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	<title>Kultur // Film // Marketing im Internetz &#187; internet foren</title>
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	<description>Kulturmarketing und Film im digitalen Zeitalter // Ein Blog von Jennifer Hoffmann</description>
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		<title>Internet Communities im Kultursektor: eine rare Spezies</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jun 2008 09:05:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berufliches]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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Karin Janner hat in ihrem Kulturmarketing-Blog einen interessanten Artikel zur Frage geschrieben, wie Kulturanbieter social communities nutzen k&#246;nnten, um Freundeskreise aufzubauen &#8211; und das dies bisher viel zu wenig geschieht. Dazu m&#246;chte ich noch anhand zweier Beispielen einige Erg&#228;nzungen machen, da meiner Meinung nach viele Kulturanbieter (genauso wie auch immer noch viele Firmen) zu kurz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jenniferhoffmann.com/wp-content/uploads/internet_communities.jpg" rel="lightbox[85]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-86" title="internet_communities" src="http://www.jenniferhoffmann.com/wp-content/uploads/internet_communities-500x333.jpg" alt="internet communities 500x333 Internet Communities im Kultursektor: eine rare Spezies" width="500" height="333" /></a></p>
<p><strong>Karin Janner hat in ihrem Kulturmarketing-Blog einen interessanten <a title="Karin Janner zu social communities als tool f&#252;r Kultur-Freundeskreise" href="http://kulturmarketingblog.de/serie-web-20-im-kulturmarketing-social-network-als-freundeskreis-eines-kulturangebotes/23" target="_blank">Artikel </a>zur Frage geschrieben, wie Kulturanbieter social communities nutzen k&#246;nnten, um Freundeskreise aufzubauen &#8211; und das dies bisher viel zu wenig geschieht. Dazu m&#246;chte ich noch anhand zweier Beispielen einige Erg&#228;nzungen machen, da meiner Meinung nach viele Kulturanbieter (genauso wie auch immer noch viele Firmen) zu kurz denken, wenn sie das Web 2.0 nur als Marketinginstrument begreifen. Ich glaube, dass sich dar&#252;ber ganz neue M&#246;glichkeiten f&#252;r alle m&#246;glichen Institutionen er&#246;ffnen und m&#246;chte diese hier kurz skizzieren.<br />
</strong>Nur um Missverst&#228;ndnisse zu vermeiden: Dir, liebe Karin, unterstelle ich diese Denke nat&#252;rlich nicht <img src='http://www.jenniferhoffmann.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' title="Internet Communities im Kultursektor: eine rare Spezies" /> </p>
<h3>Beispiel Chester Beatty Library, Dublin</h3>
<p>Die <a title="Chester Beatty Library" href="http://www.cbl.ie" target="_blank">Chester Beatty Library</a> (kurz CBL) hat eine der weltweit sch&#246;nsten und besten Sammlungen alter Schriften &#8211; von fr&#252;hen christlichen Papyrus-Texten &#252;ber traumhafte sch&#246;n illuminierte Koran-Handschriften bis hin zu wichtigen buddhistischen Texten. Die CBL hat auch ein gut organisiertes &#8220;Volunteer-Programme&#8221;: freiwillige oder ehrenamtliche Mitarbeiter sind beispielsweise die Tourguides f&#252;r Besuchergruppen (und davon gibt es viele!). Ich war auch mal so ein Volunteer und kenne es daher gut.</p>
<h5>Das Chester Beatty Volunteer Programm</h5>
<p>Was den Volunteers geboten wird:</p>
<ul>
<li>Eine individuelle, ausf&#252;hrliche Ausbildung (sprich mehrere Touren durch die Sammlung, Gespr&#228;che mit den Kuratoren, bergeweise Literatur).</li>
<li>Zweimonatliche Seminare zu bestimmten Spezial-Themen, die die Kuratoren speziell f&#252;r die Ehrenamtlichen machen.</li>
<li>Einf&#252;hrungen zu neuen tempor&#228;ren Ausstellungen, damit auch durch diese gef&#252;hrt werden konnte.</li>
<li>Eine extra Weihnachtsfeier nur f&#252;r die Volunteers</li>
<li>Ein Kaffee-Gutschein f&#252;r den hervorragenden Coffee-Shop, f&#252;r jede Tour die man f&#252;hrt bzw. f&#252;r jeden Nachmittag, den man im Shop Dienst tut.</li>
</ul>
<p>Aufgaben &amp; Zusammensetzung der Ehrenamtlichen</p>
<ul>
<li>Die meisten Volunteers waren wesentlich &#228;lter als ich, z.T. schon in Rente, Hausfrauen oder Halbtags-Arbeitende. Viele waren hervorragend f&#252;r den &#8220;Job&#8221; geeignet, da sie z.B. Theologie, Anthropologie, Sinologie wie in meinem Fall oder Islam-Wissenschaften studiert hatten.</li>
<li>Die CBL gab einen &#8220;Richtwert&#8221; vor, wonach jeder Volunteer mindestens zwei Touren pro Monat f&#252;hren sollte bzw. an zwei halben Tagen Dienst im Shop machte (meist entschied man sich f&#252;r eine der Varianten, ich habe z.B. nie im Shop gestanden, sondern ausschlie&#223;lich als Tourguide gearbeitet).</li>
