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	<title>Kultur // Film // Marketing im Internetz &#187; mobile</title>
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	<description>Kulturmarketing und Film im digitalen Zeitalter // Ein Blog von Jennifer Hoffmann</description>
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		<title>Altmodische Handyfilme beim Mobile Film Festival</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 21:24:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern wurden beim zweiten deutschen Festival des Handyfilms im Roten Salon in Berlin die Preise verliehen. 170 Filme wurden eingereicht, eine Jury w&#228;hlte die Preistr&#228;ger aus und das Publikum sms-te f&#252;r den Publikumspreis. Immerhin war der Spiegel dabei und die Gewinnerin erhielt 1000€ Preisgeld f&#252;r ihre mysteri&#246;s-melancholische Adaption einer Kurzgeschichte von Anna Schnatz. Erfreulich, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern wurden beim zweiten deutschen <a title="mobile film festival" href="http://de.mobilefilmfestival.com">Festival des Handyfilms</a> im Roten Salon in Berlin die Preise verliehen. 170 Filme wurden eingereicht, eine Jury w&#228;hlte die Preistr&#228;ger aus und das Publikum sms-te f&#252;r den Publikumspreis. Immerhin war der <a title="Spiegel online Artikel" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,546754,00.html">Spiegel </a>dabei und die Gewinnerin erhielt 1000€ Preisgeld f&#252;r ihre mysteri&#246;s-melancholische Adaption einer Kurzgeschichte von <a title="Tippgemeinschaft des Deutschen Literaturinstituts Leipzig" href="http://www.dll-tippgemeinschaft.de/TG08/a_schnatz.html">Anna Schnatz</a>. Erfreulich, dass die Veranstalter Bargeld offerierten und es nicht nur Ruhm und Ehre zu gewinnen gab. Die Preistr&#228;ger, aber auch die 166 anderen Teilnehmer, die leer ausgingen, haben daf&#252;r aber einen hohen Preis bezahlt.</p>
<h3>Fragw&#252;rdige Teilnahmebedingungen</h3>
<p>Folgende Bedingung schmarotzten die Veranstaltern den Machern der Handyfilme ab:</p>
<p>&#8220;Beginnend mit dem Festival ist Mobilevent <strong>f&#252;r die Dauer von zwei Jahren</strong> berechtigt, <strong>ohne Gegenleistungen</strong> auf der Internetseite des Mobile Film Festivals sowie auf den Internetseiten der Medienpartner des Festivals auf nicht-kommerzieller Basis und zum Zweck der Bewerbung der Filme, der Teilnehmer und des Festivals, die zugelassenen Filme zu zeigen. [...]Die Teilnehmer gestatten dies ausdr&#252;cklich und verpflichten sich, ab Beginn des Festivals <strong>f&#252;r die Dauer von zwei Jahren keine anderweitigen Exklusivrechte</strong> f&#252;r die zugelassenen Filme zu vergeben.&#8221; (Hervorhebungen von mir)</p>
<p>Meiner Kenntnis nach w&#252;rde sich in der Filmbranche kein Mensch auf derlei Bedingungen einlassen. <span id="more-65"></span>So weit ich wei&#223;, ist in den Teilnahmebedingungen der Filmfestivals die Anzahl der Vorf&#252;hrungen genau definiert und die Veranstalter verpflichten sich, alle dar&#252;ber hinaus gehenden erst von den Produzenten genehmigen zu lassen. Nun erfordert das Internet da sicherlich andere Richtlinien. Doch werden die Filmemacher hier jeglicher Chancen beraubt, mit ihren Filmen auch nur einen Cent zu verdienen. Wie weit wird mobile TV sich innerhalb der n&#228;chsten zwei Jahren verbreiten? Sicherlich rasant. Doch leider haben die Teilnehmer dieses Festivals nicht die Gelegenheit, aus ihren Filmen Kapital zu schlagen. Und was will mobilevent &#252;berhaupt mit den Rechten an 170 deutschen Filmen, zumal die Website des Unternehmens ausschlie&#223;lich auf Franz&#246;sisch existiert?</p>
<h3>Neue Plattform, alter Stil</h3>
<p>Aus meiner Sicht ist auff&#228;llig und bedauerlich zugleich, dass sowohl die Gewinnerfilme als auch die anderen Einreichungen, die ich mir angeschaut habe, alle noch &#8220;old school&#8221; sind: Kurzfilme in klassischer Fernseh- oder Kinomanier. Kleine, in sich abgeschlossene Geschichten, die man auch auf einem Studentfilmfestival h&#228;tte sehen k&#246;nnen, mit Kamerafahrten, aufwendiger Vertonung und allem Pipapo. Wenige nur haben sich die spezifischen Eigenschaften des Mobiltelefons zu eigen gemacht: man hat es &#252;berall dabei, es ist klein und wendig, ein Begleiter des Alltags, &#252;ber den heute vor allem junge Leute mit ihren Freunden in Kontakt bleiben. Statt dessen gibt es traditionelle Kurzfilmkost auch bei diesem Festival.</p>
<p>Dies ist den Filmemachern nicht vorzuwerfen, vermutlich liegt es an der Auswahl der Jury. Von den 7 Jurymitgliedern kommt nur Thomas Munz, Kurator der <a title="Transmediale.08 Credits" href="http://www.transmediale.de/site/de/transmediale/creditssponsors/">Transmediale</a>, aus dem Bereich der digitalen Medien. Alle anderen sind Schauspieler und Produzenten aus Film und Fernsehen, die scheinbar ihren Sehgewohnheiten aus Film, TV und Kasperletheater gefolgt sind.</p>
<p>Um es anders und sehr zynisch auszudr&#252;cken: An meinem Geburtstag zeigte mir ein Bekannter, der bei der Einsatzbereitschaft der Berliner Polizei arbeitet, einen Film auf seinem Handy: es ruckelte, pixelige Artefakte bei jeder Bewegung, Schreie und unterdr&#252;ckte Rufe, ab und an nur zu verstehen: &#8220;Ey, Alter, Dich kriegen wir.&#8221; &#8220;Los ey, hau schon zu.&#8221; Zu sehen war ein Pulk junger M&#228;nner, die einem einzelnen Typen mit Kapuzenpullover hinterher rannten, ihn traten und pr&#252;gelten. Er versuchte zu fliehen, hielt seine Arme sch&#252;tzend &#252;ber seinen Kopf. Einer der Verfolger filmte all das mit seinem Handy. Irgendwie kam die Polizei an das Handy und damit auch an den Film und diese Dokumentation einer Straftat, n&#228;mlich K&#246;rperverletzung. Mir blieb der Geburtstagskuchen im Halse stecken.</p>
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