
Endlich steht das neue Layout, die Widgets und Plugins sind aktiviert, der RSS-Feed funktioniert. Das letzte was diesem kleinen Blog noch fehlte war die Blogrolle. Schließlich kommt nicht jeder auf diese Rolle und alle hier gelisteten Blogs kann ich nur wärmsten empfehlen. Da sie allesamt lesenswert sind, möchte ich sie nachfolgend kurz vorstellen.
Kulturmarketing & -management
- Beth Kanter: Viele praktische Tipps finden sich bei Beth Kanter, die non-profit Organisationen zum Einsatz von Web2.0 Werkzeugen berät (in Englisch).
- Karin Janner: Auf ihrem Blog zum Kultur entwickeln sich immer wieder spannende Diskussionen.
- Kulturblogger: Christian Holst bezeichnet sein Blog sehr treffend als digitales Feuillton. Ein Schwerpunkt liegt auf klassischer Musik.
- Kulturmanagement Blog: Christian Henner-Fehr betreibt sein Blog schon seit 2006 und es ist dementsprechend sehr umfangreich. Ich nutze es mittlerweile regelmässig, um einzelne Themen zum Kulturmanagement zu recherchieren.
- Michael Srbas Moving Cultures Blog (in Englisch) bietet eine interessante Perspektive als Kulturmanager und Dirigent in der Slovakei.
- Technology in the Arts: interessantes Blog des Center for Arts Management and Technology der Carnegie Mellon University, Pittsburgh, USA. Mit Podcasts und Tipps für den Einsatz von Web-Tools in Kunst und Kultur
Marketing
- Marketingberater 2.0: Sebastian Voss hat sich auf Marketing im Web2.0 spezialisiert.
- Klaus Eck, der PR-Blogger, wirft einen Insider-Blick auf den Wandel der PR-Arbeit in einer digitalisierten Welt.
- Trendwatching: ein unterhaltsames, monatliches Update über die angeblichen nächsten Trends in Englisch.
Weiterbildung
- Anja C. Wagner erlaubt auf ihrem Edufuture Blog einen Einblick in die Zukunft der Weiterbildung. Sehr zu empfehlen, da ich bei ihr auch schon eine spannendes Seminar belegt habe.
- E-Learning Blog von Tim Schlotfeld. Der Name sagt’s eigentlich schon sehr genau…
- E-Learn Magazine (in Englisch) von Steven Downes ist eine hervorragende Ressource im Web zu allem was mit Lernen und dem Internet zu tun hat. Pflichtlektüre.
Digitaler Film & Video
- Digitaler Film: Bertram Gugel bietet einige der besten und interessantesten Analysen rund um das Thema Film und Video im Internet. Auch wenn er kürzlich auf die “dark side” gewechselt ist, mit der Diplomarbeit das Studentendasein beendete und jetzt für Springer arbeitet.
- Cinema Tech von Scott Kirsner ist meiner Meinung nach das beste Blog zur Digitalisierung des Kino- und Filmgeschäfts. Natürlich in Englisch.
Schönes
- Experiences of an English Soldier: genau 90 Jahre, nachdem ein englischer Gefreiter seine Briefe von den Fronten des ersten Weltkrieges geschrieben hat, werden diese hier wieder veröffentlicht. Bisher wissen wir noch nicht, wie sein Schicksal sein wird.
- Kunst ist auch Kaktus ist eine der schönsten Blog-Ideen, die mir seit Langem untergekommen ist.
- Ödipedia: Ein Theaterprojekt, das mittels kollaborativer Arbeit in einem Wiki einen Theatertext für einen modernen Ödipus entwickeln will.
Viel Spaß beim Lesen!
Tags: Links · kulturmarketing
Letzten Donnerstag ging in Stuttgart die FMX/08 zu Ende und nun komme ich, nachdem ausgiebig das schöne Wetter genossen wurde, endlich dazu, einen kleinen Bericht zur FMX zu schreiben.
Rund 400 Redner referierten auf dieser Konferenz zu Animation, Effekten, Games und Digitalen Medien. Ich war im Auftrag meines Arbeitgebers dort, um potentielle Referenten für unsere eigene Veranstaltung zu akquirieren und habe folglich vor allem die Vorträge zum digitalen Kino gehört. Die FMX bietet jedoch eine breite Vielfalt an Themen, in deren Zentrum immer die digitale Herstellung oder Bearbeitung von Bildern steht. Basierend auf dem, was ich in Stuttgart gehört und gesehen habe, möchte ich hier versuchen, einige Trends zum digitalen Kino, Serious Games und Machinima zusammen zu fassen. [Mehrlesen →]
Tags: Berufliches · Bewegte Bilder · Spiele · weiterbildung
Gestern wurden beim zweiten deutschen Festival des Handyfilms im Roten Salon in Berlin die Preise verliehen. 170 Filme wurden eingereicht, eine Jury wählte die Preisträger aus und das Publikum sms-te für den Publikumspreis. Immerhin war der Spiegel dabei und die Gewinnerin erhielt 1000€ Preisgeld für ihre mysteriös-melancholische Adaption einer Kurzgeschichte von Anna Schnatz. Erfreulich, dass die Veranstalter Bargeld offerierten und es nicht nur Ruhm und Ehre zu gewinnen gab. Die Preisträger, aber auch die 166 anderen Teilnehmer, die leer ausgingen, haben dafür aber einen hohen Preis bezahlt.
