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	<title>Kultur // Film // Marketing im Internetz &#187; digitaler_film</title>
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	<description>Kulturmarketing und Film im digitalen Zeitalter // Ein Blog von Jennifer Hoffmann</description>
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		<title>Ank&#252;ndigung: Snow Town ARG</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 12:29:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Grunds&#228;tzlich finde ich Alternate Reality Games spannend und bisweilen auch unterhaltsam. Allerdings nerven mich zwei Sachen: H&#228;ufig h&#246;re ich erst von ihnen, wenn sie schon vorbei sind. Viele sind Murder/Mystery-Geschichten (als jemand, der schon beim Anblick einer Riesenspinne in einem Harry-Potter-Film kreischt, bin ich f&#252;r dieses Genre g&#228;nzlich ungeeignet) und wenden sich meistens an ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Grunds&#228;tzlich finde ich <a title="alternate reality games" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alternate_Reality_Game" target="_blank">Alternate Reality Games</a> spannend und bisweilen auch unterhaltsam. Allerdings nerven mich zwei Sachen:</p>
<ol>
<li>H&#228;ufig h&#246;re ich erst von ihnen, wenn sie schon vorbei sind.</li>
<li>Viele sind Murder/Mystery-Geschichten (als jemand, der schon beim Anblick einer Riesenspinne in einem Harry-Potter-Film kreischt, bin ich f&#252;r dieses Genre g&#228;nzlich ungeeignet) und wenden sich meistens an ein deutlich j&#252;ngeres Publikum, als ich es bin.</li>
</ol>
<p>Das f&#252;hrt dazu, dass ich nur sehr selten mal bei einem ARG mitspiele. Deshalb kribbelt es mir vor Vorfreude schon jetzt in den winterlich behandschuhten Fingern. <a title="About Jan Libby" href="http://about.me/janlibby" target="_blank"> Jan Libby</a> wird uns voraussichtlich in der ersten H&#228;lfte von 2012 den zweiten Teil von <strong>Snow Town </strong>servieren!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe src="http://www.kickstarter.com/projects/1270960286/snow-town-an-i-fi-app/widget/video.html" frameborder="0" width="480px" height="410px"></iframe></p>
<p>Jan entwickelt daf&#252;r eine eigene auf HTML5-basierende und damit f&#252;r jegliches Ger&#228;t geeignete App, mit der man dieses ARG jederzeit spielen kann. Sie nennt sie die I-FI App &#8211; die &#8220;integrated, immersive Fiction App&#8221;. Darauf bin ich sehr gespannt. Einerseits ist es eine L&#246;sung f&#252;r mein erst genanntes Problem. Anderseits frage ich mich, ob es dann noch Interaktion mit anderen Spielern gibt (aus meiner Sicht einer der Aspekte, der ARGs so reizvoll macht) und wenn ja, wie diese gestaltet sein wird.</p>
<p>Wer also ebenfalls &#252;ber 25 ist, sich f&#252;r Independent oder, um mal einen Filmterminus zu benutzen, eher Arthousige ARGs interessiert, dem sei Snow Town hiermit an das fr&#246;stelnde Winterherz gelegt.</p>
<p>Weitere Infos:</p>
<ul>
<li>Jan und ihr Team sammeln noch ein paar $ f&#252;r die Produktion der letzten Filmsequenzen und der App bei <a title="Snow Town I-FI App bei Kickstarter" href="http://www.kickstarter.com/projects/1270960286/snow-town-an-i-fi-app" target="_blank">Kickstarter</a>. Wenn man sich dort registriert, wird man auch mit allen weiteren Infos zum Spiel versorgt.</li>
<li><a title="Snow Town die erste" href="http://www.wired.com/magazine/2011/02/checking-out-the-snow-town-library-is-long-overdue/" target="_blank">Trailhead </a>zum ersten Snow Town Spiel.</li>
<li><a title="Interview mit Jan Libby" href="http://www.yousuckattransmedia.com/2011/04/ysat-indie-args-an-interview-with-jan-libby/" target="_blank">Interview </a>mit Jan Libby, in dem sie u.a. auch Auskunft dar&#252;ber gibt, dass quasi die H&#228;lfte der Bev&#246;lkerung ihres Heimatortes in Maine, USA, an der ersten und auch zweiten Ausgabe von Snow Town beteiligt war/ist.</li>
</ul>
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		<title>Gesch&#228;ftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 19:49:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Organisatoren der stART-Konferenz, die Kunst und Kultur mit den sozialen Medien zusammenbringen m&#246;chten, rufen im Vorfeld der diesj&#228;hrigen Konferenz gemeinsam mit dem Kulturmanagement Network zu einer Blogparade zum Thema &#8220;Gesch&#228;ftsmodelle im Web 2.0&#8221; auf. Erst mal ein herzliches Dankesch&#246;n f&#252;r die gute Idee! In diesem Post m&#246;chte ich daf&#252;r anhand eines eigenen Projekts der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Organisatoren der <a title="stART-Konferenz" href="http://www.startconference.org" target="_blank">stART-Konferenz</a>, die Kunst und Kultur mit den sozialen Medien zusammenbringen m&#246;chten, rufen im Vorfeld der diesj&#228;hrigen Konferenz gemeinsam mit dem <a title="Kulturmanagement Network" href="http://www.kulturmanagement.net/" target="_blank">Kulturmanagement Network</a> zu einer Blogparade zum Thema &#8220;<a title="Blogparade der START-Konferenz" href="http://www.startconference.org/2010/04/05/blogparade-sonderheft-kulturmanagement-network-startconference-geschaftsmodelle-im-web-20/" target="_blank">Gesch&#228;ftsmodelle im Web 2.0</a>&#8221; auf. Erst mal ein herzliches Dankesch&#246;n f&#252;r die gute Idee!</p>
<p><img class="alignnone" src="http://www.startconference.org/wp-content/uploads/2010/04/blogparade-geschaftsmodelle-startconference-1.jpg" alt="blogparade geschaftsmodelle startconference 1 Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" width="550" height="224" title="Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" /></p>
<p>In diesem Post m&#246;chte ich daf&#252;r anhand eines eigenen Projekts der Frage nachgehen, wie das Web2.0 von Kurzfilm-Produzenten genutzt werden kann, um f&#252;r ihren Film eine Distribution in Kinos zu erhalten &#8211; ein Ziel, das gesch&#228;tzte 95% der Produktionen nie erreichen. Warum Kurzfilm-Distribution als Thema? Weil eine Kinodistribution f&#252;r Kurzfilme noch viel schwieriger zu organisieren ist als f&#252;r &#8220;normale&#8221;, abendf&#252;llende Filme. Vor allem aber, weil wir mit unserem Projekt in dieser Hinsicht neue Wege mit Hilfe des Web2.0 gegangen sind, die vielleicht auch f&#252;r Projekte in anderen Kultursparten anregend sein k&#246;nnten.</p>
<h3>Vertrieb von Kurzfilmen aus Produzenten-Sicht:  altes Modell ohne &#8220;Gesch&#228;ft&#8221;&#8230;</h3>
<p><a title="3DTopper_HDK_01_18 von 3DTopper bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/3dtopper/4368733952/"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2691/4368733952_44ef9c23bd.jpg" alt="4368733952 44ef9c23bd Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" width="500" height="377" title="Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" /></a><br />
