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	<title>Kultur // Film // Marketing im Internetz</title>
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	<description>Kulturmarketing und Film im digitalen Zeitalter // Ein Blog von Jennifer Hoffmann</description>
	<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 18:29:25 +0000</pubDate>
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		<title>Fallstudie Filmmarketing in sozialen Netzwerken, Teil 2: Die IRON SKY Fanpyramide</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 18:29:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[[en]The second part of the analysis of the IRON SKY marketing. This blog post attempts a categorisation of the potential audience for a movie and how they interact with a film online and via social media.[de]&#8220;Nazis auf dem Mond - Space Nazis on the Moon!&#8221; Ein Zeitungsjunge in Tweedhose und mit Schieberm&#252;tze steht  vor dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bb-post-separator"><strong>[en]</strong></p><div class="other-excerpt" lang="en"><p class="oe-first-child">The second part of the analysis of the IRON SKY marketing. This blog post attempts a categorisation of the potential audience for a movie and how they interact with a film online and via social media.</p></div><p class="bb-post-separator"><strong>[de]</strong></p><p><a href="http://www.ironsky.net/thetruthtoday/"><img class="size-full wp-image-297 alignleft" title="The Truth Today online" src="http://www.jenniferhoffmann.com/wp-content/uploads/truthtodayonline.jpg" alt="The Truth Today online" width="400" height="330" /></a>&#8220;Nazis auf dem Mond - Space Nazis on the Moon!&#8221; Ein Zeitungsjunge in Tweedhose und mit Schieberm&#252;tze steht  vor dem Martin-Gropius-Bau, wo der European Filmmarket abgehalten wird, und verteilt eine Zeitung namens &#8220;The Truth&#8221;. Ich lasse mir ein Exemplar von ihm geben und tats&#228;chlich, da steht was von Nazis auf dem Mond. Die Zeitung sieht ziemlich selbst gemacht aus, auf den vier Seiten finden sich lauter Artikel, an denen Leute offensichtlich viel Spa&#223; beim Schreiben hatten (z.B. &#8220;German Biologist killed in Freak Accident by Extinct Bird&#8221;). Wieder daheim, google ich sogleich nach den Spacenazis. Das war zur Berlinale 2009 und so habe ich zum ersten Mal von dem Filmprojekt <a title="IRON SKY" href="http://www.ironsky.net" target="_blank">IRON SKY</a> erfahren. Der Humor der Website trifft den meinen, die &#196;sthetik finde ich passend und sehr unterhaltsam. Insgesamt unterscheidet sich die Website deutlich von den g&#228;ngigen Filmseiten. So kaufe ich zwar keine Kriegsanleihen (f&#252;r 50€ bekommt man eine DVD von dem noch zu drehenden Film, Poster und einige andere Merchandise-Artikel und hilft gleichzeitig dem Team mit der Finanzierung der Produktion), recherchiere jedoch ein wenig den Hintergrund des Teams, wie in <a title="Filmmarketing IRON SKY" href="http://www.jenniferhoffmann.com/2010/02/26/fallstudie-filmmarketing-in-sozialen-netzwerken-teil-1-die-kommunikationskanaele-von-iron-sky/">Teil 1 des Artikels &#252;ber das Marketing von IRON SKY</a> beschrieben.  Im ersten Teil des Artikels habe ich die verschiedenen Kommunikationskan&#228;le und wie diese vom IRON SKY-Team genutzt werden, beleuchtet. Heute soll es darum gehen, wie sich das nun aus der Sicht des Publikums darstellt.</p>
<h3>Aus Neugierigen werden Fans</h3>
<p>Eines der h&#228;ufig genutzten, aber grob vereinfachenden Modelle, um die Aktivit&#228;ten von Leuten in sozialen Netzwerken zu beschreiben, ist das Pyramidenmodell. Jeweils 10% der Nutzer von einer Ebene schaffen es auf die n&#228;chst h&#246;here. Je weiter man nach oben in die immer d&#252;nner werdende Spitze gelangt, desto h&#246;her die Aktivit&#228;t und das Engagement der Nutzer. Die breite Basis der Pyramide wird von rein passiven, nur mitlesende Menschen gebildet. So weit, so offensichtlich.</p>
<p>Gut dargestellt wurde das z.B. von den Damen und Herren bei <a title="Technology in the Arts Blog" href="http://technologyinthearts.org/" target="_blank">Technology in the Arts</a>, wie in einer k&#252;rzlich <a title="Technology in the Arts: Presentation Social Media in Theory and in the Field" href="http://www.slideshare.net/CAMT/social-media-in-theory-and-in-the-field-camt" target="_blank">ver&#246;ffentlichten Pr&#228;sentation</a> zu sehen ist. In Anlehnung an deren Modell und Darstellung habe ich versucht, deren Pyramide auf das Filmmarketing und den speziellen Fall von IRON SKY zu &#252;bertragen. Da Filmkritiken ja auch immer diese uns&#228;glichen 1 bis 5 Sterne Bewertungen haben, dachte ich, dass es ganz passend w&#228;re, die verschiedenen Fanebenen entsprechend einzuteilen und zu beschreiben. Die englischen Begriffe in Klammern weisen auf die von Technology in the Arts verwendeten Kategorien hin.</p>
<p>Also, mit der Ausgabe von &#8220;The Truth&#8221; in der Hand vor einem Jahr fing ich als 1-Sterne-Besucherin an.</p>
<div id="__ss_3427689" style="width: 425px;"><strong style="display:block;margin:12px 0 4px"><a title="Social Media Food Pyramid" href="http://www.slideshare.net/Jennifer_Hoffmann/social-media-food-pyramid">Social Media Food Pyramid</a></strong><object width="425" height="355" data="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=100307socialmediafoodpyramid-100314111155-phpapp02&amp;rel=0&amp;stripped_title=social-media-food-pyramid" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=100307socialmediafoodpyramid-100314111155-phpapp02&amp;rel=0&amp;stripped_title=social-media-food-pyramid" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<div style="padding:5px 0 12px">View more <a href="http://www.slideshare.net/">presentations</a> from <a href="http://www.slideshare.net/Jennifer_Hoffmann">Jennifer_Hoffmann</a>.</div>
</div>
<p><span class="status-body"><span class="entry-content"><strong>1 Stern -  einmalige Besucher </strong>(&#8221;Spectator&#8221;): </span></span><span class="status-body"><span class="entry-content">Irgendwie h&#246;rt man was von diesem Projekt - entweder, weil man in der Facebook-Status-Leiste sieht, das ein Freund jetzt Fan von IRON SKY ist, oder man erh&#228;lt den Link zur Website gemailt (so wie ich das dann sogleich nach dem ersten Googlen getan habe und damit auf die Ebenen 2 und 3 der Pyramide empor kletterte). Man schaut sich  vielleicht den Teaser an, schaut sich kurz auf der Website um und informiert  sich &#252;ber den geplanten Film. Alexa weist aus, dass etwa 20% der  Ironsky-Website-Besucher &#252;ber eine Suchmaschine dorthin gelangen  (Suchbegriffe ironsky oder moon nazis). Youtube weist &#252;ber eine Million  Views f&#252;r den Teaser aus, der Einfachheit halber - und damit extrem  niedrig angesetzt - nehmen wir diese Zahl als Basis f&#252;r die Pyramide:  1.000.000</span></span><strong>.</strong></p>
<p><span class="status-body"><span class="entry-content"><strong>Der 2 Sterne  registrierte Fan</strong> (&#8221;Joiner): Von dieser Masse an Leuten werden 10% etwas  aktiver, indem sie beispielsweise Fan von Ironsky auf Facebook oder  Twitter werden. Diejenigen, die sich &#252;ber eines der sozialen Netzwerke  mit Ironsky verbinden, k&#246;nnen dann tats&#228;chlich schon als Fans bezeichnet  werden. Sie erhalten mindestens alle ein bis zwei Wochen Updates &#252;ber  die Entwicklung der Filmproduktion und werden, wenn der Film in die  Kinos kommt, bereits mit den Hauptcharakteren und dem Plot vertraut  sein. Wenn ich mich bewu&#223;t daf&#252;r entscheide, &#252;ber 6 Monate oder gar 2  Jahre die Entwicklung einer Filmproduktion zu verfolgen, ist die  Wahrscheinlichkeit doch sehr hoch, dass ich dann am Ende auch ins Kino  gehe, wenn der Film endlich distribuiert wird (geplanter Filmstart f&#252;r IRON SKY ist in 2011). Hier scheinen mir  die 10% allerdings sehr hoch gegriffen, da sich die Summe der  Abonnenten, Follower etc. auf den diversen Plattformen auf etwa 14.000 (ohne Flickr) bel&#228;uft, also eher 1-2% ausmacht. Wie die weiteren Zahlen zeigen werden, ist der Schwund vom 1-Sterne zum 2-Sterne-Fan am gr&#246;&#223;ten.</span></span></p>
<p><span class="status-body"><span class="entry-content"><strong>Der 3 Sterne  bewertende &amp; kommentierende Fan </strong>(&#8221;Collectors &amp; Critics&#8221;): Von diesen registrierten Fans  werden wiederum ca. 10% mal einen Kommentar hinterlassen, f&#252;r ein  k&#252;nftiges  Screening in der eigenen Stadt abstimmen, eine Video-  oder  Fotobewertung auf Youtube/Flickr abgeben und ganz sicher auch  ihren Freunden von diesem neuen Filmprojekt berichten. Das geschieht dann, indem ein  Link zum Teaser, zur Website oder &#228;hnlichem verschickt wird. Auf der IRON SKY Website kann man f&#252;r eine Vorf&#252;hrung des Films in der eigenen Stadt stimmen, etwa 4.000 Leute haben das getan. Bei Facebook habe ich mir mal alle Profileintr&#228;ge angeschaut, die ohne weiter zu klicken zu sehen sind und ausgerechnet, wieviele Kommentare im Durchschnitt hinterlassen werden (11 Kommentare pro Eintrag bei knapp 9.000 Fans). Zwischen 22.12. und 05.03. wurde durchschnittlich alle 2,6 Tage ein neuer Post bei Facebook ver&#246;ffentlicht, dieser jeweils 11 mal kommentiert, macht auf&#8217;s Jahr gerechnet 1.500 Kommentare, aber eben nat&#252;rlich nicht von 1.500 verschiedene Leuten. Wenn man nun allerdings noch die &#8220;Find ich gut&#8221;-Bewertungen bei Facebook und s&#228;mtliche Bewertungen bei anderen Netzwerken, Abstimmungen f&#252;r Filmvorf&#252;hrungen etc. dazu addiert, liegen wir grob gesch&#228;tzt irgendwo zwischen 20% und 40%.</span></span></p>
