Die Blogrolle

blogrolle 500x333 Die Blogrolle

Endlich steht das neue Layout, die Widgets und Plugins sind aktiviert, der RSS-Feed funktioniert. Das letzte was diesem kleinen Blog noch fehlte war die Blogrolle. Schließlich kommt nicht jeder auf diese Rolle und alle hier gelisteten Blogs kann ich nur wärmsten empfehlen. Da sie allesamt lesenswert sind, möchte ich sie nachfolgend kurz vorstellen.

Kulturmarketing & -management
Marketing
Weiterbildung
Digitaler Film & Video
Schönes

Viel Spaß beim Lesen!

FMX/08: spielen, lernen, 3D-Kino gucken

fmx08 FMX/08: spielen, lernen, 3D Kino guckenLetzten Donnerstag ging in Stuttgart die FMX/08 zu Ende und nun komme ich, nachdem ausgiebig das schöne Wetter genossen wurde, endlich dazu, einen kleinen Bericht zur FMX zu schreiben.

Rund 400 Redner referierten auf dieser Konferenz zu Animation, Effekten, Games und Digitalen Medien. Ich war im Auftrag meines Arbeitgebers dort, um potentielle Referenten für unsere eigene Veranstaltung zu akquirieren und habe folglich vor allem die Vorträge zum digitalen Kino gehört. Die FMX bietet jedoch eine breite Vielfalt an Themen, in deren Zentrum immer die digitale Herstellung oder Bearbeitung von Bildern steht. Basierend auf dem, was ich in Stuttgart gehört und gesehen habe, möchte ich hier versuchen, einige Trends zum digitalen Kino, Serious Games und Machinima zusammen zu fassen.  

Altmodische Handyfilme beim Mobile Film Festival

Gestern wurden beim zweiten deutschen Festival des Handyfilms im Roten Salon in Berlin die Preise verliehen. 170 Filme wurden eingereicht, eine Jury wählte die Preisträger aus und das Publikum sms-te für den Publikumspreis. Immerhin war der Spiegel dabei und die Gewinnerin erhielt 1000€ Preisgeld für ihre mysteriös-melancholische Adaption einer Kurzgeschichte von Anna Schnatz. Erfreulich, dass die Veranstalter Bargeld offerierten und es nicht nur Ruhm und Ehre zu gewinnen gab. Die Preisträger, aber auch die 166 anderen Teilnehmer, die leer ausgingen, haben dafür aber einen hohen Preis bezahlt.

Fragwürdige Teilnahmebedingungen

Folgende Bedingung schmarotzten die Veranstaltern den Machern der Handyfilme ab:

“Beginnend mit dem Festival ist Mobilevent für die Dauer von zwei Jahren berechtigt, ohne Gegenleistungen auf der Internetseite des Mobile Film Festivals sowie auf den Internetseiten der Medienpartner des Festivals auf nicht-kommerzieller Basis und zum Zweck der Bewerbung der Filme, der Teilnehmer und des Festivals, die zugelassenen Filme zu zeigen. [...]Die Teilnehmer gestatten dies ausdrücklich und verpflichten sich, ab Beginn des Festivals für die Dauer von zwei Jahren keine anderweitigen Exklusivrechte für die zugelassenen Filme zu vergeben.” (Hervorhebungen von mir)

Meiner Kenntnis nach würde sich in der Filmbranche kein Mensch auf derlei Bedingungen einlassen.  

Sternstunden des Kultursponsorings

Auch wenn ich partout keinen aktuellen Aufhänger mehr finden kann, so möchte ich doch die Ergebnisse meiner Recherchen nicht in den Mülleimer werfen und sie statt dessen hier verspätet zum Thema Kultursponsoring am Beispiel der Berlinale posten.