Kurz zum Hintergrund: Neben diversen Produktionsfirmen sind es in Deutschland vor allem die Filmausbildungsst&#228;tten, an denen Kurzfilme produziert werden. Die meisten davon als &#220;bungen, Experiemente, Versuche. Oftmals entstehen dabei kompakte Werke von hoher k&#252;nstlerischer Qualit&#228;t. Die w&#228;hrend ihrer Studienzeit entstandenen (Kurz-)Filme sind die &#8220;Visitenkarte&#8221; der jungen Filmemacher, mit der sie sich sp&#228;ter auf einem hart umk&#228;mpften Markt bewerben m&#252;ssen &#8211; sei es, um eine Position als Kameramann-/frau, Regisseur, Produzent etc. zu ergattern oder um Filmf&#246;rdergelder f&#252;r ihre n&#228;chsten, gr&#246;&#223;eren Projekte einzuwerben.</p>
<p>Nun gibt es in Deutschland f&#252;nf staatliche Filmhochschulen plus diverse teils private und anderweitig finanzierte Akademien. An all diesen Institutionen werden jedes Jahr unz&#228;hlige Kurzfilme hergestellt, an der gr&#246;&#223;ten der f&#252;nf staatlichen Hochschulen, der <a title="HFF &quot;Konrad Wolf&quot;" href="http://www.hff-potsdam.de/" target="_blank">Hochschule f&#252;r Film und Fernsehen &#8220;Konrad Wolf&#8221;</a> in Babelsberg, beispielsweise sind dies &#252;ber 200 Produktionen jedes Jahr. Da konkurrieren also j&#228;hrlich mehrere hundert Kurzfilme darum, eine weitere Verbreitung zu finden. Mit &#8220;weitere Verbreitung&#8221; ist vor allem das Kino, eventuell noch Fernsehen gemeint. Die Filmbranche ist traditionell und noch immer dem Netz gegen&#252;ber sehr skeptisch und beharrt auf den althergebrachten Verwertungsmustern, die kostenloses Abspielen im Internet zumeist kategorisch ablehnen. H&#228;ufig sehen die Produktionsvertr&#228;ge der Hochschulen vor, dass die Studierenden ihren Film nicht online zur Verf&#252;gung stellen d&#252;rfen.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund erkl&#228;rt sich dann auch das &#8220;alte&#8221; oder klassische Vertriebsmodell f&#252;r Kurzfilme ganz fix: Die besten Kurzfilme eines Jahres werden an den Hochschulen ausgew&#228;hlt und deutschland- oder teils Europa-weit bei Filmfestivals eingereicht. Wird einer der Filme in der Kurzfilmsektion eines Festivals angenommen, ist das bereits ein immenser Erfolg (hier ein <a title="&quot;Our wonderful nature&quot; bei den Oscars" href="http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,628142,00.html" target="_blank">Beispiel eines HFF-Animationsfilms</a>). Gewinnt er gar einen Preis, kommt das einem Sechser im Lotto gleich, auch wenn einen das &#8211; zumindest hierzulande &#8211; <a title="1 Jahr danach: Kurzfilm-Oscar-Gewinner Freydank" href="http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,681670,00.html" target="_blank">nicht unbedingt reich oder ber&#252;hmt </a>machen muss. Wichtig f&#252;r die jungen Filmemacher ist, dass sie die Festivalbeteiligungen in ihrer Filmographie vermerken k&#246;nnen. Geld verdient damit niemand, in der Regel werden nicht einmal die Produktionskosten durch die Preisgelder gedeckt.</p>
<p>In einem Zeitalter, da Vorfilme gar nicht mehr und Kurzfilme au&#223;erhalb von Festivals kaum gezeigt werden, ist das alte Gesch&#228;ftsmodell also gar kein Gesch&#228;ftsmodell, sondern ein Gl&#252;cksspiel mit ein wenig PR und Reputation als Hauptgewinn. Wie k&#246;nnen da soziale Medien und das Web2.0 neue Ans&#228;tze bieten? Wie kann man also mit Hilfe der neuen Medien einen Erfolg (= Vorf&#252;hrung des Kurzfilms in Kinos au&#223;erhalb von spezialisierten Festivals) in einem &#252;ber hunderj&#228;hrigen Medium erreichen?</p>
<h3>Einblick: der erste Real-3D-Film einer deutschen Filmhochschule</h3>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 520px"><img title="Das offizielle Topper gibt nicht auf! Filmplakat" src="http://www.digitaleleinwand.de/wp-content/uploads/2010/04/Filmplakat-Topper-gibt-nicht-auf.jpg" alt="Filmplakat Topper gibt nicht auf Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" width="510" height="721" /><p class="wp-caption-text">Das offizielle Topper gibt nicht auf! Filmplakat</p></div>
<p>Wie schon <a title="Topper Ank&#252;ndigung" href="http://www.jenniferhoffmann.com/2010/02/17/der-erste-real-3d-film-einer-deutschen-filmhochschule/" target="_self">eins</a>, <a title="Topper-Artikel in der MAZ" href="http://www.jenniferhoffmann.com/2010/03/06/mehr-3d-effekte-als-avatar/" target="_self">zwei</a>, <a title="Topper Screening &amp; Premierentickets" href="http://www.jenniferhoffmann.com/2010/04/17/hff-3d-film-vorab-praesentation-2304-premierentickets-zu-gewinnen/" target="_self">drei </a>Mal berichtet, hat die HFF Babelsberg ihren ersten 3D-Film gedreht, f&#252;r den die Verfasserin dieses Artikels als Producerin verantwortlich zeichnet.  <a title="Topper Website" href="http://www.topper3.de" target="_blank">TOPPER GIBT NICHT AUF!</a> erz&#228;hlt die Geschichte von Axel, der Regie studiert und die m&#228;nnliche Hauptrolle seines aktuellen Films mit seinem Idol Til Topper besetzt. Beim Dreh entpuppt sich Topper als arroganter Exzentriker und droht, alles hinzuschmei&#223;en. Doch dann kommt Marleen. Sie spielt die weibliche Hauptrolle, weckt seinen Ehrgeiz und – sie ist Axels Freundin.</p>
<p>Selten wurde ein 25-Min&#252;ter mit einem derartigen Personalaufwand (etwa 100 Personen insgesamt in Stab und Besetzung) und so komplexer Technik an der HFF gedreht. Selten ist auch die Einbettung einer Kurzfilmproduktion in den gr&#246;&#223;eren Rahmen eines vom Bundeswirtschaftsministerium gef&#246;rderten <a title="PRIME 3D" href="http://www.prime3d.de" target="_blank">Forschungsprojekts</a> (www.prime3d.de). Selten gut war auch das Timing f&#252;r das Projekt: Drehbeginn war im November 2009, genau einen Monat vor der Europa-Premiere von AVATAR und so konnte unsere kleine 3D-Produktion auf der ganz gro&#223;en Cameron-3D-Welle mitreiten. Eine echte Ausnahme ist das Genre dieses Films: Bisher gab es in 3D nur Action, Thriller, Horror, Family-Entertainment, Sci-Fi etc. zu sehen, aber keine Tragikom&#246;die &#8211; und schon gar nicht eine &#252;ber einen alternden 80&#8242;er Jahre Actionstar gespielt von Claude-Oliver Rudolph. Au&#223;erdem gab es auch noch einen &#8220;Wir sind die ersten!&#8221;-Erfolg zu verbuchen. Bisher gab es von deutschen Filmhochschulen &#8220;nur&#8221; Animationsfilme in 3D, die mit wesentlich geringerem technischen Aufwand zu realisieren sind als sogenannte Realfilme mit echten Schauspielern, Sets etc., oder aber nur ganz kurze Real-3D-Film-Versuche. Da war Topper die erste gro&#223;e Produktion deutschlandweit! Bemerkenswert ist auch die hochkar&#228;tige Besetzung mit Bond-B&#246;sewicht Claude-Oliver Rudolph, Polizeiruf 110-Kommissarn Anna-Maria Sturm und Maximilian Vollmar, der schon an J&#252;rgen Vogels Seite in DIE WELLE gespielt hat. Und dann war da noch ein talentiertes und au&#223;ergew&#246;hnlich motiviertes studentisches Produktionsteam, das erkannte, dass es hier ein echtes Ausnahmeprodukt von Kurzfilm sein Eigen nennen durfte, mit dem es zwar ganz sicher nicht reich, aber in aller Bescheidenheit ein klitzekleinwenig ber&#252;hmt werden k&#246;nnte!</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 510px"><a title="3DTopper_HDK_01_09 von 3DTopper bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/3dtopper/4367983689/"><img title="Testaufnahmen mit dem 3D-Kamerarigg" src="http://farm5.static.flickr.com/4032/4367983689_40bb444e11.jpg" alt="4367983689 40bb444e11 Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" width="500" height="377" /></a><p class="wp-caption-text">Testaufnahmen mit dem 3D-Kamerarigg mit Kameramann Benjamin Raeder (links) und Stereographer Michael Laakmann (Mitte)</p></div>