Fragwürdige Teilnahmebedingungen
Folgende Bedingung schmarotzten die Veranstaltern den Machern der Handyfilme ab:
“Beginnend mit dem Festival ist Mobilevent für die Dauer von zwei Jahren berechtigt, ohne Gegenleistungen auf der Internetseite des Mobile Film Festivals sowie auf den Internetseiten der Medienpartner des Festivals auf nicht-kommerzieller Basis und zum Zweck der Bewerbung der Filme, der Teilnehmer und des Festivals, die zugelassenen Filme zu zeigen. [...]Die Teilnehmer gestatten dies ausdrücklich und verpflichten sich, ab Beginn des Festivals für die Dauer von zwei Jahren keine anderweitigen Exklusivrechte für die zugelassenen Filme zu vergeben.” (Hervorhebungen von mir)
Meiner Kenntnis nach würde sich in der Filmbranche kein Mensch auf derlei Bedingungen einlassen. [Mehrlesen →]
Tags: Bewegte Bilder · Web 2.0 · berlin
Auch wenn ich partout keinen aktuellen Aufhänger mehr finden kann, so möchte ich doch die Ergebnisse meiner Recherchen nicht in den Mülleimer werfen und sie statt dessen hier verspätet zum Thema Kultursponsoring am Beispiel der Berlinale posten.
Noch mal zur Rekapitulation aus dem Sponsoringleitfaden (sämtliche Quellenangaben finden sich am Ende des Beitrags) und weil’s so ein feines Zitat für diesen Artikel ist:
„Sponsoren sind es, die den Gesponserten die Erreichung ihrer Ziele ermöglichen. Sie verlangen als Gegenleistung den Image-Transfer. Bildlich ausgedrückt: Wer mit aufs Bild will, der muss dafür bezahlen.“
Medien, Autos, Haarspray
Die Berlinale hatte in 2008 drei Hauptsponsoren: das ZDF, Volkswagen und L’Oréal Paris. Das ZDF als Medienpartner, in VW-Fahrzeugen wurden die Promis chauffiert und L’Oréal? Den Plakaten am Potsdamer Platz konnte niemand entgehen: Ein Foto von Penelope Cruz mit – diese Anmerkung sei erlaubt – einem schlimmen, ums Gesicht drapierten Lockenkorb, dazu eine goldene Haarspray-Dose. Alles in einem edlen schwarzen Design, betitelt als „Sternstunden der Schönheit“.
Vorbild Berlinale
Die Partnerschaft zwischen der Berlinale und L’Oréal hat aus meiner Sicht, allein an den Zahlen gemessen, echten Vorbild-Charakter in Sachen Kultursponsoring:
Die Sponsoringeinnahmen deutscher Kulturinstitutionen belaufen sich derzeit auf 6,7% des Gesamtetats (Studie der Agentur Causales), der zu 51% aus öffentlichen Töpfen finanziert wird. Meinen Berechnungen zufolge, kommen in 2008 etwa 27% der Berlinale-Einnahmen aus Sponsoring (Details: siehe Quellen am Ende). Damit sind bei der Berlinale die Einnahmen aus Sponsoring vier Mal höher als sonst im Kulturbereich üblich.

Eine andere Studie (Agentur Pleon) zeigt, dass der Sponsor die mit dem Engagement verbundenen Ausgaben zu 74% direkt an den Sponsoren zahlt und 26% für die Umsetzung ausgibt. Angesichts des ungewöhnlich umfangreichen Maßnahmen-Pakets, das L’Oréal um die Berlinale 2008 herum geschnürt hat, würde ich spekulieren, dass sich das Verhältnis in diesem Fall eher umgekehrt verhält.
Was hat das Sponsoring-Paket umfasst?
Was die Sponsoring-Pakete genau enthalten und wie viel sie gekostet haben– das wird natürlich nie veröffentlicht. Um jedoch ein Gefühl für die Größenordnung zu erhalten, habe ich „rückwärts gerechnet“. Die Berlinale hat einen Gesamtetat von 17 Millionen Euro. Nach ausführlicher Recherche habe ich errechnet, dass die Berlinale 2008 aus Sponsoring 4,6 Millionen Euro eingenommen hat. Ich tippe, dass ich plus/minus 1 Million daneben liege. 3 Hauptsponsoren + 60 andere Sponsoren => vermutlich hat L’Oréal 1 Million Euro für das Privileg gezahlt, Sponsor der 58. Berlinale sein zu dürfen. [Mehrlesen →]
Tags: Sponsoring · berlin · kulturmarketing