<p><span class="status-body"><span class="entry-content"><strong>Der 4 Sterne  Aktivfan </strong>(&#8221;Creator&#8221;): Hier wird meiner Meinung nach eine wichtige Schwelle  &#252;berschritten: aus einem passiven, &#8220;nur interessierten&#8221; Fan wird jemand,  der </span></span><span class="status-body"><span class="entry-content">irgendwie </span></span><span class="status-body"><span class="entry-content">aktiv  werden m&#246;chte und ein besonders hohes Interesse an dem Film hat. Das k&#246;nnen  diejenigen sein, die Kriegsanleihen oder Merchandise kaufen und/oder  regelm&#228;&#223;ig Tweets von Energia retweeten oder auf ihrem Blog immer mal  wieder dar&#252;ber berichten oder dorthin verlinken. Das sind diejenigen,  die auf jeden Fall selbst ein Kinoticket kaufen werden. Aber der 4 Sterne-Fan fungiert auch als Multiplikator, indem er aktiv andere auf den Film aufmerksam macht. </span></span><span class="status-body"><span class="entry-content">Letztlich kann  sich  eine Filmproduktion nur &#252;ber verkaufte Kinotickets und DVDs   refinanzieren, insofern ist der 4 Sterne Fan in zweifacher Hinsicht besonders wichtig: als potentieller Kinobesucher und als Multiplikator. </span></span><span class="status-body"><span class="entry-content">Bei der Google-Blog-Suche findet man derzeit etwa 15.000 Treffer f&#252;r Ironsky, davon sind etwa 30% nicht relevant, macht etwa 10.500 Blogeintr&#228;ge. Bisher habe ich noch keinen Weg gefunden, wie man die Anzahl von Tweets herausfinden kann zu bestimmten Themen / Hashtags (Nachhilfe ist gerne willkommen!). Aber auch ohne Tweets zeigen die 10.500 Blogeintr&#228;ge, dass das 10% Modell hier schon &#252;berhaupt nicht mehr zutrifft&#8230;<br />
</span></span></p>
<p><span class="status-body"><span class="entry-content"><strong>Der 5 Sterne  Mitmachfan </strong>(&#8221;Collaborator&#8221;): die K&#246;nigsklasse, die besonders gepflegt werden sollte,  die aber auch zum harschen Kritiker werden kann. Das sind Menschen, die  sich nicht nur f&#252;r den Film interessieren, sondern sich auf irgendeine  Weise damit identifizieren und diesen aktiv mitgestalten m&#246;chten, so man  sie l&#228;sst. Im Nachgang zu ihrem ersten Film &#8220;Starwreck&#8221; haben die  Finnen die Plattform <a title="Wreck a movie" href="http://www.wreckamovie.com/" target="_blank">Wreckamovie </a>gemeinsam  mit einer Partner-Firma entwickelt. Wreckamovie versteht sich als kollaborative  Filmproduktionsplattform. Iron Sky ist einer der dort  eingetragenen Filme, und &#252;ber diese Plattform werden die Fans immer  wieder zum Mitmachen aufgefordert. Daf&#252;r werden Aufgaben / Tasks bei  Wreckamovie gepostet: Mal werden Statisten gesucht, mal gibt es  Recherche-Auftr&#228;ge aus dem Art Department: wie sehen die Einschlagl&#246;cher  von gew&#246;hnlicher Munition in Metall aus oder Anregungen und Bilder  werden gesucht, wie die Explosion eines mit &#8220;Helium 3&#8243; (einem fiktiven  Antriebsmittel) betriebenen Raumschiffs aussehen k&#246;nnte. Auch die eingangs erw&#228;hnte  Zeitschrift &#8220;The Truth&#8221; wurde &#252;ber Wreckamovie entwickelt. Titel und  Logo der Zeitung waren von den Fans gestaltet worden, ebenso schrieben  sie diverse Artikel. Wreckamovie weist 1.400 Mitglieder f&#252;r die IRON SKY Produktion aus (auch da liegen wir also deutlich &#252;ber den 10%). Eine andere beliebte Variante, um Fans einzubinden und auch ihnen etwas zur&#252;ck zu geben sind Remixe. Man stellt Musik- oder Videomaterial bereit und bittet die Fans darum, daraus etwas neues zu bauen. Vom IRON SKY Trailer finden sich immerhin 44 Remixe in der entsprechenden Playlist von <a title="IRON SKY Youtube Kanal" href="http://www.youtube.com/user/energiaproductions#" target="_blank">Energia Productions</a>.<br />
</span></span></p>
<p><span class="status-body"><span class="entry-content">Noch ein Wort  zu den 5-Sterne-Fans aus denen manchmal Kritiker werden: Bei Starwreck  haben mehrere Tausend Leute Raumschiffmodelle entworfen, CGI-Effekte  gebastelt, 30 Sprachversionen &#252;bersetzt usw. Vor allem als Tribut und  Dank an die &#252;berw&#228;ltigende Unterst&#252;tzung der Fans wurde Starwreck  kostenlos zum Download ins Netz gestellt und wurde so zum meist  gesehenen finnischen Film aller Zeiten. Doch f&#252;r Ironsky hatten die  Macher andere Ambitionen. Dieses Mal wollten sie eine gro&#223;e  Filmproduktion auf die Beine stellen. Zur Finanzierung dieses vier bis  f&#252;nf Millionen Euro Unterfangens wurden Produzenten an Board geholt,  Filmf&#246;rderung beantragt usw. Deshalb ist klar, dass Ironsky nicht zum  kostenlosen Download angeboten werden wird. Dar&#252;ber sind eine ganze  Reihe von Starwreck-Fans nicht besonders gl&#252;cklich, der Begriff vom  &#8220;Sellout&#8221; machte die Runde. Gerade die kollaborative Filmproduktion und  die kostenlose Verbreitung hatten Starwreck zu einem ganz besonderen  Projekt gemacht. Die Macher begegneten dieser Kritik mit Verst&#228;ndnis,  aber auch einem klaren eigenen Standpunkt: Wir wollen als Filmemacher  jetzt einen anderen Film machen, haben einen anderen qualitativen und  &#228;sthetischen Anspruch an die neue Produktion. Deshalb sind die  kollaborativen Aspekte der Ironsky-Produkion deutlich kleiner, hier sind  erfahrene Filmleute am Werk, die daf&#252;r auch bezahlt werden. Deshalb ist  dies eben auch ein Artikel &#252;ber Filmmarketing und nicht &#252;ber  kollaborative Filmproduktion.</span></span></p>
<h3>Die gr&#246;&#223;te Herausforderung: Wie werden beil&#228;ufig Interessierte zu Fans?</h3>
<p><span class="status-body"><span class="entry-content">Zu allererst gilt es festzustellen, dass diese Annahme, dass etwa 10% der Leute von einer Stufe zur n&#228;chsten wechseln, v&#246;lliger Quatsch ist. Wie die Analyse der Zahlen gezeigt hat, scheint die h&#246;chste H&#252;rde die zu sein, die Leute von Stufe 1 zu Stufe 2 zu bekommen. All jene, die zum ersten Mal auf der Filmwebsite, dem Film-Facebook-Profil, beim Filmtrailer auf Youtube landen, dazu zu bewegen, sich l&#228;nger als nur f&#252;r wenige Sekunden f&#252;r den Film zu interessieren. Wie die Analyse im <a title="Filmmarketing IRON SKY" href="http://www.jenniferhoffmann.com/2010/02/26/fallstudie-filmmarketing-in-sozialen-netzwerken-teil-1-die-kommunikationskanaele-von-iron-sky/" target="_blank">ersten Teil dieser Fallstudie</a> gezeigt hat, sind auf der Website die Links zu den Pr&#228;senzen bei sozialen Netzwerken prominent platziert, bei Facebook, Twitter und Co. ist es ohnehin einfach, gleich Fan zu werden. Diese Lehre ist also so simpel wie wesentlich: Den Interessierten muss es leicht gemacht werden, sich mit dem Film in irgendeiner Form zu verlinken (und ich muss wohl auch noch mal an das Design f&#252;r dieses Blog ran *Haare rauf*).<br />
</span></span></p>
<p><span class="status-body"><span class="entry-content">Das ist f&#252;r mich die erstaunlichste Erkenntnis dieser Analyse: Wie viele Menschen bereit sind, Zeit, Hirnschmalz, Kreativit&#228;t f&#252;r einen Film anderer Leute aufzuwenden. </span></span><span class="status-body"><span class="entry-content">Wenn man sie einmal f&#252;r das eigenen Projekt gewonnen hat, dann sollte man ihnen so viele  verschiedene M&#246;glichkeiten, wie einem nur einfallen, bieten, um in irgendeiner Form aktiv zu werden.  Der eigenen Kreativit&#228;t und der der Fans sind dabei keine Grenzen  gesetzt!</span></span></p>
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		<title>&#8220;Mehr 3D-Effekte als Avatar&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Mar 2010 15:08:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Wie berichtet, arbeiten Studierende der Hochschule f&#252;r Film und Fernsehen &#8220;Konrad Wolf&#8221; Babelsberg am ersten Real-3D-Film einer deutschen Filmhochschule. &#8220;Topper gibt nicht auf!&#8221; ist derzeit in den letzten Z&#252;gen der Postproduktion und wird am 26.03. seine Erstauff&#252;hrung bei der internationalen Fachkonferenz INSIGHT OUT / HFF Academy haben. Die Premiere gibt es dann im April in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="Topper-Plakat" src="http://farm3.static.flickr.com/2751/4368783542_cd5c9d2bcc.jpg" alt="" width="300" height="400" />Wie <a title="Topper Ank&#252;ndigung" href="http://www.jenniferhoffmann.com/2010/02/17/der-erste-real-3d-film-einer-deutschen-filmhochschule/">berichtet</a>, arbeiten Studierende der Hochschule f&#252;r Film und Fernsehen &#8220;Konrad Wolf&#8221; Babelsberg am ersten Real-3D-Film einer deutschen Filmhochschule. &#8220;Topper gibt nicht auf!&#8221; ist derzeit in den letzten Z&#252;gen der Postproduktion und wird am 26.03. seine Erstauff&#252;hrung bei der internationalen Fachkonferenz INSIGHT OUT / HFF Academy haben. Die Premiere gibt es dann im April in Berlin, genauere Infos dazu folgen.</p>
<p>Das Brancheninteresse und die Resonanz der Medien ist erstaunlich hoch f&#252;r eine studentische Kurzfilmproduktion. Gestern erschien bereits der zweite Artikel zu Topper in der <a title="MAZ Artikel zu Topper" href="http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11746396/60709/Im-April-hat-Till-Topper-gibt-nicht-auf.html" target="_blank">M&#228;rkischen Allgemeinen Zeitung</a>. Um nicht als komplett gro&#223;spurig dazu stehen: das &#8220;Mehr&#8221; an 3D-Effekten bezieht sich nat&#252;rlich auf den Anteil an Realfilm-3D-Aufnahmen. Avatar war ja eben zum allergr&#246;&#223;ten Teil doch aus dem Computer mit der vollst&#228;ndig in CGI-Technik erstellten blauen Welt auf Pandora. Einzig die Aufnahmen in dem Menschen-Raumschiff-Camp waren stereoskopischer Realfilm. Da hat Topper tats&#228;chlich mehr Realfilm-3D-Anteile aufzuweisen <img src='http://www.jenniferhoffmann.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Fallstudie Filmmarketing in sozialen Netzwerken Teil 1: Die Kommunikationskan&#228;le von IRON SKY</title>
		<link>http://www.jenniferhoffmann.com/2010/02/26/fallstudie-filmmarketing-in-sozialen-netzwerken-teil-1-die-kommunikationskanaele-von-iron-sky/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 12:49:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[[en]A look at the marketing of IRON SKY, a Finnish sci-fi comedy scheduled for release in 2011. The IRON SKY team decided on focusing their marketing efforts on social media and online tools, aiming to build a significant awareness about the film before shooting starts in summer 2010. This blog post analyses their use of [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bb-post-separator"><strong>[en]</strong></p><div class="other-excerpt" lang="en"><p class="oe-first-child">A look at the marketing of IRON SKY, a Finnish sci-fi comedy scheduled for release in 2011. The IRON SKY team decided on focusing their marketing efforts on social media and online tools, aiming to build a significant awareness about the film before shooting starts in summer 2010. This blog post analyses their use of various communication channels and how this can serve as an inspiration for other filmmakers.</p></div><p class="bb-post-separator"><strong>[de]</strong></p><p><object width="560" height="340" data="http://www.youtube.com/v/4KEueJnsu80&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/4KEueJnsu80&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object><br />