<h3>Marketing und Vertrieb mit Hilfe des Web2.0 f&#252;r einen 3D-Kurzfilm</h3>
<p>Mit einem Marketingbudget, das gerade so den Druck von einigen Flyern und Postern und das Mieten eines Kinos f&#252;r die Premiere in Berlin erlaubte, war von Anfang an klar, dass vor allem das Netz f&#252;r die Vermarktung genutzt werden sollte. Ziel war und ist es, eine m&#246;glichst gro&#223;e Fangemeinde f&#252;r diesen Film aufzubauen, um potentiellen Verleihern zu demonstrieren, dass es Leute gibt, die diese 3D-Tragikom&#246;die sehen m&#246;chten und daf&#252;r eine Kinokarte oder DVD/Bluray kaufen w&#252;rden. Die Alleinstellungsmerkmale lagen auf der Hand: Claude-Oliver Rudolph als Hauptdarsteller und eine rein deutsche, low-budget 3D-Produktion, die mit zwei &#8220;Firsts&#8221; (die erste 3D-Tragikom&#246;die und der erste Real-3D-Film einer deutschen Filmhochschule) aufzuwarten hatte.</p>
<h3>Kooperation mit Moviac</h3>
<p>Zentraler Dreh- und Angelpunkt der Kampagne ist die Kooperation mit der online Plattform <a title="moviac" href="http://www.moviac.de/" target="_blank">moviac &#8211; Deine Wunschfilme im Kino</a>! Seit 2009 ist Moviac bereits online und versteht sich als Angebot f&#252;r alle, die ihr lokales Kinoprogramm aktiv mitgestalten wollen. Dabei steht Moviac f&#252;r movie maniac &#8211; filmverr&#252;ckt. Filmfans k&#246;nnen sich mit Gleichgesinnten vernetzen und so ihren Wunschfilm in ein Kino in der N&#228;he bringen. Aus mehr als 2000 Filmen &#8211; Klassiker, Arthouse- und Independent-Produktionen oder eben 3D &#8211; kann die moviac-Gemeinde bereits w&#228;hlen, und mehr als 150 Partnerkinos wurden in Deutschland f&#252;r das Projekt gewonnen. Letztes Jahr wurde das Portal sogar mit dem Innovationspreis der Bundesregierung im Bereich Film geehrt. Der interaktive Dialog in der Kinobranche hat begonnen, der in einem <a title="Zeit online: Die Zukunft des Kinos?" href="http://www.zeit.de/kultur/film/2010-04/klick-und-film" target="_blank">Artikel bei Zeit online</a> vor wenigen Tagen beleuchtet wurde.</p>
<p><a title="F&#252;r Topper gibt nicht auf bei Moviac stimmen!" href="http://www.moviac.de/filme/Topper+gibt+nicht+auf/" target="_blank">Auch f&#252;r Topper kann nun auf Moviac per Mausklick gestimmt werden.</a> Stand Ende April: knapp 40 Stimmen [Nachtrag: Stand im Mai zur Filmpremiere: etwa 120 Stimmen]. Angesichts dessen, dass bisher etwa 3900 Filmw&#252;nsche bei Moviac insgesamt eingegangen sind, wir also etwa 1% der Gesamtstimmen auf der Plattform haben, finde ich das durchaus akzeptabel.<br />
<a title="Das Publikum war begeistert von 3DTopper bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/3dtopper/4560556646/"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4047/4560556646_85407498a5.jpg" alt="4560556646 85407498a5 Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" width="500" height="333" title="Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" /></a></p>
<h3>Seitenblick</h3>
<p>Au&#223;erhalb Deutschlands gibt es bereits einige Beispiele f&#252;r Filme, die mit einer &#228;hnlichen Strategie erfolgreich vertrieben wurden. Am bekanntesten ist der Klimafilm <a title="Age of Stupid Website" href="http://www.ageofstupid.net/" target="_blank">AGE OF STUPID</a>, f&#252;r den extra die Plattform <a title="Indiescreenings" href="http://www.indiescreenings.net/" target="_blank">Indie Screenings</a> gegr&#252;ndet und programmiert wurde. Nach eigenen Angaben haben die beiden Filmemacherinnen mit den Vorf&#252;hrungen allein 110.000 GBP umgesetzt. Indie Screenings kann vor allem f&#252;r die Organisation von Vorf&#252;hrungen au&#223;erhalb von Kinos, also z.B. in Schulen, Kirchen, daheim oder sonst wo, genutzt werden. Im Katalog sind einige ausgew&#228;hlte Dokumentarfilme verzeichnet. Aufgrund eines Relaunches im Juni liegt die Seite allerdings gerade etwas brach. Ein weiteres Beispiel sind die finnischen Macher von <a title="Ironsky" href="http://www.ironsky.net/site/" target="_blank">IRONSKY,</a> &#252;ber deren <a title="IRON SKY Social Media Kampagne" href="http://www.jenniferhoffmann.com/2010/02/26/fallstudie-filmmarketing-in-sozialen-netzwerken-teil-1-die-kommunikationskanaele-von-iron-sky/" target="_blank">Web2.0 Marketing-Kampagne</a> ich bereits berichtet habe. Sie haben auf &#228;hnliche Weise 7.500 Stimmen f&#252;r k&#252;nftige Vorf&#252;hrungen ihres noch in der Produktion befindlichen Films gesammelt.</p>
<p>Eine Kooperation mit Moviac zu vereinbaren ist schon eine feine Sache, doch hilft einem das gar nicht, wenn niemand f&#252;r den eigenen Film dort stimmt. Deshalb musste auch f&#252;r Topper eine kreative Marketing-Kampagne her. Angesichts des bereits erw&#228;hnten geringen Marketingbudgets und der Konzentration auf online Medien wollten wir aber noch einen Schritt &#252;ber die &#252;blichen Facebook-Fanpages, Produktionstweets etc. hinaus gehen. Statt dessen entschieden wir uns daf&#252;r, die Geschichte des Films im Web weiter zu f&#252;hren. In Neudeutsch hei&#223;t so was jetzt crossmediale Stoffentwicklung. Darin liegt meines Erachtens ein gro&#223;es kreatives Potential, das gerade von Kunst- und Kulturprojekten aller Coulour in Verbindung mit online und mobilen Medien noch viel zu wenig genutzt wird.</p>
<h3>Die Weiterf&#252;hrung der Topper-Geschichte im Netz&#8230;</h3>
<p>Til Topper lebt und ist echt! Das war das Credo unserer Kampagne. Daf&#252;r wurde unter <a title="Til Toppers Website" href="http://www.tiltopper.de" target="_blank">www.tiltopper.de</a> eine Website f&#252;r unseren Hauptprotagonisten kreiert, die Infos zu seinen fr&#252;heren Filmerfolgen enth&#228;lt. Topper hat ein <a title="Till Topper bei Facebook" href="http://www.facebook.com/#!/3DTopper" target="_blank">Facebook-Profil</a> und twittert t&#228;glich Geschichten von den Drehschaupl&#228;tzen der Welt. Auch haben wir bei Wikipedia eine Biographie f&#252;r ihn angelegt, doch die wurde mit dem Hinweis &#8220;Unsinn&#8221; innerhalb weniger Stunden gel&#246;scht. Schade eigentlich <img src='http://www.jenniferhoffmann.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt="icon wink Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" class='wp-smiley' title="Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" />  Die Plots zu den fr&#252;heren Filmen, die wirklich gro&#223;artige Topper-Biographie (nachzulesen <a title="Til Topper Biographie" href="http://www.topper3.de/blog/cast-crew/biographie-til-topper/" target="_blank">hier</a>) und die t&#228;gliche Twitter-Dosis Wahnsinn von den Sets der Topper-Actionfilme werden von Drehbuchautor <a title="Florian Hawemann" href="http://www.florianhawemann.de/home/Florian_Hawemann___Autor.html" target="_blank">Florian Haweman</a> geschrieben. Den <a title="Til Topper Twitter" href="http://twitter.com/tiltopper" target="_blank">Toppertwitter</a> kann ich &#252;brigens nur w&#228;rmsten empfehlen, mir erhellt er regelm&#228;&#223;ig meinen manchmal etwas grauen Arbeitsalltag!</p>
