit Moviac zu vereinbaren ist schon eine feine Sache, doch hilft einem das gar nicht, wenn niemand für den eigenen Film dort stimmt. Deshalb musste auch für Topper eine kreative Marketing-Kampagne her. Angesichts des bereits erwähnten geringen Marketingbudgets und der Konzentration auf online Medien wollten wir aber noch einen Schritt über die üblichen Facebook-Fanpages, Produktionstweets etc. hinaus gehen. Statt dessen entschieden wir uns dafür, die Geschichte des Films im Web weiter zu führen. In Neudeutsch heißt so was jetzt crossmediale Stoffentwicklung. Darin liegt meines Erachtens ein großes kreatives Potential, das gerade von Kunst- und Kulturprojekten aller Coulour in Verbindung mit online und mobilen Medien noch viel zu wenig genutzt wird.

Die Weiterführung der Topper-Geschichte im Netz…

Til Topper lebt und ist echt! Das war das Credo unserer Kampagne. Dafür wurde unter www.tiltopper.de eine Website für unseren Hauptprotagonisten kreiert, die Infos zu seinen früheren Filmerfolgen enthält. Topper hat ein Facebook-Profil und twittert täglich Geschichten von den Drehschauplätzen der Welt. Auch haben wir bei Wikipedia eine Biographie für ihn angelegt, doch die wurde mit dem Hinweis “Unsinn” innerhalb weniger Stunden gelöscht. Schade eigentlich icon wink Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen Die Plots zu den früheren Filmen, die wirklich großartige Topper-Biographie (nachzulesen hier) und die tägliche Twitter-Dosis Wahnsinn von den Sets der Topper-Actionfilme werden von Drehbuchautor Florian Haweman geschrieben. Den Toppertwitter kann ich übrigens nur wärmsten empfehlen, mir erhellt er regelmäßig meinen manchmal etwas grauen Arbeitsalltag!

Der 3D-Dreh und die Postproduktionsphase wurden von einem kleinen Making-of-Team begleitet, das weit mehr gutes Material sammelte, als in dem 15-minütigen Making of verwendet werden konnte. Deshalb entschloss sich Produktions- und Marketingleiter Paul Andexel, daraus sogenannte Featurettes – oder auch gerne Topperettes genannt – zu bauen, die auf  Youtube und der Topper-Website einen Blick hinter die Kulissen dieser Produktion erlauben. Mehrmals pro Woche werden Interviews oder Featurettes zu einem bestimmten Thema veröffentlicht.

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Regisseur Félix Koch hat vor seinem HFF-Studium u.a. das Merchandising für Bernd das Brot gemacht und somit viel Erfahrung in der Gestaltung von Plakaten etc. So stammt das gesamte Artwork für TOPPER GIBT NICHT AUF als auch für die früheren Actionfilme Til Toppers aus seiner Feder. Das Drehbuch sieht am Anfang des Films eine Montagesequenz alter Topper-Filmplakate vor. Sowohl der Regisseur als auch der Hauptdarsteller haben einen Faible für alte Actionfilmplakate und so war es ein Leichtes für Félix, Claude-Oliver Rudolph zu einer Fotosession vor Greenscreen für diese Intro-Montagsequenz zu überreden. Daraus ist u.a. das “Operation Kobra”-Plakat entstanden, das wir alle so gut fanden, dass wir es im Zuge der “Topper ist wirklich echt”-Kampagne drucken ließen. Mit diesen Materialien wurde dann auch die Til Topper Website bestückt.

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www.topper3.de Screenshot

All diese Aktivitäten werden auf der www.topper3.de Website zusammengeführt. Hier gibt es Links zu allem zuvor genannten Content, regelmäßige Blogeinträge, Gewinnspiele, aktuelle Informationen zum Fortgang der Produktion etc.

… in Kombination mit klassischer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Drei Pressemitteilungen wurden zu Topper veröffentlicht und über den Hochschul-Presseverteiler als auch einen eigenen Verteiler, den das Team aufgebaut hat, versendet. Die erste Mitteilung war eine Einladung zum Pressegespräch am vorletzten Tag der Dreharbeiten mit Besuch des Sets, wo Darsteller und Crew zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung standen und die 3D-Kameratechnik aufgebaut war. Die Resonanz war sehr positiv und etwa ein Dutzend Pressevertreter erschienen, darunter auch ein Journalist für die ddp-Presseagentur. Dank der ddp-Meldung wurde in sämtlichen regionalen als auch vielen überregionalen Tageszeitungen und online Nachrichten-Portalen über den Topper-Dreh berichtet. Ursprünglich war die Wahl des Drehtermins in der zweiten Novemberhälfte vor allem der Raumbelegung des großen HFF-Studios geschuldet gewesen, wo dies der fast einzige freie Termin für uns war. Aus Marketingsicht erwies sich dieser aber als perfektes Timing, da er – wie bereits erwähnt – nur wenige Wochen vor der AVATAR-Premiere lag und sämtliche Medien zu dem Zeitpunkt besonders sensibilisiert waren für das 3D-Thema. Dies muss man ehrlicherweise einräumen angesichts der wirklich überwältigenden Resonanz, die unser Projekt in den alten Medien fand – schließlich ist Topper auch nur einer von hunderten studentischer Kurzfilme des Jahres 2009/2010.