Noch mal zur Rekapitulation aus dem Sponsoringleitfaden (sämtliche Quellenangaben finden sich am Ende des Beitrags) und weil’s so ein feines Zitat für diesen Artikel ist:
„Sponsoren sind es, die den Gesponserten die Erreichung ihrer Ziele ermöglichen. Sie verlangen als Gegenleistung den Image-Transfer. Bildlich ausgedrückt: Wer mit aufs Bild will, der muss dafür bezahlen.“

Medien, Autos, Haarspray

berlinalelogo Sternstunden des KultursponsoringsDie Berlinale hatte in 2008 drei Hauptsponsoren: das ZDF, Volkswagen und L’Oréal Paris. Das ZDF als Medienpartner, in VW-Fahrzeugen wurden die Promis chauffiert und L’Oréal? Den Plakaten am Potsdamer Platz konnte niemand entgehen: Ein Foto von Penelope Cruz mit – diese Anmerkung sei erlaubt – einem schlimmen, ums Gesicht drapierten Lockenkorb, dazu eine goldene Haarspray-Dose. Alles in einem edlen schwarzen Design, betitelt als „Sternstunden der Schönheit“.

Vorbild Berlinale

Die Partnerschaft zwischen der Berlinale und L’Oréal hat aus meiner Sicht, allein an den Zahlen gemessen, echten Vorbild-Charakter in Sachen Kultursponsoring:

Die Sponsoringeinnahmen deutscher Kulturinstitutionen belaufen sich derzeit auf 6,7% des Gesamtetats (Studie der Agentur Causales), der zu 51% aus öffentlichen Töpfen finanziert wird. Meinen Berechnungen zufolge, kommen in 2008 etwa 27% der Berlinale-Einnahmen aus Sponsoring (Details: siehe Quellen am Ende). Damit sind bei der Berlinale die Einnahmen aus Sponsoring vier Mal höher als sonst im Kulturbereich üblich.
berlinale2008 budget Sternstunden des Kultursponsorings

Eine andere Studie (Agentur Pleon) zeigt, dass der Sponsor die mit dem Engagement verbundenen Ausgaben zu 74% direkt an den Sponsoren zahlt und 26% für die Umsetzung ausgibt. Angesichts des ungewöhnlich umfangreichen Maßnahmen-Pakets, das L’Oréal um die Berlinale 2008 herum geschnürt hat, würde ich spekulieren, dass sich das Verhältnis in diesem Fall eher umgekehrt verhält.

Was hat das Sponsoring-Paket umfasst?

Was die Sponsoring-Pakete genau enthalten und wie viel sie gekostet haben– das wird natürlich nie veröffentlicht. Um jedoch ein Gefühl für die Größenordnung zu erhalten, habe ich „rückwärts gerechnet“. Die Berlinale hat einen Gesamtetat von 17 Millionen Euro. Nach ausführlicher Recherche habe ich errechnet, dass die Berlinale 2008 aus Sponsoring 4,6 Millionen Euro eingenommen hat. Ich tippe, dass ich plus/minus 1 Million daneben liege. 3 Hauptsponsoren + 60 andere Sponsoren => vermutlich hat L’Oréal 1 Million Euro für das Privileg gezahlt, Sponsor der 58. Berlinale sein zu dürfen.  

Schöne Franzosen in einer Stadt mit Zukunft

Zum ersten Mal verlieh der Marketing Club Berlin den M – Berlin Marketing Award (bereits Ende Februar). Da freut sich das Bloggerin Herz zunächst, denn eine Kampagne aus dem Bereich Kulturmarketing wurde mit dem Sonderpreis “M – für die Region Berlin-Brandenburg” ausgezeichnet: die Kampagne zur Ausstellung französischer Meisterwerke des 19. Jahrhunderts, die das Metropolitan Museum of Art im Sommer 2007 nach Berlin schickte, während daheim in New York das Museum saniert wurde.