<p>Der 3D-Dreh und die Postproduktionsphase wurden von einem kleinen Making-of-Team begleitet, das weit mehr gutes Material sammelte, als in dem 15-min&#252;tigen Making of verwendet werden konnte. Deshalb entschloss sich Produktions- und Marketingleiter <a title="Paul Andexel" href="http://www.paulandexel.com/" target="_blank">Paul Andexel</a>, daraus sogenannte Featurettes &#8211; oder auch gerne Topperettes genannt &#8211; zu bauen, die auf  <a title="Topper-Kanal auf Youtube" href="http://www.youtube.com/3DTopper" target="_blank">Youtube</a> und der <a title="Topper Website" href="http://www.topper3.de/blog/" target="_blank">Topper-Website</a> einen Blick hinter die Kulissen dieser Produktion erlauben. Mehrmals pro Woche werden Interviews oder Featurettes zu einem bestimmten Thema ver&#246;ffentlicht.</p>
<p><a title="Operation Kobra von 3DTopper bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/3dtopper/4355273443/"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2677/4355273443_450cfa8523.jpg" alt="4355273443 450cfa8523 Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" width="354" height="500" title="Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" /></a></p>
<p>Regisseur <a title="Félix Koch" href="http://www.feko.net" target="_blank">Félix Koch</a> hat vor seinem HFF-Studium u.a. das Merchandising f&#252;r Bernd das Brot gemacht und somit viel Erfahrung in der Gestaltung von Plakaten etc. So stammt das gesamte Artwork f&#252;r TOPPER GIBT NICHT AUF als auch f&#252;r die fr&#252;heren Actionfilme Til Toppers aus seiner Feder. Das Drehbuch sieht am Anfang des Films eine Montagesequenz alter Topper-Filmplakate vor. Sowohl der Regisseur als auch der Hauptdarsteller haben einen Faible f&#252;r alte Actionfilmplakate und so war es ein Leichtes f&#252;r Félix, Claude-Oliver Rudolph zu einer Fotosession vor Greenscreen f&#252;r diese Intro-Montagsequenz zu &#252;berreden. Daraus ist u.a. das &#8220;Operation Kobra&#8221;-Plakat entstanden, das wir alle so gut fanden, dass wir es im Zuge der &#8220;Topper ist wirklich echt&#8221;-Kampagne drucken lie&#223;en. Mit diesen Materialien wurde dann auch die <a title="Til Toppers Website" href="http://www.tiltopper.de" target="_blank">Til Topper Website</a> best&#252;ckt.</p>
<div id="attachment_383" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-383 " title="topper_website" src="http://www.jenniferhoffmann.com/wp-content/uploads/topper_website.jpg" alt="topper website Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" width="500" height="264" /><p class="wp-caption-text">www.topper3.de Screenshot</p></div>
<p>All diese Aktivit&#228;ten werden auf der <a title="Topper Website" href="www.topper3.de" target="_blank">www.topper3.de</a> Website zusammengef&#252;hrt. Hier gibt es Links zu allem zuvor genannten Content, regelm&#228;&#223;ige Blogeintr&#228;ge, <a title="Topper-Gewinnspiel" href="http://www.topper3.de/gewinnspiel/" target="_blank">Gewinnspiele</a>, aktuelle Informationen zum Fortgang der Produktion etc.</p>
<h3>&#8230; in Kombination mit klassischer Presse- und &#214;ffentlichkeitsarbeit</h3>
<p>Drei Pressemitteilungen wurden zu Topper ver&#246;ffentlicht und &#252;ber den Hochschul-Presseverteiler als auch einen eigenen Verteiler, den das Team aufgebaut hat, versendet. Die erste Mitteilung war eine Einladung zum Pressegespr&#228;ch am vorletzten Tag der Dreharbeiten mit Besuch des Sets, wo Darsteller und Crew zur Beantwortung von Fragen zur Verf&#252;gung standen und die 3D-Kameratechnik aufgebaut war. Die Resonanz war sehr positiv und etwa ein Dutzend Pressevertreter erschienen, darunter auch ein Journalist f&#252;r die ddp-Presseagentur. Dank der ddp-Meldung wurde in s&#228;mtlichen regionalen als auch vielen &#252;berregionalen Tageszeitungen und online Nachrichten-Portalen &#252;ber den Topper-Dreh berichtet. Urspr&#252;nglich war die Wahl des Drehtermins in der zweiten Novemberh&#228;lfte vor allem der Raumbelegung des gro&#223;en HFF-Studios geschuldet gewesen, wo dies der fast einzige freie Termin f&#252;r uns war. Aus Marketingsicht erwies sich dieser aber als perfektes Timing, da er &#8211; wie bereits erw&#228;hnt &#8211; nur wenige Wochen vor der AVATAR-Premiere lag und s&#228;mtliche Medien zu dem Zeitpunkt besonders sensibilisiert waren f&#252;r das 3D-Thema. Dies muss man ehrlicherweise einr&#228;umen angesichts der wirklich &#252;berw&#228;ltigenden Resonanz, die unser Projekt in den alten Medien fand &#8211; schlie&#223;lich ist Topper auch nur einer von hunderten studentischer Kurzfilme des Jahres 2009/2010.</p>
<p>Trotz dieser Einschr&#228;nkung haben wir aber auch vieles richtig gemacht bei der Pressearbeit: Wir haben ein professionelles Presskit mit allen Informationen und Bildern zusammengestellt, haben viel Arbeit in den Verteileraufbau gesteckt, hatten einen Standfotografen dabei, der die Dreharbeiten begleitet hat, so dass wir gutes Fotomaterial vom Film als auch den Filmarbeiten selbst anzubieten hatten, wir haben die Alleinstellungsmerkmale schl&#252;ssig und auch f&#252;r Laien nachvollziehbar kommuniziert.</p>
<p>Nicht unerw&#228;hnt lassen m&#246;chte ich, dass wir nat&#252;rlich nicht nur die Holzmedien mit Informationen versorgten, sondern bevorzugt auch Webseiten und Blogs, die sich auf das Thema Film spezialisiert haben. Besonders hervorzuheben ist die mittlerweile freundschaftliche Partnerschaft mit Gerold Marks von der <a title="Die Digitale Leinwand das Blog!" href="http://www.digitaleleinwand.de/" target="_blank">Digitalen Leinwand</a>, dem mit Abstand wichtigsten Blog zum Thema Kino, Digitalisierung des Kinos und 3D in Deutschland. Gerold hat uns den Kontakt zu Moviac vermittelt, hat regelm&#228;&#223;ig &#252;ber Topper berichtet &#8211; und das auch noch ausf&#252;hrlich und ohne sachliche Fehler in den Artikeln (im Gegensatz zu einigen haarstr&#228;ubenden Fehlern in der Berichterstattung mancher Tageszeitung). Mit &#252;ber 350.000 Besuchern im ersten Jahr des Blog-Bestehens ist die digitale Leinwand der wichtigste Multiplikator f&#252;r uns. Dort werden &#252;brigens anl&#228;&#223;lich des ersten Geburtstags der Digitalen Leinwand <a title="Die Digitale Leinwand das Blog!" href="http://www.digitaleleinwand.de/2010/04/29/digitaleleinwand-feiert-1-geburtstag-und-ihr-bekommt-die-3d-geschenke-3d-kino-flatrate-filmpremieren-tickets-kinogutscheine-toy-story-3d-poster-signierte-3d-dvd/" target="_blank">Karten f&#252;r die Topper-Premiere verlost</a>!</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a title="Félix Koch erkl&#228;rt die Welt von 3D von 3DTopper bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/3dtopper/4560557880/"><img title="Regisseur Félix Koch beim Werkstatt-Gespr&#228;ch beim Sehs&#252;chte Festival 2010" src="http://farm4.static.flickr.com/3050/4560557880_8beed67fdc.jpg" alt="4560557880 8beed67fdc Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Regisseur Félix Koch beim Werkstatt-Gespr&#228;ch beim Sehs&#252;chte Festival 2010</p></div>