Vor zwei Wochen hatte ich das Gl&#252;ck, einen Vortrag von Jarmo Puskala rund um das Community-Management f&#252;r <a title="Ironsky" href="http://www.ironsky.net" target="_blank">IRON SKY </a>zu h&#246;ren. Da die Finnen wirklich alles richtig machen, was das online Marketing ihres noch in der Preproduction befindlichen Filmes angeht, m&#246;chte ich das hier als Fallstudie vorstellen. Wie k&#246;nnen Filmemacher schon lange vor Drehbeginn anfangen, sich eine Fanbasis, ein Publikum f&#252;r ihren Film aufzubauen? Ein finnisches Beispiel.</p>
<h3>Entscheidung gegen klassische Werbung und f&#252;r online Marketing</h3>
<p>Der Film wird voraussichtlich in 2011 in europ&#228;ische Kinos kommen. Zu Beginn der Planung vor etwa 2 Jahren bereits hat sich das Team daf&#252;r entschieden, ihre Marketingaktivit&#228;ten auf das Web zu konzentrieren. Die Rechnung war einfach: &#8220;Anstatt eines TV-Spots oder einer Plakatkampagne an Bushaltestellen besch&#228;ftigen wir lieber zwei Leute, die sich um die Community und die online Aktivit&#228;ten k&#252;mmern. Das ist vom Preis her etwa dasselbe&#8221;, so Jarmo Puskala Community Manager, Teil des Drehbuchteams und derjenige, der die urspr&#252;ngliche Idee f&#252;r einen Film &#252;ber Nazis auf dem Mond hatte.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 269px"><img class="  " src="http://www.starwreck.com/gallery/bridge.jpg" alt="Starwreck" width="259" height="111" /><p class="wp-caption-text">Starwreck</p></div>
<p>Doch jedes Mal, wenn ich hier das Wort &#8220;Marketing&#8221; tippe, verkrampfen meine Finger. Denn das Ironsky-Team war anno 1997 eine finnische Gruppe von Startrek-Fans, die kurze Parodie-Videos &#252;ber ihre Lieblingsserie produzierten. Daraus wurde irgendwann der Spielfilm <a title="Starwreck" href="http://www.starwreck.com/" target="_blank">STARWRECK</a>, der mit Hilfe von 3000 Freiwilligen entstand - und mit 8 Millionen Downloads und mehreren 10.000 verkauften DVDs der meist gesehene finnische Film aller Zeiten ist. Die Jungs kommen also nicht aus der Film-/Fernsehbranche, sondern sind Quereinsteiger, die seit Starwreck das Internet nutzen, um gemeinsam mit der Community einen Film zu realisieren.</p>
<h3>Die Kommunikationskan&#228;le</h3>
<p>Noch immer haben viele Filme nur eine Website mit den wichtigsten Infos. H&#228;ufig h&#252;bsch gestaltet und voller Flash, vielleicht sogar noch die M&#246;glichkeit bietend, einen Newsletter zu abonnieren oder einige Bildchen runterzuladen. Doch mehr gibt&#8217;s nicht. Bei IRON SKY reicht die Bandbreite von allen wichtigen Informationen, die es auf der Website zu finden gibt, &#252;ber Pr&#228;senzen in allen wichtigen sozialen Netzwerken, bis hin zur M&#246;glichkeit, sich an der Produktion mit Geld - sogenannten Kriegsanleihen - oder Zeit und den eigenen F&#228;higkeiten einzubringen. Jarmo Puskala erl&#228;uterte die Wertigkeit der verschiedenen Plattformen und wie diese vom IRON SKY-Team genutzt werden, um eine Community f&#252;r ihren Film, der derzeit noch in der Preproduction  ist, aufzubauen.</p>
<p><strong>Website - passives Pushmedium mit Aufforderung aktiver zu werden, h&#246;chster Grad an Seriosit&#228;t</strong>: schlichte, informative Seite, die mit viel und regelm&#228;&#223;ig aktualisiertem Content punktet.  Die Links zu Facebook, Twitter und Co. sind un&#252;bersehbar eingebunden. Mir pers&#246;nlich gef&#228;llt die ironische und zum Film passende &#196;sthetik der Grafik sehr gut. Prominent platziert sind diverse Buttons, die die Besucher zum Aktiv-Werden auffordern: &#220;ber eine Google-Maps-Karte kann man sein Interesse bekunden, in der eigenen Stadt den Film zu sehen (und kann damit potentiellen Verleihern beweisen, dass es ein Publikum f&#252;r den Film gibt). Man kann &#8220;Kriegsanleihen&#8221; kaufen, sprich die Produktion mit 50€ unterst&#252;tzen, f&#252;r die man dann einiges an Bonusmaterial (DVD, Zertifikat etc.) erh&#228;lt.</p>
<p><strong>Twitter - der informellste Kanal</strong>: Der <a title="Iron Sky Twitter Feed" href="http://twitter.com/Energia" target="_blank">Twitter-Feed</a>, der unter dem Namen der finnischen Filmproduktionsfirma Energia l&#228;uft, wird mehrmals t&#228;glich in recht umgangssprachlichem Tonfall aktualisiert. Dazu geh&#246;ren unterhaltsame Infos zu den Produktionsvorbereitungen (Tweets vom Casting in Berlin), unterhaltsame Videos, &#252;ber die das Ironsky-Team im Netz gestolpert ist, oder auch Allt&#228;gliches (&#8221;<span class="status-body"><span class="entry-content">The retards  upstairs flooded their toilet. Water coming in through our hallway  ceiling LIGHT SOCKET.&#8221;) oder auch Kommentare zu den Themen, die dem Team am Herzen liegen (&#8221;</span></span><span class="status-body"><span class="entry-content">Two years in a  federal pound-in-the-ass-prison for pirating movies? <a class="tweet-url web" rel="nofollow" href="http://bit.ly/bUtF1X" target="_blank">http://bit.ly/bUtF1X</a> In Oz that guy would be dead  within 2 episodes.&#8221;)</span></span><span class="status-body"><span class="entry-content">. Knapp 1.300 Follower.<br />
</span></span></p>
<p><span class="status-body"><span class="entry-content"><strong>Facebook - etwas formeller</strong>: Auf der <a title="Iron Sky Facebook Page" href="http://www.facebook.com/ironsky" target="_blank">Facebook-Seite</a> werden ein bis zwei Mal pro Woche Updates gepostet, die vom Ton und Informationsgehalt wesentlich formeller sind als der Twitter-Kanal. Hier werden vor allem Links zu neuen Videos ver&#246;ffentlicht, Anfragen an die Community zur Unterst&#252;tzung (siehe dazu auch unten wreckamovie.com) oder auch eine gelegentliche Umfrage (<a title="Iron Sky: wie oft sollte man auf Facebook Updates posten?" href="http://blog.starwreck.com/2010/02/23/how-often-should-you-post-on-facebook/" target="_blank">Wie h&#228;ufig wollt Ihr hier Updates erhalten?</a>). Zurzeit gut 8.500 Fans, bis zum Produktionsbeginn im Sommer werden 10.000 angestrebt.</span></span></p>
<p><span class="status-body"><span class="entry-content"><strong>MySpace</strong>: <a title="Ironsky Myspace Profil" href="http://www.myspace.com/ironskyfilm" target="_blank">&#228;hnlich </a>wie die Facebook-Seite, allerdings mit deutlich weniger Fans (gut 2.000). </span></span></p>
<p><span class="status-body"><span class="entry-content"><strong>Youtube - gelegentliche Video-Updates</strong>: In gr&#246;&#223;eren Abst&#228;nden - mal einige Wochen, mal einige Monate - werden auf einem eigenen <a title="Ironsky Youtube Kanal" href="http://www.youtube.com/energiaproductions#p/a" target="_blank">Youtube-Kanal</a> Vidoes ver&#246;ffentlicht unter dem Namen &#8220;Signal No. XX&#8221;. Dort findet man auch den Teaser, Videos vom Team beim Cannes Filmfestival etc. Die &#8220;Signal-Videos sind zwischen 3 und 5 Minuten lang, haben eine eigene Hostess und sind an den Look des Films angepasst (die Hostess im Space-Nazi-Kost&#252;m in einem irgendwie 30&#8242;er Jahre angehauchten Studio, die Nachrichten &#252;ber die Filmproduktion vortr&#228;gt). Der Kanal hat &#252;ber 2.200 Abonennten, wobei der Filmteaser mit &#252;ber 1 Million Views absolut top ist.  Sch&#246;n auch die Playlist mit den Fanremix-Versionen des Teasers.</span></span></p>
<p><span class="status-body"><span class="entry-content"><strong>Flickr - Fotostream als Blick hinter die Kulissen</strong>: Sortiert in verschiedene Alben (Cast, Location Scouting &amp; Casting in Deutschland, Making of, Concept Art etc.) finden sich &#252;ber 200 Fotos, die durchg&#228;ngig auch gut beschriftet sind und so schon einen ersten Blick in die Filmproduktion vermitteln. Beispielsweise von der Suche nach einer passenden Location f&#252;r das Nazi-Raumschiff auf dem Mond, gefunden in Frankfurt a.M.</span></span></p>
<p><strong>Wreckamovie - kollaborative Filmproduktion</strong>: <span class="status-body"><span class="entry-content">Im Nachgang zu  ihrem ersten Film STARWRECK, haben die  Finnen die Plattform <a title="Wreck a movie" href="http://www.wreckamovie.com/" target="_blank">Wreckamovie </a>gemeinsam   mit einer Partner-Firma entwickelt, die sich als kollaborative   Filmproduktionsplattform versteht. IRON SKY ist einer der dort   eingetragenen Filme, und &#252;ber diese Plattform werden die Fans immer   wieder zum Mitmachen aufgefordert. Daf&#252;r werden Aufgaben / Tasks bei   Wreckamovie gepostet: Mal werden Statisten gesucht, mal gibt es   Recherche-Auftr&#228;ge aus dem Art Department: wie sehen die Einschlagl&#246;cher   von gew&#246;hnlicher Munition in Metall aus oder Anregungen und Bilder   werden gesucht, wie die Explosion eines mit &#8220;Helium 3&#8243; (einem fiktiven   Antriebsmittel) betriebenen Raumschiffs aussehen k&#246;nnte. Besonders   gelungen fand ich auch das Guerilla-Marketing bei den Filmfestspielen in   Berlin und Cannes, wo ein Zeitungsjunge im Stil der 20&#8242;er Jahre die   Zeitschrift &#8220;The Truth&#8221; verteilte (Schlagzeile: &#8220;Nazis auf dem Mond!&#8221;),   in der lauter fiktive Berichte &#252;ber die Spacenazis erschienen. Titel  und  Logo der Zeitung waren von den Fans gestaltet worden, ebenso  schrieben  sie diverse Artikel. Wreckamovie weist 1400 Mitglieder der  IRON SKY Produktion aus.</span></span></p>
<h3>Soziale Netzwerke als Marketinginstrumente f&#252;r einen Film</h3>