Trotz dieser Einschränkung haben wir aber auch vieles richtig gemacht bei der Pressearbeit: Wir haben ein professionelles Presskit mit allen Informationen und Bildern zusammengestellt, haben viel Arbeit in den Verteileraufbau gesteckt, hatten einen Standfotografen dabei, der die Dreharbeiten begleitet hat, so dass wir gutes Fotomaterial vom Film als auch den Filmarbeiten selbst anzubieten hatten, wir haben die Alleinstellungsmerkmale schlüssig und auch für Laien nachvollziehbar kommuniziert.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass wir natürlich nicht nur die Holzmedien mit Informationen versorgten, sondern bevorzugt auch Webseiten und Blogs, die sich auf das Thema Film spezialisiert haben. Besonders hervorzuheben ist die mittlerweile freundschaftliche Partnerschaft mit Gerold Marks von der Digitalen Leinwand, dem mit Abstand wichtigsten Blog zum Thema Kino, Digitalisierung des Kinos und 3D in Deutschland. Gerold hat uns den Kontakt zu Moviac vermittelt, hat regelmäßig über Topper berichtet – und das auch noch ausführlich und ohne sachliche Fehler in den Artikeln (im Gegensatz zu einigen haarsträubenden Fehlern in der Berichterstattung mancher Tageszeitung). Mit über 350.000 Besuchern im ersten Jahr des Blog-Bestehens ist die digitale Leinwand der wichtigste Multiplikator für uns. Dort werden übrigens anläßlich des ersten Geburtstags der Digitalen Leinwand Karten für die Topper-Premiere verlost!

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Regisseur Félix Koch beim Werkstatt-Gespräch beim Sehsüchte Festival 2010

Auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit waren wir rührig: Zur Berlinale 2010 gab es in einer 50-er Auflage DVDs mit einem ersten Trailer (in anaglyph 3D), “Operation Kobra” Flyer und Postkarten.  Mindestens einer vom Team war bei allen einschlägigen 3D-Veranstaltungen, die während der Berlinale stattfanden, als auch bei Empfängen, die von unseren Partnern veranstaltet wurden, anwesend und hat dort Netzwerkarbeit geleistet und das Marketingmaterial verteilt. Schon während der Berlinale wurden Kontakte zu potentiellen Verleihern gesucht, der Presseverteiler erweitert etc. Auch bei allen anderen Veranstaltungen, die in der Hauptstadtregion seit Oktober letzten Jahres zu 3D stattgefunden haben, war immer mindestens einer von uns dabei. Dank der Kombination dieser Maßnahmen ist unsere Produktion mittlerweile in der Branche recht bekannt.

Ausblick

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Setfoto mit den Hauptdarstellern Maximilian Vollmar, Anna-Maria Sturm, Claude-Oliver Rudolph

Nun liegt die Deadline für diese Blogparade vor dem Premierentermin. Deshalb kann jetzt für Topper noch nicht berichtet werden, ob die neuen Medien erfolgreich eingesetzt werden konnten, um aus den Reihen der alten Medien einen Verleih für Topper zu finden. Auf diesem Blog wird das Ergebnis unserer Bemühungen selbstverständlich nachgereicht werden! Angesichts der für einen Kurzfilm sehr schwierigen Länge von 25 Minuten bin ich da eher pessimistisch. Da er als Vorfilm zu lang ist, wäre die einzige Möglichkeit eine Art “Packaging” mit anderen 3D-Kurzfilmen. Aber vielleicht schaffen wir es ja auf Moviac genug Stimmen zu erhalten, um neben der Premiere noch ein, zwei oder gar drei Vorführungen des Films in 3D für ein Publikum außerhalb unserer eigenen Hochschule zu organisieren. Das wäre dann tatsächlich ein großer Erfolg aus meiner Sicht! Topper ist ganz sicher ein Nischenprodukt, für den eine Plattform wie Moviac auch nur begrenzt etwas erreichen kann. Hat man jedoch einen Film, der eine größere Publikumsnische bedient wie die genannten Beispiele AGE OF STUPID oder IRON SKY, dann lässt sich in Verbindung mit einer Web2.0-Kampagne und einem Portal wie Moviac sicherlich eine stattliche Anzahl von Vorführungen arrangieren.

Ähnliche Ansätze gibt es in der Musikbranche natürlich schon viel länger, aber für Film und Kino ist das noch sehr neu und gerade im Experimentierstadium. Mir ist in Deutschland außer Topper kein anderer Film bekannt, der noch während der Produktionszeit versucht hat, Stimmen für eine Vorführung vor Ort in lokalen Kinos zu sammeln. Für die Mehrheit der Filmproduktionen wird das auch künftig nicht der heilige Gral sein, aber für spezielle Produktionen wie die unserige lässt sich damit sicherlich mehr erreichen, als in halb Berlin zu plakatieren. Von Geschäftsmodell kann schon mal gar nicht die Rede sein. Doch fairerweise sollte man berücksichtigen, dass das für den Großteil der deutschen Filmbranche gilt, die ohne massive staatliche Filmförderung nämlich auch kein Geschäftsmodell vorzuweisen hätte. Aber das ist eine ganz andere Geschichte… Ich für meinen Teil würde mich jedenfalls freuen, wenn man auf den Filmographien des Filmnachwuchses künftig nicht nur die Festivalbeteiligungen verzeichnet finden würde, sondern auch die durch online Voting initiierten Publikumsvorführungen!

Alle Bilder: Cristian Pirjol oder Benjamin Raeder für HFF”Konrad Wolf”/ Topper gibt nicht auf! www.topper3.de

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