<p>Auch in Sachen &#214;ffentlichkeitsarbeit waren wir r&#252;hrig: Zur Berlinale 2010 gab es in einer 50-er Auflage DVDs mit einem ersten Trailer (in anaglyph 3D), &#8220;Operation Kobra&#8221; Flyer und Postkarten.  Mindestens einer vom Team war bei allen einschl&#228;gigen 3D-Veranstaltungen, die w&#228;hrend der Berlinale stattfanden, als auch bei Empf&#228;ngen, die von unseren Partnern veranstaltet wurden, anwesend und hat dort Netzwerkarbeit geleistet und das Marketingmaterial verteilt. Schon w&#228;hrend der Berlinale wurden Kontakte zu potentiellen Verleihern gesucht, der Presseverteiler erweitert etc. Auch bei allen anderen Veranstaltungen, die in der Hauptstadtregion seit Oktober letzten Jahres zu 3D stattgefunden haben, war immer mindestens einer von uns dabei. Dank der Kombination dieser Ma&#223;nahmen ist unsere Produktion mittlerweile in der Branche recht bekannt.</p>
<h3>Ausblick</h3>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a title="&amp;quot;Topper gibt nicht auf&amp;quot; 20 von 3DTopper bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/3dtopper/4322701925/"><img title="Setfoto mit den Hauptdarstellern Maximilian Vollmar, Anna-Maria Sturm, Claude-Oliver Rudolph" src="http://farm5.static.flickr.com/4037/4322701925_e46e27e5e4.jpg" alt="4322701925 e46e27e5e4 Geschäftsmodelle im Web2.0: Beispiel Vertrieb von Kurzfilmen" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Setfoto mit den Hauptdarstellern Maximilian Vollmar, Anna-Maria Sturm, Claude-Oliver Rudolph</p></div>
<p>Nun liegt die Deadline f&#252;r diese Blogparade vor dem Premierentermin. Deshalb kann jetzt f&#252;r Topper noch nicht berichtet werden, ob die neuen Medien erfolgreich eingesetzt werden konnten, um aus den Reihen der alten Medien einen Verleih f&#252;r Topper zu finden. Auf diesem Blog wird das Ergebnis unserer Bem&#252;hungen selbstverst&#228;ndlich nachgereicht werden! Angesichts der f&#252;r einen Kurzfilm sehr schwierigen L&#228;nge von 25 Minuten bin ich da eher pessimistisch. Da er als Vorfilm zu lang ist, w&#228;re die einzige M&#246;glichkeit eine Art &#8220;Packaging&#8221; mit anderen 3D-Kurzfilmen. Aber vielleicht schaffen wir es ja auf Moviac genug Stimmen zu erhalten, um neben der Premiere noch ein, zwei oder gar drei Vorf&#252;hrungen des Films in 3D f&#252;r ein Publikum au&#223;erhalb unserer eigenen Hochschule zu organisieren. Das w&#228;re dann tats&#228;chlich ein gro&#223;er Erfolg aus meiner Sicht! Topper ist ganz sicher ein Nischenprodukt, f&#252;r den eine Plattform wie Moviac auch nur begrenzt etwas erreichen kann. Hat man jedoch einen Film, der eine gr&#246;&#223;ere Publikumsnische bedient wie die genannten Beispiele AGE OF STUPID oder IRON SKY, dann l&#228;sst sich in Verbindung mit einer Web2.0-Kampagne und einem Portal wie Moviac sicherlich eine stattliche Anzahl von Vorf&#252;hrungen arrangieren.</p>
<p>&#196;hnliche Ans&#228;tze gibt es in der Musikbranche nat&#252;rlich schon viel l&#228;nger, aber f&#252;r Film und Kino ist das noch sehr neu und gerade im Experimentierstadium. Mir ist in Deutschland au&#223;er Topper kein anderer Film bekannt, der noch w&#228;hrend der Produktionszeit versucht hat, Stimmen f&#252;r eine Vorf&#252;hrung vor Ort in lokalen Kinos zu sammeln. F&#252;r die Mehrheit der Filmproduktionen wird das auch k&#252;nftig nicht der heilige Gral sein, aber f&#252;r spezielle Produktionen wie die unserige l&#228;sst sich damit sicherlich mehr erreichen, als in halb Berlin zu plakatieren. Von Gesch&#228;ftsmodell kann schon mal gar nicht die Rede sein. Doch fairerweise sollte man ber&#252;cksichtigen, dass das f&#252;r den Gro&#223;teil der deutschen Filmbranche gilt, die ohne massive staatliche Filmf&#246;rderung n&#228;mlich auch kein Gesch&#228;ftsmodell vorzuweisen h&#228;tte. Aber das ist eine ganz andere Geschichte&#8230; Ich f&#252;r meinen Teil w&#252;rde mich jedenfalls freuen, wenn man auf den Filmographien des Filmnachwuchses k&#252;nftig nicht nur die Festivalbeteiligungen verzeichnet finden w&#252;rde, sondern auch die durch online Voting initiierten Publikumsvorf&#252;hrungen!</p>
<p><em>Alle Bilder: Cristian Pirjol oder Benjamin Raeder f&#252;r HFF&#8221;Konrad Wolf&#8221;/ Topper gibt nicht auf! www.topper3.de<br />
</em></p>
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		<title>Topper 3D heute Abend beim Berliner Filmforum</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 09:29:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute Abend werden Regisseur Félix Koch, Produktions- und Marketingleiter Paul Andexel, Postproduction Supervisor S&#246;nke Kirchhof und meine Wenigkeit beim Berliner Filmforum den 3D-Kurzfilm TOPPER GIBT NICHT AUF! vorstellen. Wer sich f&#252;r die Produktion von 3D-Filmen oder aber auch innovativer Vermarktung von Filmen mit Hilfe von social media interessiert, der ist herzlich willkommen an unserem Stand. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class=" aligncenter" title="Berliner Filmforum" src="http://api.ning.com/files/gQhmoXdeyHBi3nuuiVCvJAwJASfEeq6m4pbeGlr7evBqmHNkNLzgng7ZgQ*zNfoCGeOXZrG0T4i8JwJmwUThTmg3GeZX6J-E/BFF_Logo.jpg?width=475&amp;height=129&amp;xn_auth=no&amp;type=pjpeg" alt=" Topper 3D heute Abend beim Berliner Filmforum" width="475" height="129" /></p>
<p>Heute Abend werden Regisseur <a title="Felix Koch" href="http://www.feko.net" target="_blank">Félix Koch</a>, Produktions- und Marketingleiter <a title="Paul Andexel" href="http://www.paulandexel.com/blog/" target="_blank">Paul Andexel</a>, Postproduction Supervisor <a title="S&#246;nke Kirchhof" href="http://www.crew-united.com/index.asp?show=memberdetail&amp;ID=47667" target="_blank">S&#246;nke Kirchhof</a> und meine Wenigkeit beim <a title="Berliner Filmforum" href="http://club.berlinerfilmforum.de/" target="_blank">Berliner Filmforum</a> den 3D-Kurzfilm <a title="Topper gibt nicht auf!" href="http://www.topper3.de" target="_blank">TOPPER GIBT NICHT AUF!</a> vorstellen. Wer sich f&#252;r die Produktion von 3D-Filmen oder aber auch innovativer Vermarktung von Filmen mit Hilfe von social media interessiert, der ist herzlich willkommen an unserem Stand. Karten gibt es noch an der Abendkasse!</p>
<p>Was: <strong>Trailer und Ausschnitte von  <a title="Topper gibt nicht auf!" href="http://www.topper3.de" target="_blank">TOPPER GIBT NICHT AUF!</a> </strong>in der Anaglyph-Version und<strong> Gespr&#228;che mit den Machern dieses  3D-Films</strong></p>