<p>Bemerkenswert ist die klare Strategie f&#252;r den Aufbau einer Community und wie diese konsequent umgesetzt wird. Das habe ich bisher selten bei europ&#228;ischen Filmproduktionen gesehen und mir scheinen die Geh&#228;lter f&#252;r die beiden Community-Manager bestens angelegt zu sein. Ein &#8220;Gegen&#8221;-Argument, welchem ich immer wieder in der Filmbranche begegne, lautet etwa so: &#8220;Ja, f&#252;r so Sci-Fi- und Horrorstreifen mag das ja funktionieren, aber doch nicht f&#252;r ein Arthouse-Drama oder Dokumentarfilme.&#8221; Ich halte das f&#252;r Bl&#246;dsinn. Gerade aus dem Dokumentarfilmbereich gibt es einige sehr erfolgreiche Beispiele, die zeigen, wie &#252;ber das Netz und ein geschicktes Community-Management (online und offline) ein Publikum f&#252;r einen Film gefunden werden konnte, der ausschlie&#223;lich auf DVD erschien und keinen Kinoverleiher fand, trotzdem mehr als die Produktionskosten f&#252;r die Macher wieder eingespielt hat. Der Schl&#252;ssel zum Erfolg lag hier darin, sich mit <span class="status-body"><span class="entry-content">Communities zu  verbinden, die </span></span>an dem Thema des Films interessiert sind.</p>
<p>Ein gutes Beispiel daf&#252;r ist <a title="Weizenbaum-Rebel at work Film" href="http://www.ilmarefilm.org/W_D_1.htm" target="_blank">WEIZENBAUM - REBEL AT WORK</a> von Sylvia Holzinger und Peter Haas &#252;ber einen der V&#228;ter des Internets und Helden f&#252;r viele in der IT-Branche. Der Film hatte weder einen Kinoverleih, noch konnte er an einen Fernsehsender verkauft werden. Die beiden Filmemacher konnten jedoch &#252;ber DVD-Verk&#228;ufe, Vortr&#228;ge und vor allem durch Vorf&#252;hrungen in Universit&#228;ten, viel Pressearbeit etc. &#252;ber einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren ihre bescheidenen Lebensunterhaltskosten bestreiten, die Produktionskosten einspielen und auch noch das n&#246;tige Startkapital f&#252;r ihren n&#228;chsten Film erwirtschaften.</p>
<p>Ein Spielfilm, der mir noch als Gegenbeispiel <span class="status-body"><span class="entry-content">einf&#228;llt</span></span>, ist Andreas Dresens WOLKE 9, ein Film &#252;ber die Liebe und Sexualit&#228;t im Alter. In einem Gespr&#228;ch &#252;ber seine Filme berichtete Dresen, dass er mit WOLKE 9 offensichtlich ein ganz wichtiges, aber wenig in der &#214;ffentlichkeit behandeltes Thema gefunden hatte, wie ihm die vielen Einladungen zu Filmgespr&#228;chen zeigten, die er gerade f&#252;r WOLKE 9 erhielt. Jedes Mal fanden sich dort zahlreiche Zuschauer im Alter der Filmprotagonisten ein, die angeregt &#252;ber das Thema nach der Filmvorf&#252;hrung diskutierten und immer wieder feststellten, wie froh und dankbar sie seien, dass sich Dresen auf diese einf&#252;hlsame und doch offene Art und Weise des Themas angenommen hatte. Zwar hat der Film auch ohne gr&#246;&#223;ere Anstrengungen des Verleihers in Sachen Vermarktung an bestimmte Communities sein Publikum gefunden, doch die meisten Filmemacher in Deutschland haben nicht die Reputation eines Andreas Dresen und h&#228;tten &#252;ber online und offline Kan&#228;le einen Film zum gleichen Thema sicherlich auch gut platzieren k&#246;nnen.</p>
<p>Mit anderen Worten: Ja, IRON SKY ist zwar eine ziemlich durchgeknallte Sci-Fi-Kom&#246;die von einem Haufen schwarz-humoriger Finnen, doch ihr kluger und konsequenter Einsatz von Web2.0 kann auch als Vorbild f&#252;r andere Filmproduktionen dienen, schon vor Drehbeginn sich eine Gemeinde aufzubauen. Ich denke, dass dies gerade auch f&#252;r kleinere Produktionen ein guter Weg sein kann, fr&#252;hzeitig das Publikum einzubeziehen, um dann mit Hilfe einer prallen Kontaktdatenbank potenziellen Verleihern und Fernsehsendern zu belegen, dass es tats&#228;chlich ein Publikum f&#252;r diesen Film gibt.</p>
<p><span class="status-body"><span class="entry-content">Im n&#228;chsten Blogbeitrag, der in einigen Tagen erscheinen wird, m&#246;chte ich dann noch auf die verschiedenen Aktivit&#228;tslevels der am Film interessierten und der echten Fans eingehen. W&#228;hrend ich in diesem Beitrag eher die Perspektive der Macher gew&#228;hlt habe und wie diese die verschiedenen Kan&#228;le nutzen, soll im n&#228;chsten Beitrag der Blickwinkel des potentiellen Kinobesuchers von IRON SKY im Vordergrund stehen.</span></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der erste Real-3D-Film einer deutschen Filmhochschule!</title>
		<link>http://www.jenniferhoffmann.com/2010/02/17/der-erste-real-3d-film-einer-deutschen-filmhochschule/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 10:27:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[[en]Students at Germany's largest and oldest filmschool, HFF "Konrad Wolf" - my employer, have shot the first live action 3D film of a German filmschool: "Topper doesn't give up!". Topper is an 18-minute drama, for which we are currently trying to find an audience and distributor with next to no marketing budget...[de]An der Hochschule f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bb-post-separator"><strong>[en]</strong></p><div class="other-excerpt" lang="en"><p class="oe-first-child">Students at Germany's largest and oldest filmschool, HFF "Konrad Wolf" - my employer, have shot the first live action 3D film of a German filmschool: "Topper doesn't give up!". Topper is an 18-minute drama, for which we are currently trying to find an audience and distributor with next to no marketing budget...</p></div><p class="bb-post-separator"><strong>[de]</strong></p><div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="  " title="Topper gibt nicht auf!" src="http://www.topper3.de/blog/wp-content/uploads/3DTopper_13.jpg" alt="Filmstill Topper gibt nicht auf!" width="500" /><p class="wp-caption-text">Filmstill &quot;Topper gibt nicht auf!&quot;</p></div>
<p>An der Hochschule f&#252;r Film und Fernsehen &#8220;Konrad Wolf&#8221; Babelsberg, meinem freundlichem Arbeitgeber, haben Studierende den ersten real-3D-Film einer deutschen Filmhochschule gedreht: &#8220;<a title="Topper gibt nicht auf!" href="http://www.topper3.de" target="_blank">Topper gibt nicht auf!</a>&#8220;. Derzeit befindet sich der Film noch in der Postproduktion, morgen gibt es hoffentlich die finale Schnittsichtung.</p>
<p>Mit einem quasi nicht-vorhandenen Marketingbudget versuchen wir, ein Publikum und einen Verleih f&#252;r dieses erste Drama in 3D, einen 18-min&#252;tigen Kurzfilm, zu finden. Star des Films ist der 80&#8242;er Jahre Actionheld Till Topper, der sich gerade auf einem anstrengenden Dreh in Afrika befindet und von dort <a title="Till Topper Twitter" href="http://twitter.com/tiltopper" target="_blank">Unterhaltsames twittert</a>&#8230;</p>
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		<title>R&#252;ckblick: Berlinale Streetdance 3D Podium 15.02.2010</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 09:51:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Es war ein kalter, frostiger Montagmorgen nach dem ersten Festivalwochenende und doch kamen etwa 100 Leute zur Preview und Diskussion &#252;ber Streetdance 3D in das Cubix am Alexanderplatz. Die Zeit war knapp: in 80 Minuten zeigten wir Filmausschnitte und sollten einen &#220;berblick &#252;ber die 3D-Produktion f&#252;r das anwesende Fachpublikum aus Filmemachern, Produzenten, Regisseuren, Kameraleuten usw. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war ein kalter, frostiger Montagmorgen nach dem ersten Festivalwochenende und doch kamen etwa 100 Leute zur <a title="Berlinale Diskussion 2010" href="http://www.jenniferhoffmann.com/2010/02/12/berlinale-diskussion-zum-3d-kino-am-montag-1502/">Preview und Diskussion &#252;ber Streetdance 3D</a> in das Cubix am Alexanderplatz. Die Zeit war knapp: in 80 Minuten zeigten wir Filmausschnitte und sollten einen &#220;berblick &#252;ber die 3D-Produktion f&#252;r das anwesende Fachpublikum aus Filmemachern, Produzenten, Regisseuren, Kameraleuten usw. geben. Keine einfache Aufgabe! Als Moderatorin hat man nat&#252;rlich eine ziemlich verzerrte Wahrnehmung von so einer Veranstaltung, doch ich hoffe, dass es uns auf dem Podium gelungen ist, den Filmschaffenden ein wenig die Angst vor 3D zu nehmen. Von Max Penner, einem unendlich erfahrenen Veteran des 3D-Kinos, mal abgesehen, war es f&#252;r das Team von Streetdance 3D auch der erste Film, den sie in 3D gedreht haben - und das mit einem vergleichsweise niedrigen Budget unter 5 Millionen Euro. Die Bilder des Films, die gezeigt wurden, waren jedoch so &#252;berzeugend, dass sich  in Zukunft hoffentlich mehr Leute trauen, einen 3D-Film zu machen. Es w&#228;re doch zu sch&#246;n, au&#223;er Horror und Family-Entertainment auch andere Genres zu sehen!</p>
<p>Hier noch ein paar Links zu Artikeln &#252;ber die Veranstaltung bzw. wo sie erw&#228;hnt wird:</p>
<ul>
<li><a title="Blog Talent Campus" href="http://berlinale-talentcampus.de/story/99/3399" target="_blank">Blog Talent Campus<br />
</a> - auch wenn dieser Artikel leider einige Fehler aufweist. Max Penner ist der Stereographer und nicht Regisseur des Films.</li>
<li><a title="English Xinhua News" href="http://news.xinhuanet.com/english2010/sci/2010-02/17/c_13177691.htm" target="_blank">English Xinhua News</a> - erstaunlicherweise auf der Englisch-sprachigen Seite der offiziellen volksrepublikanischen Nachrichtenagentur.</li>
</ul>
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		<title>Berlinale-Diskussion zum 3D-Kino am Montag, 15.02.</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 17:13:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[[en]I am happy to announce the discussion at Berlinale and Berlinale Talent Campus about 3D-filmmaking, which I will host on Monday, 15/02, 11am at Cubix 7.
A preview of Streetdance 3D, Europe's first feature-length live action 3D movie, will be followed by a discussion with the stereographer, producer, post-production supervisor and a specialist from Dolby.[de]
Ich freue [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bb-post-separator"><strong>[en]</strong></p><div class="other-excerpt" lang="en"><p class="oe-first-child">I am happy to announce the discussion at Berlinale and Berlinale Talent Campus about 3D-filmmaking, which I will host on Monday, 15/02, 11am at Cubix 7.