dieschoenstenfranz Schöne Franzosen in einer Stadt mit ZukunftDie von Metadesign umgesetzte Kampagne unter dem schönen Namen“Die schönsten Franzosen kommen aus New York” war in jenem kühlen Sommer in Berlin nicht zu übersehen gewesen. Überall prangten die Plakate, der eingängige Titel, der so einen frischen Kontrast zu sonst üblichen Ausstellungstiteln bildete, dazu der blau-rot-weiß gestreifte Rand eines Luftpostbriefs, der alle Kommunikation umrahmte. 400.000 Besucher waren erwartet worden, 680.000 kamen. Da freuten sich die Veranstalter sicherlich. Das Ziel war erreicht worden, die Kampagne war im Gedächtnis haften geblieben (fast immer ein gutes Zeichen!), mein Vater hat sie sich angesehen und den kann man ganz sicher nicht zur üblichen Bildungsbürger-Klientel für Kunstausstellungen rechnen. Da ist der Preis (und die drei anderen, die Metadesign zuvor schon damit gewonnen hatte) sicher verdient!

Und doch bleibt ein saurer Nachgeschmack

 

Das Vorwort

Künftig möchte ich hier aus meinen beruflichen Erfahrungen in Sachen Kulturmarketing berichten. Praktische Tips, Analysen und Reflektionen zur eigenen Arbeit, natürlich auch Berichte von anderen Veranstaltungen, Gedanken zur Vermarktung von Kultur in der Hauptstadt – das alles soll hier ein bis zwei Mal pro Monat erscheinen.

Meine Erfahrungen aus sechs Jahren Marketing für Privatkunden- und Geschäftskundenprodukte der Telekommunikationsbranche werden indirekt einfließen. Vor allem aber wird mir die tägliche berufliche Praxis als Projektmanagerin an der Hochschule für Film und Fernsehen “Konrad Wolf” in Babelsberg (kurz HFF Potsdam) als Grundlage für die Betrachtungen dienen. Derzeit bin ich vor allem für die Planung, Finanzierung, Vermarktung, Organisation und Durchführung der Veranstaltung INSIGHT OUT / HFF Academy – Digital Production in Film & TV verantwortlich. Deshalb möchte ich diese hier kurz vorstellen. Dies macht sich am besten anhand eines Artikels, den ich für das monatlich erscheinende Magazin “Forum” der Industrie- und Handelskammer Potsdam geschrieben habe.

banner io08 Das Vorwort

 

Webcuts.07: merkwürdige Gefühle, Traumhaftes und Göttliches

Webcuts.07 war wieder eine schöne und inspirierende Veranstaltung. Reif und rund sind die beiden Attribute, die sich dazu am Donnerstag Abend in meinem Kopf festsetzten.

Podiumsplaudereien

webcuts07 podiumsdiskussion Webcuts.07: merkwürdige Gefühle, Traumhaftes und Göttliches Foto von Sven Assmann

Zum ersten Mal in meinem Leben moderierte ich eine Podiumsdiskussion, die im Vorfeld der eigentlichen Preisverleihung stattfand. Etwa 30-50 Interessierte nippten und nibbelten an Proseccogläsern und Häppchen in der gemütlichen Bar ganz hinten, ganz unten im CineStar. Mit mir auf dem Podium waren (auf dem Foto von rechts nach links): Dr. Karin Wehn, Medienwissenschaftlerin an der Uni Leipzig und Geburtstagskind des Tages; Marc Schleiss, Animator und Regisseur und einer der Gewinner von Webcuts.06; Eckhard M. Jäger, Gründer von Webcuts und Tillmann Allmer, Kurator und Distribution Manager bei interfilm Berlin. Es war für mich eine ungewohnte Situation: Da sass ich also mit 4 schwer sympathischen Experten zum Thema ‘Film im Internet’ auf dem Podium, hatte das Glück, dass ich ihnen ganz viele Fragen stellen durfte und eine Schar Menschen hörte unserem Gespräch zu. Merkwürdiges Gefühl.

And the winner is…

Danach ging es gleich weiter mit der Preisverleihung.