<p>Wann: <strong>Dienstag, 27.04.2010, ab 19:00 Uhr</strong></p>
<p>Wo: <strong>Berliner Filmforum im <a title="Adagio" href="http://www.adagio.de" target="_blank">Adagio</a>,  Marlene-Dietrich-Platz 1 </strong>(am Potsdamer Platz), 10785 Berlin</p>
<p>Weitere Infos: <a title="Berliner Filmforum" href="http://club.berlinerfilmforum.de/" target="_blank">hier!</a></p>
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		<title>&#8220;Bits wollen frei sein!&#8221; Nr. 2: Digital Film Camp</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Apr 2009 21:07:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ganz anders als bei der Republica ging es beim ersten digitalen Film Camp in Berlin zu, dass am 17.04. in der Homebase stattfand. Statt des wohligen Wir-aufrechten-K&#228;mpfer-f&#252;r-Creative-Commons-und-weltweite-Redefreiheit-Gef&#252;hls, plagten die Runde Zweifel und Unsicherheit. Woher soll das Geld f&#252;r die n&#228;chste Produktion kommen, wenn der aktuelle Film kostenlos im Netz zu haben ist? Welche Vorbilder gibt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img title="Digital Film Camp" src="http://digitalfilmcamp.de/wp/wp-content/themes/cutline/images/logo.png" alt="logo Bits wollen frei sein! Nr. 2: Digital Film Camp" width="300" height="90" /><p class="wp-caption-text">  </p></div>
<p>Ganz anders als bei der <a title="R&#252;ckblick Republica" href="http://www.jenniferhoffmann.com/2009/04/23/bits-wollen-frei-sein-nr-1-republica-09/http://" target="_blank">Republica </a>ging es beim ersten <a title="Digital Film Camp" href="http://www.digitalfilmcamp.de" target="_blank">digitalen Film Camp</a> in Berlin zu, dass am 17.04. in der Homebase stattfand. Statt des wohligen Wir-aufrechten-K&#228;mpfer-f&#252;r-Creative-Commons-und-weltweite-Redefreiheit-Gef&#252;hls, plagten die Runde Zweifel und Unsicherheit. Woher soll das Geld f&#252;r die n&#228;chste Produktion kommen, wenn der aktuelle Film kostenlos im Netz zu haben ist? Welche Vorbilder gibt es f&#252;r den kreativen Einsatz von online Marketing f&#252;r Europ&#228;ische low-budget Filme?</p>
<p>Konkrete Antworten gab es nicht beim Digital Film Camp. Doch erhielt man ein sehr gutes Stimmungsbild, was die Filmbranche gerade bewegt. Alle wissen, dass sie sich wohl irgendwie mit dem Internetz auseinander setzen m&#252;ssen, dass es mindestens als Marketing- und Vertriebsplattform viele Chancen bieten kann. Aber wie diese genau genutzt werden k&#246;nnen oder wie man das Netz gar kreativ einsetzen kann, um mit filmischen Mitteln eine Geschichte zu erz&#228;hlen, dar&#252;ber herrschte gro&#223;e Ratlosigkeit.</p>
<p>Die Themenbandbreite war spannend:</p>
<p>//Marketing und Distribution f&#252;r Filme &#252;ber das Internet<br />
//Produktion f&#252;r das digitale 3D-Kino<br />
//Schrecklich erfolgreiche Videos auf Youtube<br />
//Live Cinema (non-lineare Filme performed von VJs)<br />
//Filmvermarktung in der virtuellen 3D-Welt Twinity</p>
<p>Richtig hitzig wurde die Debatte erst bei der von <a title="Tillmann Allmer" href="http://www.tillmannallmer.de/" target="_blank">Tillmann Allmer</a>, <a title="Sven Assmanns Blog" href="http://www.sven-assmann.de/blog/index.html" target="_blank">Sven Assmann</a> und meiner Wenigkeit moderierten Diskussion zu Vermarktungsstrategien f&#252;r Filme im Netz. Die Position „Unter keinen Umst&#228;nden irgendwelche Rechte am filmischen Werk zur Verf&#252;gung stellen“ traf auf „Bits wollen frei sein!“ und „Embrace it or die!“ Statements. Die k&#252;nftigen Verh&#228;ltnisse werden sich wohl irgendwo zwischen diesen Polen einpendeln.<span id="more-168"></span></p>
<p>Wer sich daf&#252;r interessiert, dem sei die Aufnahme einer Paneldiskussion beim diesj&#228;hrigen Sundance-Festival ans Herz gelegt, in der konkrete Beispiele f&#252;r erfolgreiche Strategie genannt und konstruktiv diskutiert werden: Klick f&#252;r <a title="Video Sundance Panel new models of Distribution" href="http://www.youtube.com/watch?v=gC8wtpSQ_Yk&amp;eurl=http%3A%2F%2Fcinematech.blogspot.com%2F2009_01_01_archive.html&amp;feature=player_embedded" target="_blank">Video von Teil 1</a> und von <a title="Video Sundance Panel new models of Distribution" href="http://www.youtube.com/watch?v=zJptX1IwHks&amp;eurl=http%3A%2F%2Fcinematech.blogspot.com%2F2009_01_01_archive.html&amp;feature=player_embedded" target="_blank">Teil 2</a>.  Am pointiertesten stellte eine Filmemacherin die derzeitige Situation dar, die ich, da ich den Podcast geh&#246;rt habe und die Redner ihre Namen nicht nannten, leider nicht identifizieren kann:</p>
<blockquote><p>„We hope to be pirated. It’s the sincerest form of flattery. Any way to spread the word about your movie is great PR. Somebody gets a hold of your movie on Bit-Torrent and they tell someone else and maybe they buy it or tell someone else again and that’s what we want.“</p></blockquote>
<p>Von dieser Haltung war die in der Homebase versammelte Runde sehr weit entfernt. Leider hatte beim Berliner Digital Film Camp noch niemand konkrete eigene Erfahrungen vorzuweisen, welche Strategie funktioniert, was man alles falsch bzw. richtig machen kann. Schade, so wurden vor allem US-Beispiele zitiert und Tim Baumann, ein Informatikstudent, der sich an die Produktion eines <a title="Valkaama Website" href="http://www.valkaama.com" target="_blank">Open Source Films</a> gewagt hat, fehlte die Erfahrung in der Filmbranche, um Potentiale und Bedrohungen einsch&#228;tzen zu k&#246;nnen. Hoffentlich ist das bis zum n&#228;chsten Camp am 6. November im Rahmen des <a title="Interfilm Berlin" href="http://www.interfilm.de/" target="_blank">Interfilm </a>Kurzfilmfestivals anders!</p>
<p>Ich hatte noch eine kleine Sammlung von aus meiner Sicht hilfreichen Links zum Thema f&#252;r das Digital Film Camp vorbereitet. Diese Links finden sich teilweise in meiner Blogrolle und eine etwas ausf&#252;hrlichere Liste in der nachfolgende Pr&#228;sentation mit kurzen Kommentaren dazu.</p>
<div id="__ss_1316342" style="width: 425px; text-align: left;"><a style="font:14px Helvetica,Arial,Sans-serif;display:block;margin:12px 0 3px 0;text-decoration:underline;" title="Ressourcen Digitaler Film" href="http://www.slideshare.net/Jennifer_Hoffmann/ressourcen-digitaler-film?type=powerpoint">Ressourcen Digitaler Film</a><object width="425" height="355" data="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=ressourcendigitalerfilm-090420104039-phpapp02&amp;stripped_title=ressourcen-digitaler-film" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=ressourcendigitalerfilm-090420104039-phpapp02&amp;stripped_title=ressourcen-digitaler-film" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<div style="font-size: 11px; font-family: tahoma,arial; height: 26px; padding-top: 2px;">View more <a style="text-decoration:underline;" href="http://www.slideshare.net/">presentations</a> from <a style="text-decoration:underline;" href="http://www.slideshare.net/Jennifer_Hoffmann">Jennifer_Hoffmann</a>.</div>