A preview of Streetdance 3D, Europe's first feature-length live action 3D movie, will be followed by a discussion with the stereographer, producer, post-production supervisor and a specialist from Dolby.</p></div><p class="bb-post-separator"><strong>[de]</strong></p><p><object width="560" height="340" data="http://www.youtube.com/v/dOW1hFbOod8&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/dOW1hFbOod8&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>Ich freue mich, auch hier die Berlinale-Diskussion zur ersten gro&#223;en europ&#228;ischen Realfilm-3D-Produktion ank&#252;ndigen zu k&#246;nnen, die von meiner Wenigkeit moderiert werden wird:</p>
<h3>Streetdance 3D</h3>
<p><strong>Wann</strong>: Montag, 15.02.2010, 11:00Uhr<br />
<strong>Wo</strong>: Cubix 7<br />
<strong>Mit</strong>: Max H. Penner, Julian Pinn, Michael Reuter, James Spencer<br />
<strong>Moderation</strong>: Jennifer Hoffmann<br />
<strong>Karten</strong>: akkreditierte Besucher k&#246;nnen diese direkt bei der <a title="Bestellung Karten 3D-Diskussion" href="http://www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/datenblatt.php?film_id=20106875" target="_blank">Berlinale </a>bestellen.</p>
<p>Meines Wissens ist es die einzige Veranstaltung der Berlinale zum Thema 3D, die vom <a title="Berlinale Talent Campus" href="http://berlinale-talentcampus.de/campus/eventpool/index?date=2010-02-15" target="_blank">Berlinale Talent Campus</a> organisiert wurde. Und nat&#252;rlich wird es das Filmmaterial und auch einiges an Making-of-Bildern in 3D zu sehen geben!</p>
<p>F&#252;r das Podium wurde eine spannende und erfahrende Runde zusammengestellt:</p>
<ul>
<li>Max H. Penner, Stereographer wird &#252;ber die stereoskopische Aufnahme f&#252;r 3D mit zwei Kameras berichten.</li>
<li>James Spencer aus der Sicht eines Produzenten &#252;ber die Unterschiede zwischen 2D- und 3D-Filmen referieren.</li>
<li>Michael Reuter von der Post Republic Berlin wird die 3D-Postproduktion beschreiben.</li>
<li>Julian Pinn von Dolby wird &#252;ber Mastering und Distribution eines 3D-Film sprechen.</li>
</ul>
<p><a title="Streetdance 3D" href="http://www.streetdancethemovie.co.uk/" target="_blank">Streetdance 3D</a> ist eine deutsch-britische Koproduktion von Vertigo-Films, die im Mai diesen Jahres in die Kinos kommen wird. Eine Gruppe junger Streetdancer, die f&#252;r die britischen Meisterschaften trainiert, trifft auf Ballettt&#228;nzer. Britischer Klassenkampf beim Pas de Deux: die lower class der Streetdance Kids trifft auf die upper class in Strumpfhosen. Doch nur gemeinsam haben sie eine Chance bei den Meisterschaften. Die T&#228;nzer sind zumindest den Briten allesamt aus diversen TV-Castingshows bekannt. Die Ballettlehrerin wird von Charlotte Rampling gespielt.</p>
<p>Ich hatte das Privileg, bereits bei der Post Republic l&#228;ngere Ausschnitte aus dem Film in 3D sehen zu d&#252;rfen: diese waren wirklich mitrei&#223;end und sahen fantastisch aus. Tanz hat auf der B&#252;hne schon von jeher in 3 Dimensionen stattgefunden und so ist ein 3D-Tanzfilm ein Fest f&#252;r das Kinopublikum. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf den Film und nat&#252;rlich die Diskussion am Montag&#8230;</p>
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		<title>Kultursponsoring im Wirtschaftskrisenjahr: In jedem Sessel ein potentieller Kunde?</title>
		<link>http://www.jenniferhoffmann.com/2009/05/13/kultursponsoring-im-wirtschaftskrisenjahr-in-jedem-sessel-ein-potentieller-kunde/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2009 16:38:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[kultursponsoring]]></category>

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		<description><![CDATA[VW hat zwei wichtige, millionen-schwere Kultursponsoringvertr&#228;ge nicht verl&#228;ngert in diesem Jahr: mit der Berlinale, wo VW einer von 3 Hauptsponsoren war, und mit der Deutschen Oper Berlin. Von VW ist dazu wenig zu vernehmen. „In jedem Sessel sitzt ein potentieller VW-Kunde“ – so lautete noch die Sponsoringvision anno 2004. Sehen die Wolfsburger das mittlerweile grundlegend anders? Dieser Artikel analysiert die Kultursponsoring-Strategie von VW im Jahr der Wirtschaftskrise.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VW hat zwei wichtige, millionen-schwere Kultursponsoringvertr&#228;ge nicht verl&#228;ngert in diesem Jahr: <a title="VW beendet Berlinale-Sponsoring" href="http://www.welt.de/die-welt/article3644065/Berlinale-verliert-Hauptsponsor-VW.html" target="_blank">mit der Berlinale</a>, wo VW einer von 3 Hauptsponsoren war, und <a title="VW beendet Deutsche Oper Sponsoring" href="http://www.welt.de/die-welt/article3644065/Berlinale-verliert-Hauptsponsor-VW.html " target="_blank">mit der Deutschen Oper Berlin</a>. Von VW ist dazu wenig zu vernehmen. „<a title="VW-Sponsoring anno 2004" href="http://www.welt.de/print-welt/article292928/In_jedem_Sessel_sitzt_ein_potenzieller_VW_Kunde.html " target="_blank">In jedem Sessel sitzt ein potentieller VW-Kunde</a>“ – so lautete noch die Sponsoringvision anno 2004. Sehen die Wolfsburger das mittlerweile grundlegend anders? Offizielle Antworten gibt es nicht. Aber ein Blick auf die VW-Pressemeldungen der letzten Monate zeigt, dass Kultur weiterhin gef&#246;rdert wird.</p>
<ul>
<li>+ Das &#8220;<a title="VW-Sponsoring Berliner Philharmoniker" href="https://www.volkswagen-media-services.com/medias_publish/ms/content/de/pressemitteilungen/2009/04/30/volkswagen_unterstuetzt.standard.gid-oeffentlichkeit.html" target="_blank">Europakonzert&#8221; der Berliner Philharmoniker</a>, das immer am 1. Mai an wechselnden Orten in Europa stattfindet und „weltweit von Rundfunk- und Fernsehanstalten &#252;bertragen“ wird, wie es bei VW hei&#223;t, wird zum vierten Mal in Folge von VW unterst&#252;tzt.</li>
<li>+ Der <a title="VW-Sponsoring lolas" href="https://www.volkswagen-media-services.com/medias_publish/ms/content/de/pressemitteilungen/2009/04/24/deutscher_filmpreis.standard.gid-oeffentlichkeit.html" target="_blank">deutsche Filmpreis</a>, der ironischerweise wenige Tage bevor der R&#252;ckzug vom Berlinale-Sponsoring bekannt wurde, stattfand.</li>
<li>+ Die <a title="VW-Sponsoring Musiknachwuchs" href="https://www.volkswagen-media-services.com/medias_publish/ms/content/de/pressemitteilungen/2009/03/31/karrierechancen_durch.standard.gid-oeffentlichkeit.html" target="_self">Volkswagen Soundfoundation</a> f&#246;rdert junge Bands &#8230;</li>
<li>+ und VW <a title="VW stiftet Fotografien" href="https://www.volkswagen-media-services.com/medias_publish/ms/content/de/pressemitteilungen/2009/03/13/volkswagen_ueberreicht.standard.gid-oeffentlichkeit.html" target="_blank">stiftet Fotografien</a> f&#252;r ein Kunstmuseum in Wolfsburg.</li>
</ul>
<p>Lassen sich am Beispiel VWs irgendwelche Trends zum Kultursponsoring in der Wirtschaftskrise ablesen? Ich denke schon. Jedoch muss ich einschr&#228;nken, dass ich &#252;ber die Sponsoringstrategie VWs nur spekulieren kann, da diese nat&#252;rlich nicht ver&#246;ffentlicht ist. Bei n&#228;herer Analyse zeigt sich, dass solche Vertr&#228;ge nicht verl&#228;ngert wurden, die m.E. nicht zum Image der Marke passten. VW ist weder glamour&#246;s (=&gt; Berlinale) noch bildungsb&#252;rgerlich-elit&#228;r (=&gt; Deutsche Oper Berlin). Oder wie es VW selbst formuliert in der Pressemeldung zum Sponsoring der Lolas: „Das Engagement Volkswagens beim Deutschen Filmpreis reicht weit &#252;ber den Fahrservice hinaus. Die Volkswagen Sound Foundation l&#228;dt zur Aftershow Party [...]. Zudem wird es am Abend die legend&#228;re Volkswagen Currywurst aus Wolfsburg geben.“ Abwrackpr&#228;mie, Tatortkommissare, ein paar deutsche Filmsternchen und Currywurst – das passt besser zum Golf als die Berlinale People’s Night, laut des Filmbranchenblatts Variety „<a title="Variety zum Ende des VW-Sponsorings der Berlinale" href="http://www.variety.com/index.asp?layout=festivals&amp;jump=story&amp;id=2476&amp;articleid=VR1118003019&amp;cs=1 " target="_blank">one of the fest’s hottest parties</a>“, die in diesem Jahr kurzfristig abgesagt wurde, da VW seine Unterst&#252;tzung daf&#252;r zur&#252;ckzog.</p>
<p>Was lernen wir daraus? <span id="more-94"></span>Es kommt wie immer drauf an. Passen Image des Sponsoren und der Kulturveranstaltung/-institution zueinander, wird auch weiterhin unterst&#252;tzt werden. L’Oreal hat beispielsweise seinen <a title="L'Oreal verl&#228;ngert Berlinale-Sponsoring" href="http://www.welt.de/berlin/article3189982/Sponsoring-L-Oreal-macht-weiter-und-VW-zoegert.html" target="_blank">Vertrag mit der Berlinale verl&#228;ngert</a>: „Film und    Make-up geh&#246;ren einfach zusammen, vor der Kamera ist der richtige Look    entscheidend.“   Ein Artikel mit anschaulichen <a title="Kultursponsoring im S&#252;dwesten" href="http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/kultur/mittel-gegen-die-sinnkrise--14446008.html" target="_blank">Kultursponsoring-Beispielen aus Baden </a>verdeutlicht dies ebenso. Die Kernschmelze des Finanzsystems wird also nicht automatisch zum abrupten Ende jeglichen Kultursponsorings f&#252;hren. Aber Sponsoren werden genauer pr&#252;fen, werden vermutlich mehr f&#252;r ihr Geld verlangen. Auch bei der <a title="INSIGHT OUT / HFF Academy" href="http://www.insightout-training.net" target="_blank">von mir organisierten Veranstaltung</a> war das in diesem Jahr schon zu sp&#252;ren. Es wurde nicht mehr grunds&#228;tzlich unterst&#252;tzt, weil es eine gute Veranstaltung ist und zum Produkt/Unternehmen passt. Da wurde dezidiert nach den M&#246;glichkeiten f&#252;r Verkaufsgespr&#228;che gefragt, der konkrete Gegenwert f&#252;r die Sponsoringleistung musste genauer als zuvor dargelegt werden.</p>
<p>Auch wenn das vollst&#228;ndige Versiegen der Sponsoringgelder voraussichtlich ausbleiben wird, werden es h&#228;rtere Zeiten f&#252;r alle Kulturschaffenden werden. Die &#246;ffentliche Hand wird weniger zu verteilen haben und das Beispiel VW zeigt, dass die Kultur von der Wirtschaft zwar weiterhin unterst&#252;tzt werden wird, aber nicht mehr im selben Umfang wie zuvor. Dieter Kosslick und seinem Berlinale-Team dr&#252;cke ich die Daumen, dass sie einen neuen Unterst&#252;tzer f&#252;r den Fahrservice finden werden. Welcher Autohersteller es auch sein wird, er sollte eher nach Champagner denn Currywurst schmecken&#8230;</p>
<p>Fu&#223;note: wen das Thema Berlinale-Sponsoring interessiert, der sei auch auf meinen <a title="Sternstunden des Kultursponsorings" href="http://www.jenniferhoffmann.com/2008/04/05/sternstunden-des-kultursponsorings/" target="_blank">Artikel zur Berlinale 2008</a> hingewiesen&#8230;</p>
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		<item>