<li>Neben den &#246;ffentlichen Touren Mittwochs und Samstags gab es viele Spezial-Touren f&#252;r Schulklassen und Studentengruppen, in der Vorweihnachtszeit fanden h&#228;ufig abends Weihnachtsfeiern von Firmen (die allesamt Sponsoren waren) statt, f&#252;r die ebenfalls eine F&#252;hrung durch die Sammlung organisiert wurde. Blog-Berichte &#252;ber Touren in der CBL finden sich <a title="Trip to Chester Beatty Library" href="http://liliblogs.wordpress.com/2008/06/11/school-trip-to-dublin-library-visits-1-chester-beatty-library/" target="_blank">hier </a>und <a title="Trip to Chester Beatty Library" href="http://evangelicaltextualcriticism.blogspot.com/2008/04/trip-to-chester-beatty-library.html" target="_blank">hier</a>.</li>
</ul>
<p>Warum ich all das so ausf&#252;hrlich beschreibe? <span id="more-85"></span>Es liegt auf der Hand. Die Volunteer-Aktivit&#228;ten w&#252;rden sich bestens eignen, um sie &#252;ber z.B. eine geschlossene Facebook- oder MySpace-Gruppe (oder anderen Foren, wie Karin sie vorschl&#228;gt) zu organisieren. F&#252;r die CBL trifft das nat&#252;rlich nur bedingt zu, da aufgrund des relativ hohen Altersdurchschnitts vermutlich nur wenige der Chester Beatty Volunteers auf Facebook zu finden sind. Doch f&#252;r eine Einrichtung mit &#252;berwiegend jugendlichen Freiwilligen w&#252;rde sich das lohnen.</p>
<p>Grunds&#228;tzlich sei hier noch angemerkt, dass diese Form des Volunteerings oder ehrenamtlichen Dienstes leider viel zu wenig verbreitet ist in Deutschland. Es gab keine besseren Ambassadoren f&#252;r das Museum als uns Freiwillige: alle von uns machten den Job aus tiefer &#220;berzeugung und ich habe s&#228;mtliche meiner Dubliner Freunde bearbeitet, doch endlich mal diesen wunderbaren Ort zu besuchen.</p>
<h5>Projektarbeit &#252;ber Internetforen</h5>
<p>Die CBL und das Draíocht Arts Centre in Blanchardstown (Dublin) haben im April diesen Jahres ein Projekt mit 148 Migratenkindern im Grundschulalter durchgef&#252;hrt unter dem Titel &#8220;<a title="Tell your story Projekt der Chester Beatty Library" href="http://www.library.ie/weblog/2008/05/08/tell-your-story/" target="_blank">Tell your story</a>&#8220;. Zum Auftakt gab es einen Besuch in der CBL, gefolgt von &#252;ber 50 Workshops zum Geschichten erz&#228;hlen, zu Lyrik und darstellender Kunst. Nach den sechs Wochen Projektarbeit in den Klassenzimmern gab es an einem Samstag eine feierliche Abschlussveranstaltung, zu der auch alle Eltern und Familien eingeladen wurden. Die Workshopergebnisse wurden ausgestellt (von Tonmasken bis hin zu handbemalten &#8220;journey scrolls&#8221;). Das ganze Projekt wurde von einem Filmteam begleitet, so dass jedes Kind am Ende auch eine DVD erh&#228;lt. F&#252;r &#228;hnliche Projekte mit etwas &#228;lteren Kindern liessen sich doch social communities bestens einbinden, um so die Ergebnisse auch noch weiter im Freundeskreis der Kinder streuen zu k&#246;nnen (statt die DVD rumzureichen schickt man dann nur noch den Link zum Video).</p>
<h3>Schwierigkeiten beim Aufbau von Communities</h3>
<p>Wie von Karin bereits angedeutet und auch anderswo diskutiert, gibt es mittlerweile ziemlich viele tote Communities im Netz. Eine davon geh&#246;rt zu meinem INSIGHT OUT Projekt, f&#252;r das wir eine geschlossene Community basierend auf der Open-Source-Software Simple Machines Forum aufgesetzt haben. Nachdem Launch Anfang diese Jahres haben sich gleich diverse Leute angemeldet, inklusive Jim Rygiel, dreifacher Oskar-Gewinner f&#252;r die visuellen Effekte in Peter Jacksons Herr-der-Ringe-Trilogie. Er war einer der ersten, der sich anmeldete, und ich war stolz wie Bolle darauf.</p>
<p>Doch das hilft nicht viel, wenn aufgrund der d&#252;nnen Personaldecke in vielen Kulturinstitutionen einfach niemand da ist, der sich t&#228;glich um die Web Community k&#252;mmern kann. Bezeichnend fand ich in diesem Zusammenhang den Kommentar von Dirk Heinze, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer des erfolgreichsten Netzwerks im Kulturmanagement Sektor, dem <a title="Kulturmanagement Net" href="http://www.kulturmanagement.net/" target="_blank">Kulturmanagement Network</a>, zu einer <a title="Diskussion zum Kulturaustausch" href="http://kulturmarketingblog.de/zum-austausch-im-kulturbereich/10#comments" target="_blank">lebhaften Diskussion</a> auf Karins Blog (siehe Kommentar Nr. 14).  Der Status Quo hei&#223;t deshalb: Zeit in den Aufbau von Webcommunities zu investieren ist f&#252;r die meisten Kulturinitiativen nur dann m&#246;glich, wenn sich daraus ein direkter finanzieller Vorteil ergibt (sei es durch mehr Besucher, F&#246;rderer oder Medienresonanz), da der hohe personelle Aufwand gegen&#252;ber den Geldgebern gerechtfertigt werden muss. Und die haben leider h&#228;ufig noch nicht mal das Web1.0 verstanden&#8230;</p>
<p>Ich werde jedenfalls in den n&#228;chsten Monaten an dieser Stelle &#252;ber meine Wiederbelebungs-Versuche f&#252;r das INSIGHT OUT Forum berichten. Noch will ich mich nicht geschlagen geben, ein Modus wie man es aktiv und von den Mitgliedern genutzt halten kann, der mit 3 Stunden Zeitaufwand pro Woche zu bew&#228;ltigen ist, muss sich doch finden lassen!</p>
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