</div>
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		<title>Transmediale 09: Gef&#252;hlsk&#228;lte im tiefen Norden?</title>
		<link>http://www.jenniferhoffmann.com/2009/02/03/transmediale-09-gefuehlskaelte-im-tiefen-norden/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2009 21:24:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die <a href="http://www.transmediale.de">transmediale.09</a> ging gestern zu Ende. Da ich nur einige Stunden am Freitag Zeit hatte, mich vor Ort im Haus der Kulturen der Welt umzuschauen, soll dies hier keine ausf&#252;hrliche Kritk des Festivals werden, sondern eine lose Sammlung von Gedanken und Impressionen dazu bieten. [...]Flimmernde Bildschirme, Projektionen auf den Planen und entr&#252;ckte Soundlandschaften dominierten die Ausstellung. Mit den meisten Werken tat ich mich sehr schwer, sie blieben mir fremd, die eine oder andere Idee war interessant, doch nur Weniges ber&#252;hrte mich in irgendeiner Weise. Die meisten Werke transportierten f&#252;r mich die emotionale K&#228;lte des Mottos. Zwei St&#252;cke m&#246;chte ich kurz darstellen, eines das ich ausgesprochen gelungen und auf hohem k&#252;nstlerisch-technischem Niveau fand und eines, das zwar irgendwie interessant war, aber doch zu abstrakt blieb.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-97" style="margin: 5px; float: left; title=" src="http://www.jenniferhoffmann.com/wp-content/uploads/transmediale09.jpg" alt="transmediale09 Transmediale 09: Gefühlskälte im tiefen Norden?" width="312" height="177" />Vor zwei Tagen ging die <a href="http://www.transmediale.de">transmediale.09</a> zu Ende, die ganz im Zeichen des Klimawandels gem&#228;&#223; dem diesj&#228;hrigen Motto &#8220;Deep North&#8221; stand. Da ich nur einige Stunden am Freitag Zeit hatte, mich vor Ort im Haus der Kulturen der Welt umzuschauen, soll dies hier keine ausf&#252;hrliche Kritk des Festivals werden, sondern nur ein paar Bemerkungen vor allem zur Ausstellung bieten.</p>
<h2>Fl&#252;chtlingslager zum Netzwerken</h2>
<div id="attachment_99" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-medium wp-image-99" title="transmediale09_foyer_web" src="http://www.jenniferhoffmann.com/wp-content/uploads/transmediale09_foyer_web-500x333.jpg" alt="transmediale09 foyer web 500x333 Transmediale 09: Gefühlskälte im tiefen Norden?" width="500" height="333" /><p class="wp-caption-text">Transmediale Foyer designed by Raumtaktik</p></div>
<p>Beim Betreten des Hauses der Kulturen der Welt &#252;berraschte einen sogleich das eigenwillige, provisorische und wie ich fand gro&#223;artige Aussstellungsdesign des Berliner B&#252;ros <a href="http://www.raumtaktik.de/">Raumtaktik</a>. Holzlatten, Planen, Wellblechst&#252;cke und Sperrholzplatten waren im Foyer und der Ausstellungshalle verspannt und genagelt zu tempor&#228;ren Schutzecken. In diesem Berliner Inneraum schaute es aus wie sonst an asiatischen K&#252;sten nach einem Taifun, wo Menschen die wenigen verbliebenen Baumaterialien zu Notunterk&#252;nften zusammenzimmern.<span id="more-96"></span> Zwischen diesen Verschl&#228;gen waren Schaumstoffmatrazen hingeworfen, auf denen die Festivalbesucher diskutierten, einfach nur abhingen oder am Laptop computerten. Klug und preiswert zugleich: Dank der Matrazen herrschte eine l&#228;ssig-lockere Atmosph&#228;re, die zum Verweilen und Austausch mit dem Menschen, der neben einem auf der Matraze ruml&#252;mmelt, einlud.</p>
<h2>Die Ausstellung: transmediale award</h2>
<p>Flimmernde Bildschirme, Projektionen auf den Planen und entr&#252;ckte Soundlandschaften dominierten die Ausstellung. Mit den meisten Werken tat ich mich schwer, sie blieben mir fremd, die eine oder andere Idee war interessant, doch nur Weniges ber&#252;hrte mich in irgendeiner Weise. Die meisten Werke transportierten f&#252;r mich die emotionale K&#228;lte des Mottos. Zwei St&#252;cke m&#246;chte ich kurz darstellen, eines das ich ausgesprochen gelungen fand und durch ein hohes k&#252;nstlerisch-technisches Niveau auffiel und eines, das zwar irgendwie interessant war und f&#252;r das Anliegen der Transmediale durchaus repr&#228;sentativ ist, f&#252;r mich jedoch zu abstrakt blieb. Au&#223;erdem gibt es noch 4 online Projekte, die quasi eine online Erweiterung der Ausstellung sind und auch nach dem Ende des Festivals noch besucht werden k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Esther Polak: NomadicMilk</strong><br />
<a href="http://www.transmediale.de/en/files/imagecache/tm_medium_width318px/artworkimages/polak__090117wsidiris03_0.jpg" rel="lightbox[96]"><img class="alignleft" style="margin: 5px; float: left; title=" src="http://www.transmediale.de/en/files/imagecache/tm_medium_width318px/artworkimages/polak__090117wsidiris03_0.jpg" alt="polak  090117wsidiris03 0 Transmediale 09: Gefühlskälte im tiefen Norden?" width="318" height="254" /></a>Mit Hilfe von GPS-Daten werden die Routen zwei sehr unterschiedlicher Milchtransporteure verglichen: Einerseits ein nomadisch lebender Kuhhirte vom Stamm der Fulani und zum zweiten ein LKW der Firma Peak Milk, die ihre Produkte bis in die hintersten Ecken Nigerias liefert. Das Projekt <a href="http://www.nomadicmilk.net/">NomadicMilk </a>ist relativ breit angelegt. Auf der Transmediale war nur ein geringer Ausschnitt davon zu sehen: kleine, knapp Schuhkarton-gro&#223;e ferngesteuerte Roboter mit 4 R&#228;dern und einer Plastikflasche gef&#252;llt mit Vogelsand oben drauf. Diese Roboter malten Sandlinien auf den Boden, die so die von Nomaden und LKW genutzten Routen visualisierten. Dar&#252;ber hingen Radios in der Luft, aus denen Tonmitschnitte mit Unterhaltungen mit den Protagonisten zu h&#246;ren waren. Dann wurde auch noch ein Video projeziert, dass die K&#252;nstlerin in Nigeria mit den Protagonisten zeigte, vor denen die Roboter Vogelsandlinien auf die rote, staubige Erde zeichneten.  Sicherlich hat dieses Projekt eine dokumentarisch-ethnologische Dimension, die ich nicht beurteilen kann, da mir das Fachwissen fehlt. Die Visualisierung und darauf basierende Analyse der verschiedenen Routen liefert bestimmt wertvolle Informationen, wenn man sich f&#252;r die Milchdistribution in Nigeria interessiert. Als Kunstinstallation fand ich die Bilder jedoch befremdlich. Da steht eine wei&#223;e Frau mit mehreren Nigerianer irgendwo in Afrika, gemeinsam starren sie auf diese kleinen sandlinien-malenden Roboter. Ich hatte sofort Assoziationen im Kopf von Europ&#228;ern, die im vermeintlichen Indien Glasperlen an die dort lebenden Menschen verteilen. Die Installation bekam dann noch eine absurde Dimension, als die K&#252;nstlerin mit einem kleinen Pinsel die Vogelsandlinien wieder „begradigte“, nachdem im Laufe des Tages mehrere Besucher diese etwas breit getreten hatten. Ich fand die k&#252;nstlerische Umsetzung, sprich die gestalterische Dimension der Installations, weder besonders ansprechend noch einfallsreich.</p>