		<title>&#8220;Bits wollen frei sein!&#8221; Nr. 2: Digital Film Camp</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Apr 2009 21:07:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[berlin]]></category>

		<category><![CDATA[film]]></category>

		<category><![CDATA[kulturmarketing]]></category>

		<category><![CDATA[digitaler_film]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz anders als bei der Republica ging es beim ersten digitalen Film Camp in Berlin zu, dass am 17.04. in der Homebase stattfand. Statt des wohligen Wir-aufrechten-K&#228;mpfer-f&#252;r-Creative-Commons-und-weltweite-Redefreiheit-Gef&#252;hls, plagten die Runde Zweifel und Unsicherheit. Woher soll das Geld f&#252;r die n&#228;chste Produktion kommen, wenn der aktuelle Film kostenlos im Netz zu haben ist? Welche Vorbilder gibt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img title="Digital Film Camp" src="http://digitalfilmcamp.de/wp/wp-content/themes/cutline/images/logo.png" alt="  " width="300" height="90" /><p class="wp-caption-text">  </p></div>
<p>Ganz anders als bei der <a title="R&#252;ckblick Republica" href="http://www.jenniferhoffmann.com/2009/04/23/bits-wollen-frei-sein-nr-1-republica-09/http://" target="_blank">Republica </a>ging es beim ersten <a title="Digital Film Camp" href="http://www.digitalfilmcamp.de" target="_blank">digitalen Film Camp</a> in Berlin zu, dass am 17.04. in der Homebase stattfand. Statt des wohligen Wir-aufrechten-K&#228;mpfer-f&#252;r-Creative-Commons-und-weltweite-Redefreiheit-Gef&#252;hls, plagten die Runde Zweifel und Unsicherheit. Woher soll das Geld f&#252;r die n&#228;chste Produktion kommen, wenn der aktuelle Film kostenlos im Netz zu haben ist? Welche Vorbilder gibt es f&#252;r den kreativen Einsatz von online Marketing f&#252;r Europ&#228;ische low-budget Filme?</p>
<p>Konkrete Antworten gab es nicht beim Digital Film Camp. Doch erhielt man ein sehr gutes Stimmungsbild, was die Filmbranche gerade bewegt. Alle wissen, dass sie sich wohl irgendwie mit dem Internetz auseinander setzen m&#252;ssen, dass es mindestens als Marketing- und Vertriebsplattform viele Chancen bieten kann. Aber wie diese genau genutzt werden k&#246;nnen oder wie man das Netz gar kreativ einsetzen kann, um mit filmischen Mitteln eine Geschichte zu erz&#228;hlen, dar&#252;ber herrschte gro&#223;e Ratlosigkeit.</p>
<p>Die Themenbandbreite war spannend:</p>
<p>//Marketing und Distribution f&#252;r Filme &#252;ber das Internet<br />
//Produktion f&#252;r das digitale 3D-Kino<br />
//Schrecklich erfolgreiche Videos auf Youtube<br />
//Live Cinema (non-lineare Filme performed von VJs)<br />
//Filmvermarktung in der virtuellen 3D-Welt Twinity</p>
<p>Richtig hitzig wurde die Debatte erst bei der von <a title="Tillmann Allmer" href="http://www.tillmannallmer.de/" target="_blank">Tillmann Allmer</a>, <a title="Sven Assmanns Blog" href="http://www.sven-assmann.de/blog/index.html" target="_blank">Sven Assmann</a> und meiner Wenigkeit moderierten Diskussion zu Vermarktungsstrategien f&#252;r Filme im Netz. Die Position „Unter keinen Umst&#228;nden irgendwelche Rechte am filmischen Werk zur Verf&#252;gung stellen“ traf auf „Bits wollen frei sein!“ und „Embrace it or die!“ Statements. Die k&#252;nftigen Verh&#228;ltnisse werden sich wohl irgendwo zwischen diesen Polen einpendeln.<span id="more-168"></span></p>
<p>Wer sich daf&#252;r interessiert, dem sei die Aufnahme einer Paneldiskussion beim diesj&#228;hrigen Sundance-Festival ans Herz gelegt, in der konkrete Beispiele f&#252;r erfolgreiche Strategie genannt und konstruktiv diskutiert werden: Klick f&#252;r <a title="Video Sundance Panel new models of Distribution" href="http://www.youtube.com/watch?v=gC8wtpSQ_Yk&amp;eurl=http%3A%2F%2Fcinematech.blogspot.com%2F2009_01_01_archive.html&amp;feature=player_embedded" target="_blank">Video von Teil 1</a> und von <a title="Video Sundance Panel new models of Distribution" href="http://www.youtube.com/watch?v=zJptX1IwHks&amp;eurl=http%3A%2F%2Fcinematech.blogspot.com%2F2009_01_01_archive.html&amp;feature=player_embedded" target="_blank">Teil 2</a>.  Am pointiertesten stellte eine Filmemacherin die derzeitige Situation dar, die ich, da ich den Podcast geh&#246;rt habe und die Redner ihre Namen nicht nannten, leider nicht identifizieren kann:</p>
<blockquote><p>„We hope to be pirated. It’s the sincerest form of flattery. Any way to spread the word about your movie is great PR. Somebody gets a hold of your movie on Bit-Torrent and they tell someone else and maybe they buy it or tell someone else again and that’s what we want.“</p></blockquote>
<p>Von dieser Haltung war die in der Homebase versammelte Runde sehr weit entfernt. Leider hatte beim Berliner Digital Film Camp noch niemand konkrete eigene Erfahrungen vorzuweisen, welche Strategie funktioniert, was man alles falsch bzw. richtig machen kann. Schade, so wurden vor allem US-Beispiele zitiert und Tim Baumann, ein Informatikstudent, der sich an die Produktion eines <a title="Valkaama Website" href="http://www.valkaama.com" target="_blank">Open Source Films</a> gewagt hat, fehlte die Erfahrung in der Filmbranche, um Potentiale und Bedrohungen einsch&#228;tzen zu k&#246;nnen. Hoffentlich ist das bis zum n&#228;chsten Camp am 6. November im Rahmen des <a title="Interfilm Berlin" href="http://www.interfilm.de/" target="_blank">Interfilm </a>Kurzfilmfestivals anders!</p>
<p>Ich hatte noch eine kleine Sammlung von aus meiner Sicht hilfreichen Links zum Thema f&#252;r das Digital Film Camp vorbereitet. Diese Links finden sich teilweise in meiner Blogrolle und eine etwas ausf&#252;hrlichere Liste in der nachfolgende Pr&#228;sentation mit kurzen Kommentaren dazu.</p>
<div id="__ss_1316342" style="width: 425px; text-align: left;"><a style="font:14px Helvetica,Arial,Sans-serif;display:block;margin:12px 0 3px 0;text-decoration:underline;" title="Ressourcen Digitaler Film" href="http://www.slideshare.net/Jennifer_Hoffmann/ressourcen-digitaler-film?type=powerpoint">Ressourcen Digitaler Film</a><object width="425" height="355" data="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=ressourcendigitalerfilm-090420104039-phpapp02&amp;stripped_title=ressourcen-digitaler-film" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=ressourcendigitalerfilm-090420104039-phpapp02&amp;stripped_title=ressourcen-digitaler-film" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<div style="font-size: 11px; font-family: tahoma,arial; height: 26px; padding-top: 2px;">View more <a style="text-decoration:underline;" href="http://www.slideshare.net/">presentations</a> from <a style="text-decoration:underline;" href="http://www.slideshare.net/Jennifer_Hoffmann">Jennifer_Hoffmann</a>.</div>
</div>
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		<item>
		<title>&#8220;Bits wollen frei sein!&#8221; Nr. 1: Republica 09</title>
		<link>http://www.jenniferhoffmann.com/2009/04/23/bits-wollen-frei-sein-nr-1-republica-09/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Apr 2009 19:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

		<category><![CDATA[berlin]]></category>

		<category><![CDATA[blogging]]></category>

		<category><![CDATA[creative_commons]]></category>

		<category><![CDATA[republica09]]></category>

		<category><![CDATA[rp09]]></category>

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		<description><![CDATA[Zeitnahe Besprechungen von Veranstaltungen sind meine Sache nicht und so gibt es mal wieder Wooooooochen sp&#228;ter eine kleine Nachlese zur Republica 09. Die zum ersten Digital Film (Bar)Camp in Berlin folgt in K&#252;rze.
Die Republica ist rasant von einem gem&#252;tlichen Treffen von Insidern anno 2007 zu einer auch in den „alten“ Medien viel beachteten Konferenz mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zeitnahe Besprechungen von Veranstaltungen sind meine Sache nicht und so gibt es mal wieder Wooooooochen sp&#228;ter eine kleine Nachlese zur <a title="Republica 09 Berlin" href="http://www.re-publica.de/09" target="_blank">Republica 09</a>. Die zum ersten <a title="Digital Film Camp Berlin" href="http://www.digitalfilmcamp.de/" target="_blank">Digital Film (Bar)Camp</a> in Berlin folgt in K&#252;rze.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://re-publica.de"><img title="Republica 09 Berlin" src="http://re-publica.de/09/banner/150x150_a.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">  </p></div>
<p>Die Republica ist rasant von einem gem&#252;tlichen Treffen von Insidern anno 2007 zu einer auch in den <a title="Pressespiegel Republica 09" href="http://www.re-publica.de/09/2009/04/10/pressespiegel-der-republica09/" target="_blank">„alten“ Medien viel beachteten Konferenz</a> mit 1500 Teilnehmern in diesem Jahr gewachsen. Wie bei jeder Konferenz gab es gute und grottige Vortr&#228;ge und dann noch einige echte H&#246;hepunkte (siehe Zitate, Kommentare und Linkls weiter unten).</p>
<p>Ich habe viel dar&#252;ber nachgedacht, worin der spezifische Wert dieser Konferenz besteht. Letztlich ist es wie bei allen guten Veranstaltungen dieser Art: der allergr&#246;&#223;te Wert ist die Vernetzung realer Menschen unter einem realen Dach. Bei einer Bloggerkonferenz f&#252;hrt das zu dem unterhaltsamen Ph&#228;nomen, dass man unerwartet mit Menschen an der Bar steht und diese nur anhand ihres Namensbadges als jemanden erkennt, mit dem man sich schon des &#246;fteren per Blogkommentar, Mail u.&#228;. ausgetauscht hat. Hat mehrfach zu lustigen Begegnungen gef&#252;hrt <img src='http://www.jenniferhoffmann.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>F&#252;r mich v&#246;llig &#252;berraschend war das erstaunlich starke und wohlige Gef&#252;hl, sich in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten real zu tummeln, einer Gemeinschaft von Leuten, die die gleichen Interessen und Anliegen als Netzb&#252;rger haben wie icke. Wie bei jeder Gemeinschaft haben solche Versammlungen auch den Zweck, sich in den eigenen &#220;berzeugungen durch Rituale zu best&#228;rken. &#220;berspritzt formuliert: die Twitterwall und das Netbook auf dem Scho&#223; als gemeinschaftsstiftende Elemente der Blogosph&#228;re. Pl&#246;tzlich f&#252;hlt man sich zu einer kulturellen und gesellschaftlichen Avantgarde geh&#246;rig, nur weil man Creative Commons f&#252;r eine kluge Idee h&#228;lt und das Verhalten der Musik- und Filmindustrie als einschneidende Beschr&#228;nkung unserer Kultur betrachtet. Als jemand, der hauptberuflich in der Filmbranche arbeitet, ist das ein sehr widerspr&#252;chliches Gef&#252;hlt…</p>
<p>Alle Vortr&#228;ge wurden live gestreamt und k&#246;nnen auch im Nachhinein bei <a title="Videoaufzeichnungen der Republica" href="http://make.tv/republica2009" target="_blank">make.tv</a> angeschaut werden. Hier eine kleine Auswahl und ein paar Zitate von den Veranstaltungen.</p>
<p>Mein absoluter Favorit war <a title="Lawrence Lessig bei der Republica 09" href="http://make.tv/republica2009/show/18607" target="_blank">Lawrence Lessings Vortrag</a>. <span id="more-151"></span>Lessig ist einer der Begr&#252;nder der Creative Commons und hat eindrucksvoll vermittelt, wodurch die noch zarte Pflanze Netzkultur bedroht ist. Aber was hei&#223;t hier Vortrag, das war eine Performance! Der <a title="Taz-Artikel &#252;ber Lessig Vortrag." href="http://www.taz.de/1/leben/internet/artikel/1/der-guru-spricht/" target="_blank">quasi-religi&#246;se Charakter</a> dieser Performance wurde in der taz &#252;brigens sehr gut beschrieben. Als frisch bekehrte J&#252;ngerin st&#252;rmte ich sogleich vom Friedrichstadtpalast zu einer gro&#223;en Buchhandlung nur wenige Meter entfernt. Und wo fand sich Lessig&#8217;s Buch zur &#8220;Remix-Culture&#8221;? In der Rubrik &#8220;Computer f&#252;r Einsteiger&#8221; // tsetsetse // Die alten Medien kapieren es echt nicht! Zitate aus Lessigs Vortrag:</p>
<blockquote><p>&#8220;With a book, to read it, lend it to somebody, to sell it, event to sleep on a book: it&#8217;s not regulated anywhere. Just because the platform was changed [from analog to internet], suddenly all of these rights to use digital contents just as we used to use books have been taken away.&#8221; // &#8220;The war on piracy is a war of prohibition. And just like prohibition didn&#8217;t work, this war has not changed anything, peer2peer is still growing.&#8221; // &#8220;Amateurs should be free to speak, to be remixing and sharing with others.&#8221; // &#8220;A significant space of culture needs to be deregulated!&#8221;</p></blockquote>
<p>Sehr beeindruckt hat mich <a title="Vortrag Mideast Youth Network" href="http://make.tv/republica2009/show/18674" target="_blank">Esra&#8217;a Al Shafei&#8217;s Vortrag</a> &#252;ber die Arbeit des von ihr begr&#252;ndeten <a title="Mideast Youth Network" href="http://www.mideastyouth.com/" target="_blank">Mideast Youth Networks</a>. Nicht wundern, dass sie nicht in der Aufzeichnung ihres Vortrags zu sehen ist: Da Esra&#8217;a wegen ihrer Forderung nach Redefreiheit in ihrem Heimatland Bahrein immer mit einem Fu&#223; im Gef&#228;ngnis steht, bat sie darum, dass keine Bilder von ihr gemacht werden.  Und so gibt es auch von ihr an dieser Stelle einige Zitate:</p>
<blockquote><p>&#8220;The internet is the only tool that we can use to be really free! It is the only ressource allowing us to communicate with whoever we want [in bestimmten arabischen L&#228;ndern ist der Kontakt zu Israelis verboten, aber &#252;ber das Internet k&#246;nnen z.B. auch Libanesen mit Israelis sprechen].&#8221; //  &#8220;With the internet, people are fighting for human rights, for instance religious minorities. They were not able to participate in the old media, since they are state-owned or controlled, but they are now very visible on the web. These people have always been oppressed and their voices could never be hear before the internet.“ // &#8220;People use the internet to fight for their right to exist.&#8221; // &#8220;Women are the face of change in the middle east!“ // &#8220;People in the middle East are very skilled in hiding their real identities from their online identities. People there don&#8217;t think about is &#8216;facebook making money of me&#8217;. The only thing we think about is freedom of speech and we use whichever platform helps us with this issue.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer sich f&#252;r ihre Arbeit interessiert, sollte sich die <a title="Kampagne zur Befreiung des &#228;gyptischen Bloggers Karim aus der Haft" href="http://www.freekareem.org/" target="_blank">Free Kareem-Kampagne</a>, die <a title="Bahai Rights Kampagne" href="http://www.bahairights.org" target="_blank">Kampagne f&#252;r die Rechte der religi&#246;sen Minderheit der Bahai</a> (der <a title="Remix Persepolis" href="http://www.bahairights.org/2008/08/15/persepolis-2-safeguard-the-innocent/" target="_blank">Remix des Films <em>Persepolis</em></a> ist super!) oder <a title="Postcards for Iran" href="http://www.postcards-for-iran.org/" target="_blank">Postcards for Iran</a> anschauen.</p>
<p>Begr&#252;&#223;enswert fand ich eine kleine Diskussionsrunde mit Rangeen Horami und Oliver Passek vom <a title="Medienboard Berlin-Brandenburg" href="http://www.medienboard.de" target="_blank">Medienboard Berlin-Brandenburg</a>. Das Medienboard vergibt die Filmf&#246;rdermittel in der Hauptstadtregion und unterst&#252;tzt auch viele Veranstaltung im Medienbereich, wie z.B. auch die Republica oder die von mir organisierte <a title="INSIGHT OUT / HFF Academy" href="http://www.insightout-training.net" target="_blank">INSIGHT OUT / HFF Academy</a>. Unter dem Titel &#8220;<a title="Medienboard Panel" href="http://programm.re-publica.de/2009/events/429.de.html" target="_blank">Herausforderungen und Chancen digitaler Medienf&#246;rderung</a>&#8221; diskutierten die beiden sehr offen mit dem Publikum. Wie kann solch F&#246;rderung strukturiert werden, welche Bedarfe gibt es? Diese Fragen wurden vom Medienboard in die Runde geworfen, denn man suche selbst noch nach den Antworten und erhoffe sich von dieser Diskussion einige Anst&#246;&#223;e, wie man diese noch junge Branche unterst&#252;tzen k&#246;nne.</p>
<p>In der Kategorie &#8220;grottig&#8221; fand sich aus meiner Sicht die Diskussion mit dem provokanten Titel &#8220;<a title="Bloggerinnenpanel" href="http://programm.re-publica.de/2009/events/331.de.html" target="_blank">Wenn Frauen bloggen</a> - Warum Babykotze genau so relevant ist wie das iPhone&#8221;.  Nun bin ich erst am Ende dazu gesto&#223;en, aber da entspannte sich gerade eine Diskussion rund um die Frage, ob Frauen benachteiligt seien in der Blogosph&#228;re oder nicht. Die wurde schnell wirklich schlecht, es wurde mit dummen Klischees argumentiert (M&#228;nner vernetzen sich nur untereinander und deshalb gab es beim &#8220;Deutschen Blogger Panel&#8221; auf der Republica auch keine Frau) und keine Antwort darauf gegeben, ob Frauen nun strukturell benachteiligt sind im Netz oder nicht.  Meiner Meinung nach waren sie auf dem Holzweg: Gerade Web2.0-Technologien wie Facebook, Wordpress etc. sind mittlerweile so einfach zu bedienen und kostenfrei, dass es weder technische noch finanzielle Hindernisse gibt, sich selbst im Netz zu artikulieren, sich zu vernetzen und seine eigenen Themen auf die Agenda zu bringen. Da von struktureller Benachteiligung zu sprechen, halte ich f&#252;r v&#246;lligen Mumpitz, mittlerweile kann man doch nur noch sagen &#8220;Schuld eigene&#8221;, wer sich nicht engagiert. Wer eine etwas weniger polemische Nachlese zu diesem Thema w&#252;nscht, lese <a title="Kommentar Bloggerinnen-Panel Republica" href="http://www.news.de/medien/1216798478804/bloggerinnen-ohne-stimme.html" target="_blank">hier</a>. Auch von diesem Panel gibt es ein paar nette Zitate, beide &#252;brigens von M&#228;nnern, die etwa zu einem Drittel im Publikum vertreten waren:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das hier ist der Zoo, um die Frauen anzugucken. Alle, die hier [auf der Republica] sind, um dar&#252;ber zu reden, was sie machen, sitzen anderswo. Die die hier sind, sind als Frauen da.“ // &#8220;Da vorne sitzen 5 interessante Frauen, warum redet ihr &#252;ber Geschlechterrollen und nicht &#252;ber die Inhalte Eurer Blogs?“</p></blockquote>
<p>Trotz dieses einen wirklich &#228;rgerlichen Panels, gibt es f&#252;r mich ein klares Fazit: sch&#246;n und spannend war&#8217;s. Die Ansammlung der Szenelegenden war wirklich beeindruckend. Auch f&#252;hle ich mich jetzt nicht mehr ganz so nerdig, ist doch auch h&#252;bsch <img src='http://www.jenniferhoffmann.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> N&#228;chstes Jahr bin ich jedenfalls wieder dabei!</p>
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		<title>Transmediale 09: Gef&#252;hlsk&#228;lte im tiefen Norden?</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2009 21:24:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Die <a href="http://www.transmediale.de">transmediale.09</a> ging gestern zu Ende. Da ich nur einige Stunden am Freitag Zeit hatte, mich vor Ort im Haus der Kulturen der Welt umzuschauen, soll dies hier keine ausf&#252;hrliche Kritk des Festivals werden, sondern eine lose Sammlung von Gedanken und Impressionen dazu bieten. [...]Flimmernde Bildschirme, Projektionen auf den Planen und entr&#252;ckte Soundlandschaften dominierten die Ausstellung. Mit den meisten Werken tat ich mich sehr schwer, sie blieben mir fremd, die eine oder andere Idee war interessant, doch nur Weniges ber&#252;hrte mich in irgendeiner Weise. Die meisten Werke transportierten f&#252;r mich die emotionale K&#228;lte des Mottos. Zwei St&#252;cke m&#246;chte ich kurz darstellen, eines das ich ausgesprochen gelungen und auf hohem k&#252;nstlerisch-technischem Niveau fand und eines, das zwar irgendwie interessant war, aber doch zu abstrakt blieb.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-97" style="margin: 5px; float: left; title=" src="http://www.jenniferhoffmann.com/wp-content/uploads/transmediale09.jpg" alt="transmediale.09 postcard" width="312" height="177" />Vor zwei Tagen ging die <a href="http://www.transmediale.de">transmediale.09</a> zu Ende, die ganz im Zeichen des Klimawandels gem&#228;&#223; dem diesj&#228;hrigen Motto &#8220;Deep North&#8221; stand. Da ich nur einige Stunden am Freitag Zeit hatte, mich vor Ort im Haus der Kulturen der Welt umzuschauen, soll dies hier keine ausf&#252;hrliche Kritk des Festivals werden, sondern nur ein paar Bemerkungen vor allem zur Ausstellung bieten.</p>
<h2>Fl&#252;chtlingslager zum Netzwerken</h2>
<div id="attachment_99" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-medium wp-image-99" title="transmediale09_foyer_web" src="http://www.jenniferhoffmann.com/wp-content/uploads/transmediale09_foyer_web-500x333.jpg" alt="Transmediale Foyer designed by Raumtaktik" width="500" height="333" /><p class="wp-caption-text">Transmediale Foyer designed by Raumtaktik</p></div>