<p><strong>Reynold Reynolds: Six Apartments </strong></p>
<div id="attachment_100" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-medium wp-image-100" title="reynolds_sixapartments_web" src="http://www.jenniferhoffmann.com/wp-content/uploads/reynolds_sixapartments_web-500x333.jpg" alt="reynolds sixapartments web 500x333 Transmediale 09: Gefühlskälte im tiefen Norden?" width="500" height="333" /><p class="wp-caption-text">Video still from Reynold Reynolds Six Apartments</p></div>
<p>Das Splitscreen-Video vom US-Experimentalfilmer <a href="http://www.reynold-reynolds.com/">Reynold Reynolds</a> gewann den zweiten Preis des transmediale Awards und war f&#252;r mich das &#252;berzeugendste Werk in der gesamten Ausstellung. Aus dem Katalogtext: „In einer poetischen Erz&#228;hlung von Resignation und Verfall portraitiert Reynolds in seiner Videoinstallation sechs Menschen in ihren Wohnungen. Isoliert voneinander, doch durch die Massenmedien Radio und Fernsehen miteinander verbunden, werden ihre undramatischen Lebensl&#228;ufe – essen, schlafen, fernsehen – zwar von Nachrichten &#252;ber die Probleme der Welt und bevorstehende Umweltkatastrophen &#252;berlagert, jedoch nicht weiter tangiert.“  Durch die Splitscreen-Technik sind immer zwei Wohnungen gleichzeitig zu sehen. Wenn ich das auf Reynolds Website recht verstanden habe, ist Six Apartments keine dokumentarische, sondern eine inszenierte Arbeit. Durch sehr geschickte und subtile Montage und ausgekl&#252;gelte Kamerafahrten beziehen sich die Bilder auf den zwei Leinwandh&#228;lften, die jeweils dargestellten einsamen Leben aufeinander ohne dass die Protagonisten etwas von einander ahnen. Das isolierte Leben in allen sechs Wohnungen steuert, qualvoll langweilig auf Tod und Verfall zu. Selten habe ich eine so beklemmende Darstellung des Lebens in urbaner Isolation gesehen. Wird so unser Dasein aussehen, wenn wir von Freunden und Nachbarn entfremdet in &#252;berfluteten Gro&#223;st&#228;dten vor der Flimmerkiste auf den Tod warten?</p>
<p><strong>Online Ausstellung</strong></p>
<p>Die Transmediale verlinkt von ihrer Website zu <a title="Selected Transmediale Net and Community Websites" href="http://www.transmediale.de/en/online-highlights-selected-web-and-net-community-p" target="_blank">4 online Projekten</a>, die auch nach dem Ende des Festivals im Web erreichbar bleiben. Dazu geh&#246;ren zwei spannende Browser-Plugins, die allerdings f&#252;r Europ&#228;er nicht wirklich von Nutzen sind: das <a title="Real Costs CO2 Plugin" href="http://therealcosts.com/" target="_blank">Real Costs Plugin</a> berechnet auf (nordamerikanischen) Fluglinien-Websites den CO2-Aussto&#223; f&#252;r die gew&#228;hlte Flugreise. Das <a title="Oil Standard Plugin" href="http://transition.turbulence.org/Works/oilstandard/" target="_blank">Oil Standard Plugin</a> ermittelt die Anzahl der &#214;lf&#228;sser zum gerade aktuellen &#214;lpreis f&#252;r beliebige $-Betr&#228;ge auf ausgew&#228;hlten Websites. Als h&#228;tte Finanzminister Steinbr&#252;ck die beiden Plugins zusammen mit der Abwrackpr&#228;mie erfunden <img src='http://www.jenniferhoffmann.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt="icon wink Transmediale 09: Gefühlskälte im tiefen Norden?" class='wp-smiley' title="Transmediale 09: Gefühlskälte im tiefen Norden?" /> </p>
<h2>Vom K&#252;hlschrank zu computer-basierter Kunst</h2>
<p>Im Filmprogramm habe ich zwei wunderbare Werbefilme aus den 60&#8242;ern gesehen, die die Segnungen des damals hochmodernen Eisfachs priesen (z. B. <a title="Transmediale Films" href="http://www.transmediale.de/en/melting-fridges-part-i" target="_blank">&#8220;Lebensmittel im Eisschlaf&#8221;</a> f&#252;r AEG), filmisch effektvoll im Stile der 60&#8242;er umgesetzt. Im Lichte dieses Vergleichs (damals aktuelle Themen werden mit den zu der Zeit modernsten Mitteln beschrieben) komme ich zu dem Schluss, dass die Transmediale 2009 ganz ihrem Anspruch gerecht wurde, mit Hilfe von Kunstwerken, die gegenw&#228;rtige Medientechnologien nutzen, eine Aussage zum Zustand unserer Gesellschaft zu treffen. GPS-Daten, Eyetracking, digitale Filmeffekte und elektronische Musik, die aus 5.1 Soundsystemen dr&#246;hnte &#8211; die K&#252;nstler setzten ein, was gerade der neueste Stand der Technik ist und stellten in ihren Kunstwerken kritische Fragen zum Zustand unserer Gesellschaft. Einige dieser Kunstwerke waren zumindest f&#252;r mich auch Ansto&#223;  zu Diskussionen mit Freunden und mehreren Webrecherchen zu bestimmten Themen. Wenn ein Festival dies zu leisten im Stande ist, dann machen die Macher etwas richtig. Trotzdem war dieses Befremden, das schulterzuckende &#8220;Das ist interessant, ber&#252;hrt mich aber nicht weiter&#8221; das vorherrschende Gef&#252;hl. Ob man dessen Ursache den Kunstwerken bzw. Festival zuschreiben sollte oder es als symptomatisch f&#252;r unsere Zeit deuten m&#246;chte &#8211; das ist schwierig zu beantworten. Reynold Reynolds Experimentalfilm &#252;berzeugte vor allem, weil er die technischen Mittel (VFX, komplizierte Kamerafahrten etc.) seiner k&#252;nstlerischen Vision unterordnete und ein konsequentes gestalterisches Konzept verfolgte. Bei vielen anderen Werken hatte ich oftmals das Gef&#252;hl, dass die K&#252;nstler sich in den technischen M&#246;glichkeiten verheddert hatten statt sich auf die KUNSTvolle Umsetzung ihres Themas zu konzentrieren.</p>
<p>Noch als Nachtrag f&#252;r alle, die die Transmediale nicht kennen:</p>
<h2>Was ist die Transmediale eigentlich?</h2>
<p>Die Transmediale wurde anno 1988 ins Leben gerufen, als eine Videofilmsektion der Berlinale f&#252;r all jene Filme, die auf elektronischen Medien basierten und so nicht in den Kontext eines normalen Filmfestivals gezeigt wurden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die transmediale weiter und wurde gr&#246;&#223;er: eine j&#228;hrliche Ausstellung, Konferenz und der Club Transmediale, der sich der elektronischen Musik und Clubkultur widmet, kamen hinzu, man zog in das Haus der Kulturen der Welt um, die Kulturstiftung des Bundes stieg als einer der Hauptf&#246;rderer ein f&#252;r dieses, wie es in der F&#246;rderbegr&#252;ndung der Kulturstiftung hei&#223;t, „Leuchtturmprojekt der Gegenwartskunst“. Mittlerweile tr&#228;gt die transmediale den Untertitel „festival for art and digital culture“ und bietet k&#252;nstlerischen und theoretischen Arbeiten eine Plattform, die „nicht nur auf neue technische Entwicklungen reagieren, sondern Einfluss auf die Art und Weise aus&#252;ben, wie wir diese Technologien erfahren. Die transmediale versteht Medientechnologien als Kulturtechniken, die man sich aneignen muss, um durch sie unsere heutige Gesellschaft verstehen, kritisieren und gestalten zu k&#246;nnen.“ (aus dem „&#252;ber uns“ Text von der Website). Jedes Jahr hat die Transmediale ein &#252;bergeordnetes Motto: Letztes Jahr war es „conspiracy“, dieses Mal ging es um den Klimawandel unter dem Titel „deep north“.</p>
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