<p>Beim Betreten des Hauses der Kulturen der Welt &#252;berraschte einen sogleich das eigenwillige, provisorische und wie ich fand gro&#223;artige Aussstellungsdesign des Berliner B&#252;ros <a href="http://www.raumtaktik.de/">Raumtaktik</a>. Holzlatten, Planen, Wellblechst&#252;cke und Sperrholzplatten waren im Foyer und der Ausstellungshalle verspannt und genagelt zu tempor&#228;ren Schutzecken. In diesem Berliner Inneraum schaute es aus wie sonst an asiatischen K&#252;sten nach einem Taifun, wo Menschen die wenigen verbliebenen Baumaterialien zu Notunterk&#252;nften zusammenzimmern.<span id="more-96"></span> Zwischen diesen Verschl&#228;gen waren Schaumstoffmatrazen hingeworfen, auf denen die Festivalbesucher diskutierten, einfach nur abhingen oder am Laptop computerten. Klug und preiswert zugleich: Dank der Matrazen herrschte eine l&#228;ssig-lockere Atmosph&#228;re, die zum Verweilen und Austausch mit dem Menschen, der neben einem auf der Matraze ruml&#252;mmelt, einlud.</p>
<h2>Die Ausstellung: transmediale award</h2>
<p>Flimmernde Bildschirme, Projektionen auf den Planen und entr&#252;ckte Soundlandschaften dominierten die Ausstellung. Mit den meisten Werken tat ich mich schwer, sie blieben mir fremd, die eine oder andere Idee war interessant, doch nur Weniges ber&#252;hrte mich in irgendeiner Weise. Die meisten Werke transportierten f&#252;r mich die emotionale K&#228;lte des Mottos. Zwei St&#252;cke m&#246;chte ich kurz darstellen, eines das ich ausgesprochen gelungen fand und durch ein hohes k&#252;nstlerisch-technisches Niveau auffiel und eines, das zwar irgendwie interessant war und f&#252;r das Anliegen der Transmediale durchaus repr&#228;sentativ ist, f&#252;r mich jedoch zu abstrakt blieb. Au&#223;erdem gibt es noch 4 online Projekte, die quasi eine online Erweiterung der Ausstellung sind und auch nach dem Ende des Festivals noch besucht werden k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Esther Polak: NomadicMilk</strong><br />
<a href="http://www.transmediale.de/en/files/imagecache/tm_medium_width318px/artworkimages/polak__090117wsidiris03_0.jpg" rel="lightbox[96]"><img class="alignleft" style="margin: 5px; float: left; title=" src="http://www.transmediale.de/en/files/imagecache/tm_medium_width318px/artworkimages/polak__090117wsidiris03_0.jpg" alt="" width="318" height="254" /></a>Mit Hilfe von GPS-Daten werden die Routen zwei sehr unterschiedlicher Milchtransporteure verglichen: Einerseits ein nomadisch lebender Kuhhirte vom Stamm der Fulani und zum zweiten ein LKW der Firma Peak Milk, die ihre Produkte bis in die hintersten Ecken Nigerias liefert. Das Projekt <a href="http://www.nomadicmilk.net/">NomadicMilk </a>ist relativ breit angelegt. Auf der Transmediale war nur ein geringer Ausschnitt davon zu sehen: kleine, knapp Schuhkarton-gro&#223;e ferngesteuerte Roboter mit 4 R&#228;dern und einer Plastikflasche gef&#252;llt mit Vogelsand oben drauf. Diese Roboter malten Sandlinien auf den Boden, die so die von Nomaden und LKW genutzten Routen visualisierten. Dar&#252;ber hingen Radios in der Luft, aus denen Tonmitschnitte mit Unterhaltungen mit den Protagonisten zu h&#246;ren waren. Dann wurde auch noch ein Video projeziert, dass die K&#252;nstlerin in Nigeria mit den Protagonisten zeigte, vor denen die Roboter Vogelsandlinien auf die rote, staubige Erde zeichneten.  Sicherlich hat dieses Projekt eine dokumentarisch-ethnologische Dimension, die ich nicht beurteilen kann, da mir das Fachwissen fehlt. Die Visualisierung und darauf basierende Analyse der verschiedenen Routen liefert bestimmt wertvolle Informationen, wenn man sich f&#252;r die Milchdistribution in Nigeria interessiert. Als Kunstinstallation fand ich die Bilder jedoch befremdlich. Da steht eine wei&#223;e Frau mit mehreren Nigerianer irgendwo in Afrika, gemeinsam starren sie auf diese kleinen sandlinien-malenden Roboter. Ich hatte sofort Assoziationen im Kopf von Europ&#228;ern, die im vermeintlichen Indien Glasperlen an die dort lebenden Menschen verteilen. Die Installation bekam dann noch eine absurde Dimension, als die K&#252;nstlerin mit einem kleinen Pinsel die Vogelsandlinien wieder „begradigte“, nachdem im Laufe des Tages mehrere Besucher diese etwas breit getreten hatten. Ich fand die k&#252;nstlerische Umsetzung, sprich die gestalterische Dimension der Installations, weder besonders ansprechend noch einfallsreich.</p>
<p><strong>Reynold Reynolds: Six Apartments </strong></p>
<div id="attachment_100" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-medium wp-image-100" title="reynolds_sixapartments_web" src="http://www.jenniferhoffmann.com/wp-content/uploads/reynolds_sixapartments_web-500x333.jpg" alt="Video still from Six Apartments" width="500" height="333" /><p class="wp-caption-text">Video still from Reynold Reynolds Six Apartments</p></div>
<p>Das Splitscreen-Video vom US-Experimentalfilmer <a href="http://www.reynold-reynolds.com/">Reynold Reynolds</a> gewann den zweiten Preis des transmediale Awards und war f&#252;r mich das &#252;berzeugendste Werk in der gesamten Ausstellung. Aus dem Katalogtext: „In einer poetischen Erz&#228;hlung von Resignation und Verfall portraitiert Reynolds in seiner Videoinstallation sechs Menschen in ihren Wohnungen. Isoliert voneinander, doch durch die Massenmedien Radio und Fernsehen miteinander verbunden, werden ihre undramatischen Lebensl&#228;ufe – essen, schlafen, fernsehen – zwar von Nachrichten &#252;ber die Probleme der Welt und bevorstehende Umweltkatastrophen &#252;berlagert, jedoch nicht weiter tangiert.“  Durch die Splitscreen-Technik sind immer zwei Wohnungen gleichzeitig zu sehen. Wenn ich das auf Reynolds Website recht verstanden habe, ist Six Apartments keine dokumentarische, sondern eine inszenierte Arbeit. Durch sehr geschickte und subtile Montage und ausgekl&#252;gelte Kamerafahrten beziehen sich die Bilder auf den zwei Leinwandh&#228;lften, die jeweils dargestellten einsamen Leben aufeinander ohne dass die Protagonisten etwas von einander ahnen. Das isolierte Leben in allen sechs Wohnungen steuert, qualvoll langweilig auf Tod und Verfall zu. Selten habe ich eine so beklemmende Darstellung des Lebens in urbaner Isolation gesehen. Wird so unser Dasein aussehen, wenn wir von Freunden und Nachbarn entfremdet in &#252;berfluteten Gro&#223;st&#228;dten vor der Flimmerkiste auf den Tod warten?</p>
<p><strong>Online Ausstellung</strong></p>
<p>Die Transmediale verlinkt von ihrer Website zu <a title="Selected Transmediale Net and Community Websites" href="http://www.transmediale.de/en/online-highlights-selected-web-and-net-community-p" target="_blank">4 online Projekten</a>, die auch nach dem Ende des Festivals im Web erreichbar bleiben. Dazu geh&#246;ren zwei spannende Browser-Plugins, die allerdings f&#252;r Europ&#228;er nicht wirklich von Nutzen sind: das <a title="Real Costs CO2 Plugin" href="http://therealcosts.com/" target="_blank">Real Costs Plugin</a> berechnet auf (nordamerikanischen) Fluglinien-Websites den CO2-Aussto&#223; f&#252;r die gew&#228;hlte Flugreise. Das <a title="Oil Standard Plugin" href="http://transition.turbulence.org/Works/oilstandard/" target="_blank">Oil Standard Plugin</a> ermittelt die Anzahl der &#214;lf&#228;sser zum gerade aktuellen &#214;lpreis f&#252;r beliebige $-Betr&#228;ge auf ausgew&#228;hlten Websites. Als h&#228;tte Finanzminister Steinbr&#252;ck die beiden Plugins zusammen mit der Abwrackpr&#228;mie erfunden <img src='http://www.jenniferhoffmann.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<h2>Vom K&#252;hlschrank zu computer-basierter Kunst</h2>
<p>Im Filmprogramm habe ich zwei wunderbare Werbefilme aus den 60&#8242;ern gesehen, die die Segnungen des damals hochmodernen Eisfachs priesen (z. B. <a title="Transmediale Films" href="http://www.transmediale.de/en/melting-fridges-part-i" target="_blank">&#8220;Lebensmittel im Eisschlaf&#8221;</a> f&#252;r AEG), filmisch effektvoll im Stile der 60&#8242;er umgesetzt. Im Lichte dieses Vergleichs (damals aktuelle Themen werden mit den zu der Zeit modernsten Mitteln beschrieben) komme ich zu dem Schluss, dass die Transmediale 2009 ganz ihrem Anspruch gerecht wurde, mit Hilfe von Kunstwerken, die gegenw&#228;rtige Medientechnologien nutzen, eine Aussage zum Zustand unserer Gesellschaft zu treffen. GPS-Daten, Eyetracking, digitale Filmeffekte und elektronische Musik, die aus 5.1 Soundsystemen dr&#246;hnte - die K&#252;nstler setzten ein, was gerade der neueste Stand der Technik ist und stellten in ihren Kunstwerken kritische Fragen zum Zustand unserer Gesellschaft. Einige dieser Kunstwerke waren zumindest f&#252;r mich auch Ansto&#223;  zu Diskussionen mit Freunden und mehreren Webrecherchen zu bestimmten Themen. Wenn ein Festival dies zu leisten im Stande ist, dann machen die Macher etwas richtig. Trotzdem war dieses Befremden, das schulterzuckende &#8220;Das ist interessant, ber&#252;hrt mich aber nicht weiter&#8221; das vorherrschende Gef&#252;hl. Ob man dessen Ursache den Kunstwerken bzw. Festival zuschreiben sollte oder es als symptomatisch f&#252;r unsere Zeit deuten m&#246;chte - das ist schwierig zu beantworten. Reynold Reynolds Experimentalfilm &#252;berzeugte vor allem, weil er die technischen Mittel (VFX, komplizierte Kamerafahrten etc.) seiner k&#252;nstlerischen Vision unterordnete und ein konsequentes gestalterisches Konzept verfolgte. Bei vielen anderen Werken hatte ich oftmals das Gef&#252;hl, dass die K&#252;nstler sich in den technischen M&#246;glichkeiten verheddert hatten statt sich auf die KUNSTvolle Umsetzung ihres Themas zu konzentrieren.</p>
<p>Noch als Nachtrag f&#252;r alle, die die Transmediale nicht kennen:</p>
<h2>Was ist die Transmediale eigentlich?</h2>
<p>Die Transmediale wurde anno 1988 ins Leben gerufen, als eine Videofilmsektion der Berlinale f&#252;r all jene Filme, die auf elektronischen Medien basierten und so nicht in den Kontext eines normalen Filmfestivals gezeigt wurden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die transmediale weiter und wurde gr&#246;&#223;er: eine j&#228;hrliche Ausstellung, Konferenz und der Club Transmediale, der sich der elektronischen Musik und Clubkultur widmet, kamen hinzu, man zog in das Haus der Kulturen der Welt um, die Kulturstiftung des Bundes stieg als einer der Hauptf&#246;rderer ein f&#252;r dieses, wie es in der F&#246;rderbegr&#252;ndung der Kulturstiftung hei&#223;t, „Leuchtturmprojekt der Gegenwartskunst“. Mittlerweile tr&#228;gt die transmediale den Untertitel „festival for art and digital culture“ und bietet k&#252;nstlerischen und theoretischen Arbeiten eine Plattform, die „nicht nur auf neue technische Entwicklungen reagieren, sondern Einfluss auf die Art und Weise aus&#252;ben, wie wir diese Technologien erfahren. Die transmediale versteht Medientechnologien als Kulturtechniken, die man sich aneignen muss, um durch sie unsere heutige Gesellschaft verstehen, kritisieren und gestalten zu k&#246;nnen.“ (aus dem „&#252;ber uns“ Text von der Website). Jedes Jahr hat die Transmediale ein &#252;bergeordnetes Motto: Letztes Jahr war es „conspiracy“, dieses Mal ging es um den Klimawandel unter dem Titel „deep north“.</p>
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